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Gehweg-Beläge bis in Privatgrundstücke hinein

Gemeinde kündigt Gespräche mit Hauseigentümern an - Betonstein fürs Zentrum ausgewählt

In neuer Optik soll sich Tutzing künftig präsentieren. „Man will weg von linearen Gehwegen, sondern mehr Platzcharakter erreichen.“ So hat die Landschaftsarchitektin Monika Treiber die Planung im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats erläutert. Vom „Bandcharakter der Straße“ will sie wegkommen, so gut es geht. Eine Methode auf dem Weg zu diesem Ziel soll die Gestaltung der Gehwege sein. Das für sie vorgesehene Material soll nämlich nicht nur für die öffentlichen Fußwege, sondern auch für die angrenzenden Privatgrundstücke verwendet werden. Auf diese Weise will Treiber eine optische „Aufweitung der Gehwege“ über den öffentlichen Bereich hinaus erreichen.

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Grenzüberwindung: Gleiche Beläge
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ebenso für öffentliche Wege
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wie für private Bereiche

"Von Hauskante zu Hauskante"

„Auch die privaten Anschlussbereiche sollen direkt bis zu den Häusern mit gestaltet werden“, sagte die Landschaftsplanerin. Die Gehweg-Beläge sollen also ein Stück weit bis in die privaten Innenhöfe führen - „von Hauskante zu Hauskante“, so formulierte sie es. Auch Ladeneingänge könne man einbeziehen. Sogar für Treppenstufen könne man das gleiche Material verwenden. So werde alles links und rechts von der Hauptstraße quasi zu einer Einheit vernetzt.

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Derzeit sind die Beläge an der Hauptstraße teils recht unterschiedlich (Bilder oben und unten)
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Die Kosten auf den Privatgrundstücken müssen die Hauseigentümer bezahlen

Die Gemeinde wird aber nur die Gestaltung im öffentlichen Bereich bezahlen, wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald in der Sitzung klipp und klar sagte. Für die Beläge auf den privaten Grundstücken müssen also die jeweiligen Anlieger aufkommen. „Das werden wir mit den Hauseigentümern absprechen“, kündigte Greinwald an. Die würden sich sofort beteiligen, wenn die Gemeinde die Kosten übernehme, sagte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing). Das sei nicht möglich, wenn es sich nicht um Grund der Gemeinde handele, erwiderte Greinwald.

Gemeinde entscheidet sich für Betonstein im Ortszentrum

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Verschiedene Belag-Varianten werden zurzeit im Hof des Tutzinger Rathauses ausgestellt

Die Entscheidung für die Beläge hat der Ausschuss in der Sitzung bereits getroffen. Denn die Ausschreibung steht unmittelbar bevor, es ist nicht mehr allzu viel Zeit. Vier Varianten standen zur Wahl. Am billigsten ist Asphalt: 35 bis 40 Euro je Quadratmeter. Für die quadratische „Münchner Kunststeinplatte“, milliardenfach in München verlegt, wurden 60 bis 70 Euro je Quadratmeter genannt. Der etwas dickere Betonstein kostet 80 bis 90 Euro. Naturstein wie Granit ist am teuersten: 120 bis 130 Euro oder mehr. Die Ausschussmitglieder entschieden sich einstimmig für die Kunststeinplatten im Außenbereich - vom Süden bis zum Gröberweg - und für Betonstein im Ortszentrum, vom Gröberweg bis zur Neustätterstraße. Für den Betonstein, der in unterschiedlich breiten Bahnen verlegt werden soll, wählten sie eine Mischung aus drei verschiedenen Farbtönen in Beige. Im Süden sollen die Kunststeinplatten auch auf den Wegen der Lindemannstraße und bis zum dortigen Einkaufszentrum verlegt werden. Der Gemeinde steht für diese Arbeiten ein Budget von 878 000 Euro zur Verfügung. Die Maximalgrenze wird aber nach Andeutungen der Verantwortlichen unterschritten werden. Die Kosten der einzelnen Varianten waren detailliert in einer Liste aufgeführt, die nur die Gemeinderäte erhalten haben.

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Auch Stufen sollen mit den neuen Beläge versehen werden können
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Manche Beläge setzen sich schon heute über die Gehwege hinaus zwischen den Häusern fort

Bäume zwischen den Parkplätzen vorgesehen

Zwischen den Parkplätzen sollen Bäume mit gusseisernen Baumschutzscheiben, nicht Bauminseln, gepflanzt werden. Über die Baumarten soll noch eigens diskutiert werden. Die Landschaftsplanerin sprach beispielhaft von gefülltblühende Vogelkirsche, Vogelbeere und Mehlbeere. Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) verwies auf „eine ganze Allee mit Kirschblüten“ in München am Luise-Kiesselbach-Platz: „Das schaut im Mai gigantisch aus.“

Die Standorte der Bäume werde die Gemeinde mit den Anliegern abstimmen, sagte Greinwald. Generell betrachtet sie mehr Bäume als sinnvoll. Dabei erinnerte sie daran, dass Tutzing das Prädikat „Luftkurort“ vor Jahren aberkannt worden ist, weil die Luftqualität nicht mehr als ausreichend galt. Stattdessen will sich die Gemeinde nun um das Prädikat „Erholungsort“ bemühen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinderat in diesem Jahr kurz vor den Sommerferien gefasst. Eine bayerische Verordnung macht dafür eine ganze Reihe von Bedingungen zur Voraussetzung, von der Zahl und Dauer der Gästeübernachtungen über die landschaftliche Lage und die Klimaverhältnisse bis zu attraktiven Angeboten.

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Die bisherige Belags-Vielfalt möchte die Gemeinde durch eine einheitliche Gestaltung ersetzen © Alle Fotos: L.G.
Quelle Titelbild: L.G.
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Kommentare

Weil wir in Tutzing sonst keine Probleme haben