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Bauvisionen neben der Rotkreuz-Alm

Bebauungsplan an der oberen Traubinger Straße wird geändert - "Sondergebiet für soziale Zwecke"

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Die Containerfläche (schneebedeckt) ist wieder frei. Im Hintergrund die Rotkreuz-Alm.

Neben der Rotkreuz-Alm an der oberen Traubinger Straße soll neu gebaut werden. Dafür vorgesehen ist die Fläche, auf der für einige Zeit Container für Ayslbewerber gestanden haben. Die waren befristet, und zwar bis Ende nächsten Jahres. Nun aber ist das rund 3000 Quadratmeter große Areal bereits frei. Das Landratsamt hat es bereits an die Gemeinde übergeben und auch neue Nutzungen vorgeschlagen. Wohnungen für Obdachlose oder eine Nachfolgenutzung für anerkannte Flüchtlinge konnte man sich bei der Kreisbehörde vorstellen, wie ihr Sprecher Stefan Diebl sagt. Mit solchen Vorschlägen wollte man sich bei der Gemeinde Tutzing nicht anfreunden. Für interessant hält die Rathausverwaltung die Möglichkeit einer neuen Nutzung der Fläche beim so genannten "Südlabor" dennoch.

Landschaftsschutz offenbar keine unüberwindliche Hürde

Behördlicherseits ist auch bereits signalisiert worden, dass dies durchaus positiv gesehen wird - und das, obwohl sich die Fläche im Landschaftsschutzgebiet befindet und erst einmal aus diesem herausgenommen werden müsste. Zunächst einmal will die Gemeinde die frühere Containerfläche nun als „Sondergebiet für soziale Zwecke“ (SO) ausweisen. „So haben wir eine Fläche auf Vorrat“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) im Bauausschuss. Der hat einstimmig eine Änderung des betreffenden Bebauungsplans Nummer 83 „Kindertagesstätte an der Traubinger Straße 67“ beschlossen.

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Die Zwergerlalm an der Traubinger Straße
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bekommt wahrscheinlich Nachbarn

Diskussion über geeigneten Standort für Kindertagesstätte

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Die Traubinger Straße ist in diesem Bereich relativ eng

Eine Erweiterung der so genannten Zwergerlalm zur Sicherung des Kindergarten-Bedarfs gilt zwar als eine denkbare Möglichkeit. Doch Greinwald hält eine Nutzung der Fläche für Kita-Zwecke noch keineswegs für klar. Mit diesem Hinweis reagierte sie auf eine Anmerkung von Christine Nimbach (Grüne), dass eine Kindertagesstätte doch im Ortszentrum sinnvoller sei, schon wegen der besseren Erreichbarkeit zu Fuß oder mit dem Rad. Nimbach hatte auch gleich einen Standort im Visier: das auf dem früheren Roche-Gelände vorgesehene Gebäude des IT-Unternehmens Lobster. Diese Firma befinde sich in einer Expansion, argumentierte sie, und die Mitarbeiter hätten bestimmt „einen Haufen Kinder“.

Was die ehemalige Containerfläche betrifft, kommt es der Bürgermeisterin zunächst darauf an, die Chance zu ergreifen. Zu Nutzungsmöglichkeiten sagte sie: „Wir werden sehen, was die Zeit uns noch bringt.“ Es handelt sich also zunächst noch um Visionen. Über nähere Details einer Planung wurde im Ausschuss bisher nicht gesprochen.

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Die Wiesen zwischen der Siedlung Luswiese und der Rotkreuz-Alm

Die Traubinger Straße ist in diesem Bereich eng und eine Sackgasse

Über denkbare Bebauungen in diesem Gebiet von Tutzing ist im Lauf der Zeit immer wieder spekuliert worden. Vor längerer Zeit soll es sogar Überlegungen über eine weitere Siedlung auf den Wiesen oberhalb der Luswiese gegeben haben. Daraus ist bisher nichts geworden. Ob mit den neuen Plänen solche Visionen wieder aufflammen werden, wird sich zeigen.

Die Erschließung der ehemaligen Containerfläche ist im Bauausschuss noch nicht konkret besprochen worden. Über einen denkbaren Ausbau der Traubinger Straße bis nach Traubing mit Anschluss zur Bundesstraße 2 wird in Tutzing seit den 1960er Jahren diskutiert. Bedarf wurde wegen der damals errichteten Siedlungen Bareisl und Luswiese gesehen, auch entsprechende Planungen hat es seinerzeit schon gegeben, die aber nie realisiert wurden. Das wurde stets auch besonders mit dem Landschaftsschutzgebiet in diesem Bereich begründet. Mittlerweile ist die Bevölkerung auch rund um die Traubinger Straße deutlich gewachsen, doch das gesamte Gebiet ist nach wie vor nur über die Zufahrten durch den Ort erschlossen, vor allem über die Traubinger Straße. Sie muss auch den Verkehr aus dem gesamten Bereich Bockmayrstraße/Ludwig-Behr-Straße/Elly-Ney-Straße aufnehmen, dessen frühere Verkehrsableitung über die Waldschmidtstraße wegen der Schließung des dortigen Bahnübergangs vor Jahren weggefallen ist.

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Zur Rotkreuz-Alm führt bisher eine Sackgasse © Fotos: L.G.

In ihrem oberen Teil ist die in diesem Bereich recht enge Traubinger Straße bisher eine Sackgasse. Ob das so bleiben kann, wird im Zuge einer Neubebauung geklärt werden müssen. Dies gehört zu den Aufgaben des Schongauer Architekturbüros Hörner, das mit der Ausarbeitung der Bebauungsplanänderung beauftragt wird.

Quelle Titelbild: L.G.
ID: 1459
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