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Ordnung am Seeufer

Größere Bauvorhaben oberhalb des Freibadegeländes beschäftigen Gemeinde und Landratsamt

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Planungen in Seeufernähe sorgen oft für besondere Diskussionen (hier der Blick von der Brahmspromenade zum Ortszentrum) © L.G.

Baupläne in der Nähe des Tutzinger Seeufers sorgen im Gemeinderat seit längerer Zeit für Diskussionen. Es geht um zwei größere Bauvorhaben im nördlichen Bereich der Gemeinde, neben dem Sprungleitenweg. „Das Problem ist die Mächtigkeit der Baukörper“, sagte Ortsplanungsreferent Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing). Die Baukultur am Starnberger See sei durch elegante kleine Villen gekennzeichnet: „Wir haben hier nicht solche Brummer.“ Dr. Ernst Lindl (CSU) verwies demgegenüber darauf, dass es sich um recht große Grundstücke mit 5000 bis 6000 Quadratmetern handelt.

Per Bebauungsplan will die Gemeinde nun konkrete Ziele vorgeben. So will unter anderem eine „Riegelwirkung“ zu großer Baukörper vermeiden. Das sieht der Teilbebauungsplan 4 des Bebauungsplans Nummer 91 „Seeuferbereich“ vor. Er umfasst ein Areal oberhalb des Freibadegeländes, und zwar von der Haupstraße bis zum Ufer und vom Sprungleitenweg im Norden bis zur Akademie für politische Bildung im Süden. „Wir sind leider zu spät dran, es zu ordnen“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald im Ausschuss, „aber besser spät als nie.“

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Vom Tutzinger Freibadegelände aus sind die bisherigen und künftigen Bauten oben am Hang gut zu sehen © L.G.

Zu den beiden Bauvorhaben gibt es ein dauerhaftes Hin und Her, das mehreren Gemeinderäten sichtlich auf die Nerven ging. Im einen Fall - rechts auf dem Bild - ist die tiefe Baugrube am Sprungleitenweg in Tutzing längst bekannt. Als Stein des Anstoßes entpuppte sich ein vom Bauwerber gewünschtes Türmchen in der Mitte des länglichen Gebäudes. Manchen Gemeinderäten gefiel es zwar, aber andere sahen dies kritisch. Das Landratsamt hatte das Bauwerk nur ohne Turm genehmigt. Dann legte der Bauwerber aber erneut einen Entwurf mit Turm vor, und die Diskussion ging wieder von vorn los. Schließlich ist als Kompromiss eine Lösung mit Giebel herausgeiommen.

Im anderen Fall, direkt nebenan (links auf dem Bild), sollen zwei Gebäude entstehen, die etlichen Ausschussmitgliedern zu groß erscheinen. Besonders kritisch sieht die Mehrheit das Nebengebäude, das an die Stelle eines bisherigen Schwimmbads treten soll. „Wir sollten versuchen, es so weit hinzubekommen, dass es erträglich ist“, sagte Greinwald, „und das bekommen wir nur durch einen Bebauungsplan hin.“ Das war allgemeine Auffassung im Ausschuss.

Quelle Titelbild: L.G.
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