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„Existenzielle Entscheidung“ für Tutzing

Zur Trennung von der Trägerschaft des Gymnasiums gibt es für Bürgermeisterin Greinwald keine Alternative

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Ob mit oder ohne Trägerschaft: Die Gemeinde will das Gymnasium auf alle Fälle in Tutzing erhalten © Abiturzeitung Gymnasium Tutzing 2018

Die Trennung vom Gymnasium ist für die Gemeinde Tutzing „eine existenzielle Entscheidung“. Das hat Bürgermeisterin Marlene Greinwald im Gemeinderat gesagt.

Eigentlich stand dieses Thema bei der jüngsten Sitzung des Tutzinger Gemeinderats auf der Tagesordnung, wurde aber kurzfristig abgesetzt und auf die November-Sitzung verschoben. Nach einer Vorbehandlung im Haupt-, Finanz- und Werkausschuss des Gemeinderats hatten sich nach Angaben der Gemeindeverwaltung „weitere bautechnische Änderungen“ abgezeichnet, deren Kostenermittlung bis zur Sitzung nicht möglich gewesen sei.

Trotz der Verschiebung wurde die Bedeutung der Problematik für Tutzing bei einem kurzen Wortwechsel deutlich. Zu den Einzelheiten einer Übernahme des Gymnasiums durch den Landkreis sprach Peter Stich (CSU) im Gemeinderat von unterschiedlichen Auffassungen zwischen Gemeinde und Landratsamt. Es gebe „eine größere Diskussion für und wider“.

Tatsächlich fallen unterschiedliche Darstellungen der Gemeinde und des Landkreises auf. So hat ein Sprecher des Landratsamts gegenüber dem "Starnberger Merkur" erklärt, die Gemeinde Tutzing nehme durch das Gymnasium mehr Geld ein, als sie dafür ausgibt. Dabei hat er auch die Gastschulbeiträge angeführt, die im Fall einer Übernahme durch den Landkreis wegfallen würden. Die Gemeinde Tutzing hat dagegen auf ein jährliches durchschnittliches Defizit durch das Gymnasium von rund 250 000 Euro verwiesen, wobei die damit verbundenen Personalkosten der Gemeinde noch nicht eingerechnet seien.

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Das Gymmnasium steht auf einem wertvollen Grundstück in Seenähe © L.G.

Anfang 2016 waren Investitionskostenzuschüsse des Landkreisse für das Gymnasium auf 90 Prozent festgesetzt worden. Doch dies betreffe nicht die Planungskosten, hat die Gemeinde geklagt- und die seien der größte Brocken. Deshalb blieben bei der Gemeinde nicht nur zehn Prozent der Kosten. Dem widerspricht wiederum der Landkreis: Er übernehme die Planungskosten.

Ein weiteres Argument des Kreises: Er müsse, wenn er das Tutzinger Gymnasium übernimmt, eine Schulverwaltung aufbauen. Daraufhin werde die Kreisumlage steigen, also das Geld, das die Kommunen an den Landkreis abführen müssen.

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Der Blick vom Bleicherpark neben dem Gymnasium aus © L.G.

Das wertvolle Grundstück am See will die Gemeinde auf alle Fälle behalten. Dass in dieser Hinsicht Begehrlichkeiten auftauchen könnten, liegt nahe. Aber Greinwald hat schon vor Monaten bei einer Informationsveranstaltung mit Eltern und Lehrern versichert: „Wenn der Landkreis die Schule aufgibt, fällt das Grundstück an die Gemeinde zurück.“ Auf kritische Fragen von Eltern sagte sie, dass die Gemeinde alles daran setzen werde, das Gymnsium in Tutzing zu erhalten: „Die Gemeinde steht hinter der Schule.“

Angesichts der vielen „Unwägbarkeiten“ hat Stich eine Sondersitzung des Gemeinderats zu diesem Thema angeregt und vorgeschlagen, dazu den Landrat einzuladen. „Ich werde mir das überlegen“, sagte Bürgermeisterin Greinwald, fügte aber unmissverständlich hinzu: „Wir haben keine Alternative zur Abgabe des Gymnasiums.“

Mehr zum Thema:
Verhandlungen übers Gymnasium

Quelle Titelbild: Abiturzeitung Gymnasium Tutzing 2018
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