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Urbaner Charakter

Zwischen Bahnhof und Hauptstraße werden die Konturen der Neugestaltung mehr und mehr erkennbar

Vieles ist noch nicht ganz klar. Doch im gesamten Bereich zwschen dem Tutzinger Bahnhof und der Hauptstraße werden mehr und mehr die Konturen der Neugestaltung erkennbar. Die wird zunehmend städtische Züge tragen - das zeichnet sich inzwischen deutlich ab. „Wir haben da einen urbanen Charakter“, sagte auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) jetzt im Gemeinderat, als eine der Neuplanungen - das Gebäude der IT-Firma Lobster - zur Debatte stand. Es handelt sich um einen in der Spitze fünfstöckigen Bau, der einhellig begrüßt wurde. „Extrem positiv“

Für die Bebauung dieses Bereichs war schon in Bahnhofsnähe ein städtischer Charakter vorgegeben worden, als das Wohnviertel „Lakeside Living“ und daneben der große Gewerbebau „FourSite“ errichtet wurden. Fortgesetzt wird diese Entwicklung nun auf der anderen Seite der Bräuhausstraße, auf dem ehemaligen Gelände der Unternehmen Boehringer-Mannheim und Roche, das auch einmal „TGZ“ genannt wurde.

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So begann die Neubebauung östlich des Bahnhofs: Rechts "Lakeside Living", links "FourSite" © L.G.

Vom Bahnhofsviertel über das Ex-Roche-Gelände bis zum Kloster-Areal

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Ein "Tortenstück" wächst heran: Das Hotel Simson wird dreieckig © L.G.

Trotz des urbanen Charakters werden auf diesem Areal gewisse Möglichkeiten einer individuellen Gestaltung erkennbar. Das betrifft die ersten beiden der insgesamt fünf auf dem Ex-Roche-Gelände vorgesehenen Bauten gleichermaßen. Beim in Entstehung befindlichen "Hotel Simson", dem ersten dieser Gebäude, bringt die Form eines Tortenstücks zweifellos einen neuen Aspekt ins Tutzinger Baugeschehen, auch wenn damit dem Zuschnitt des Baugeländes Rechnung getragen wird. Und auch der Lobster-Bau trägt extravagante Züge. Was aus den anderen drei noch vorgesehenen Bauwerken auf diesem Gelände werden soll, ist noch nicht erkennbar. Für sie gibt es bisher noch keine Pläne.

Weitgehend offen ist auch noch, was sich im Anschluss an dieses Gelände auf dem Krankenhausgelände tun wird. Der Gemeinderat hat aber schon im Mai dieses Jahres die Aufstellung eines Bebauungsplans für den gesamten Bereich des Klostergeländes zwischen Gröberweg, Hauptstraße und Bahnhofstraße beschlossen. Fest steht bisher nur eine Erweiterung des Krankenhauses um ein neues Dialyse-Zentrum samt Vergrößerung der Operationsräume und der Intensivstation. Das ist aber nur ein Teilbereich des Bebauungsplans. Weitere Teilbebauungspläne dürften folgen. Bebauungen in diesem Bereich werden sich wohl ebenfalls am urbanen Charakter der Bahnhofsnähe orientieren.

Ein städtebauliches Entwicklungskonzept und ein Rahmenkonzept

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Die Wegeverbindung soll vom Bahnhof über das Krankenhausgelände und die Hallberger Alle - hier im Bild - bis zum See führen © L.G.

Eingebettet werden sollen all diese Planungen in zwei umfassende Konzeptionen. Dabei handelt es sich zum einen um ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) Tutzings Ortskern unter der Lupe und zum anderen um ein Rahmenkonzept "Vom Bahnhof zum See", mit dessen Vorarbeiten schon vor etwa drei Jahren begonnen worden ist. Dabei geht es auch besonders um öffentliche Interessen - so den Wunsch einer attraktiven fußläufigen Verbindung vom Bahnhof bis hinunter zum Seeufer.

Bei den Planungen für das Ex-Roche-Gelände beispielsweise wird derzeit auch viel über Potenziale gesprochen, dieses Gebiets für die Bevölkerung anziehend zu gestalten. So soll es zwischen den fünf künftigen Neubauten auf diesem Areal Plätze mit "Aufenthaltsqualität" und eine „möglichst intensive Wegebeziehung“ geben, wie Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller im Gemeinderat sagte. Im weiteren Verlauf soll sich das frühere Roche-Gelände mit einer Fortsetzung der Wegeverbindung an die Hallberger Allee anschließen - also unter Einbeziehung des Kloster- und Krankenhausgeländes. Einfach dürfte das alles nicht werden, weil ja auch die jeweiligen Grundeigentümer ihre Interessen haben.

Städtebauliche Lücke beim Krankenhaus-Gelände

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Zwei Gebäude beim Klinikparkplatz wurden im Rahmenkonzept für denkbar gehalten, doch diese Idee scheint zurzeit nicht weiter verfolgt zu werden. © L.G.

Als Burgstaller den Entwurf für das Lobster-Gebäude vorgestellt hat, waren auf einer Skizze noch zwei weitere Bauwerke an der Bahnhofstraße zu erkennen, die bisher nicht existieren, und zwar am Rand des Klinik-Parkplatzes neben der Einfahrt zum Krankenhaus.

Auf Nachfrage erläutert Burgstaller, dass sie aus dem Rahmenkonzept "Vom Bahnhof zum See" stammen: „Sie haben nichts mit den aktuellen Planungen zu tun, illustrieren jedoch unseren Wunsch, dass im Zuge der fußläufigen Anbindung des TGZ-Quartiers an die Hallbergerallee auch diese städtebauliche ‚Lücke’ attraktiver gestaltet werden könnte.“

Burgstaller erinnert auch an eine seinerzeit angestellte Überlegung, dass an dieser Stelle zum Beispiel ein Café mit Blick in den Klostergarten entstehen könnte. Die Klinikleitung hat jedoch nach Angaben des Stadtplaners bereits signalisiert, dass diese Idee wohl nicht weiter verfolgt werde.

Quelle Titelbild: L.G.
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