Der Thomaplatz und sein Umfeld bilden für viele Tutzinger Ortshistorie pur. In diesem Bereich soll nun ein altes Gebäude einem Neubau weichen. Im Vergleich mit dem Altbau soll er um vier Meter zurück versetzt werden - ein Aspekt, der im Bau- und Ortsplanungsausschuss des Gemeinderats gleich mit Erwartungen verbunden wurde.
Wenn die Gemeinde Zugriff darauf bekäme, könne man den Weg zwischen Thomaplatz und Bleicherpark wesentlich erweitern, sagte Dr. Heinrich Reiter (Freie Wähler).
"Das Eck steht schon fast im Weg“, sagte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) über den Altbau. Er sprach sich dafür aus, die Abtretung per Grunddienstbarkeit zu sichern, damit „dieser Missstand behoben“ und eine Wegverbreiterung ermöglicht werde. Das sei rechtlich nicht möglich, erwiderte jedoch die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU).
Das Gebäude gehört der alteingesessenen Tutzinger Fischerfamilie Lettner, ebenso wie ihr historisches, denkmalgeschütztes Wohnhaus direkt daneben. „Die Lage ist delikat“, sagte Dr. Toni Aigner (Freie Wähler). Es sei „ein Juwel des Ortes“, für das eine gute Lösung gefunden werden müsse.
Für dieses Gebiet war zwar - in erster Linie für den nahen Kindergarten St. Joseph der katholischen Kirche - ein Bebauungsplan aufgestellt worden. Doch er ist nicht in Kraft getreten, so die Gemeindeverwaltung. Deshalb ist der geplante Neubau, wie er folgerte, nach der Umgebungsbebauung zu beurteilen. Er soll nach seinen Worten etwas höher ausfallen, als im Bebauungsplan vorgesehen war.
Für die erste Reihe am See sei die Planung eigentlich etwas zu groß, sagte Reiter. Das Gebäude daneben, also südlich, sei aber höher: „Das war quasi der Sündenfall.“ Danach müsse man sich nun richten.


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