Kommentar
3.7.2021
Von Wolfgang Szimon

Müll am See: Nicht nur reden - handeln!

Wer saubere Erde fordert, sollte vor der eigenen Haustür anfangen

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Tutzinger Anblicke © Wolfgang Szimon

Müll-Hinterlassenschaften bilden überall ein Problem, in vielen Gemeinden und Städten. Gerade an Seen, wie hier am Starnberger See, wo ich am Montag an zwei Sitzbänke einen halben gelben Sack zusammen gelesen habe.

Ob Urlauber oder die Münchner Schickeria - schmeißt euern verdammten Müll in die Mülleimer oder nehmt ihn mit nach Hause. Wie schwer ist das zu kapieren? Oder schmeißt ihr daheim auch alles unter den Tisch oder auf eure Terrasse, vielleicht auch in den Pool?

Ich gehe oft schnorcheln und sammle jedesmal sehr viel Müll, gerade Plastikmüll aus dem See. Auch Hinweisschilder, Flaschen, Gläser, Tüten, Hundekot-Tüten Eislöffel und Plastik-Eisbecher. Sehr rücksichtslos gegenüber der Umwelt und denen, die hier die Natur genießen wollen.

Auch der Jugend sei gesagt: Feiern ist okay, aber Kronkorken und Glasscherben auf der Wiese, auf dem Fußweg oder dem Radweg sind nicht zu akzeptieren. Auch nicht das Urinieren und noch größere Geschäfte in den Eingängen der Grundstücksanlieger, was ich selber schon mitbekommen habe. Nicht nur - wie vor zwei Jahren - freitags die Schule schwänzen, um für eine saubere Erde zu kämpfen und demonstrieren. Hättet ihr nicht gefehlt, hättet ihr vielleicht im Unterricht mitbekommen, wie man sich verhält. Fangt erst einmal vor eurer eigenen Haustür mit der Sauberkeit an.

Und an manche Hundehalter: Da werden Hunde frei laufen gelassen und ihre Hinterlassenschaften werden nicht entsorgt. Ob auf dem Fuß- und Radweg oder auch im Spielplatzbereich, wo Kleinkinder spielen und auch gerne schnell was in der Hand haben.

Das gibt ein Superbild für die, die das erste Mal Tutzing besuchen. Und für die Tutzinger selber, die es nicht verstehen und oft selber den Müll bei Gelegenheit in die Tonne werfen.

Nicht nur reden, auch mal handeln. Auch mal die Personen darauf ansprechen und es ihnen sachlich erklären. Das wäre schon mal ein Weg, um die Welt sauber zu halten.

Was denken Sie darüber als Tutzinger?

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Über den Autor

Wolfgang Szimon

Möchte was tun,und nicht nur wegschauen.

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Kommentare

Ich sehe den Punkt, Herr Dr. Goslich. Aber die Jugend wird von Herrn Szimon nicht nur als Naturverschmutzer angesprochen, ihr wird darüber hinaus noch eine Retourkutsche mitgegeben. Und auf die habe ich mit meinem Kommentar reagiert.

Wir lesen im von Ihnen erwähnten Absatz, dass die im Namen von FFF demonstrierenden Schüler, wenn sie stattdessen im Unterricht gesessen hätten, dort hätten "mitbekommen [können], wie man sich verhält". Im nächstem Satz stellt Herr Szimon den von mir kritisierten Zusammenhang zwischen Müll am See und dem unseren gesamten Planeten betreffenden Verschmutzungs- und Naturverdrängungsirrsinn her. Den ganz ohne Frage wir Alten zu verantworten haben, und eben nicht die jungen Leute. Mit seiner Aussage, "fangt erst einmal vor eurer eigenen Haustür mit der Sauberkeit an", fordert er die Jugend auf, sich vorbildlich zu verhalten, bevor ihr Kritik an den Erwachsenen gestattet ist. Zum einen stellt er damit die Verantwortungslogik der Pädagogik auf den Kopf. Zum anderen immunisiert er sich und seine Generation gegen Kritik: Denkt man Herrn Szimons Gedanken zu Ende, darf die Jugend von der Bundesregierung nicht Vertragstreue (zum Pariser Abkommen) einfordern, solange noch Müll am Starnberger See rumliegt. Und das ist als Gedanke dann doch zu schräg, um unwidersprochen zu bleiben. Zumal wir in den zurückliegenden Jahren hier ja lernen mussten, dass die Jugend selber sich auf dieser Plattform gar zu selten verteidigen mag.
Der Beitrag wendet sich an alle Altersklassen. Der Autor geht zwar auf bestimmte Gruppen wie die Jugend oder die Hundehalter ein, aber das sind klar erkennbar nur Beispiele für seine generelle Kritik, die sich an alle wendet, keineswegs nur an die Jugend. Die Formulierung "auch der Jugend sei gesagt'" verdeutlicht dies ausdrücklich und enthält implizit die Vorbildfunktion erwachsener Personen.
Bei ihrer Jugendschelte haben Sie etwas Wesentliches außer Acht gelassen, Herr Szimon. Junge Menschen lernen Benehmen nämlich durch Imitation. Sie ahmen nach, was die Großen, nämlich neben Ihnen und mir die demographische Mehrheit in diesem Land, ihnen tagtäglich vormachen. Weil nun wir Alten auf diesem Planeten eine ziemliche Sauerei hinterlassen, sehen manche der jungen Menschen, was irgendwie nachvollziehbar erscheint, wohl keine rechte Veranlassung, sich in Abgrenzung dazu vorbildlich aufzuführen. Ganz abgesehen davon, dass die Jugend ja nicht auf den Kopf gefallen ist und sehr wohl die (sich absehbar im kommenden Herbst fortsetzenden) schamlosen Ungerechtigkeiten registriert hat, die ihr seit Beginn der Pandemie von den Erwachsenen zugedacht wird.

Ohne den zivilen Ungehorsam von FFF wären wir mit Blick auf den Klimaschutz übrigens noch deutlich weiter hinter unseren 2015 in Paris der Weltgemeinschaft gemachten Zusagen. So stellt unser Hauptproblem nicht etwa die Bierflasche am Seeufer dar. Verzweifeln müsste man eher an weiten Teilen der zumeist betagten Wählerschaft, die vor den wissenschaftlich gesicherten Fakten die Augen verschließt und der das Wohl aller nachfolgenden Generationen weitgehend gleichgültig zu sein scheint. Man lebt, man konsumiert, fährt Auto und reist einfach weiter, als gäbe es all die weithin sichtbaren Folgen des Klimawandels nicht, die Brand- und Hitzekatastrophen, als würden Dürren keine Kriege auslösen und als hätte die ungebremst anschwellende Fluchtbewegung nichts mit unserem CO2-Ausstoß zu tun. – Das ist der Dreck, über den hier mehr geschrieben werden sollte. Unser Dreck.