Kirche
19.5.2026
Von Ferdinand Goslich

Beten an der Mariensäule

Jeden Mittwoch um 18 Uhr treffen sich Gläubige zum Rosenkranz

Mariens-ule3a.png
Bei strahlendem Wetter und zum richtigen Zeitpunkt hat die zum See blickende Marienfigur gleich einen doppelten Heiligenschein (Sonne und Sternenkranz). Mit einem Plakat macht die Initiative auf ihre Tätigkeit aufmerksam (s. unten).

Mancher Spaziergänger ist erstaunt, wenn er plötzlich im Freien das Lied „Maria breit den Mantel aus“ hört. Es ist der Gesang von Gläubigen oberhalb vom Tutzinger Dampfersteg und vom Biersteg. Zum Gebet treffen sie sich jeden Mittwoch um 18 Uhr an der Mariensäule - das ganze Jahr über, auch bei Regen, Gewitter oder Schnee. Ein Plakat an der Schauwand Schlossstraße lädt Interessierte dazu ein.

Die Zusammenkünfte begannen, als sich in der Corona-Zeit viele Menschen isoliert fühlten. Während des Lockdowns durften sich die Gläubigen nicht einmal in den Kirchen versammeln. Damals rief die Altöttinger Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“ dazu auf, sich im Freien zusammenfinden, um für ein Ende der Krise zu beten.

Seitdem werden diese öffentlichen Gebete in vielen Orten gepflegt: So findet man es auch auf der Website https://www.deutschland-betet-rosenkranz.de/ , auf der mittlerweile über 850 Orte in Deutschland ihre Gebetsgemeinschaft angemeldet haben. Auch in anderen europäischen Ländern, in den USA und bis zu den Philippinen beten sie immer weiter „für Einheit und Frieden“, so das Ziel der Initiative.

An den Mittwochsgebeten bei der Mariensäule nehmen bisher zwischen sieben und 15 Personen teil, berichtet Yvonne Gliwitzky, eine der regelmäßigen Teilnehmerinnen. Es sind Katholiken vom Ort oder aus Nachbarorten bis Starnberg, meist komme auch eine Ordensschwester aus dem Kloster dazu. Barbara Ostheim, die gemeinsam mit Yvonne Gliwitzky die Aktion gegründet hatte, hält es für „wichtig, dass es das kontinuierliche Beten gibt, dass der Glaube lebt“.

„Ich bin eine eifrige Rosenkranzbeterin geworden“, sagt Ostheim, „erinnert er doch an Jesus.“ Je nach dem Zeitraum im Kirchenjahr beten die Teilnehmer den Glorreichen, den Schmerzensreichen oder den Freudenreichen Rosenkranz. Dann tragen sie einige Anliegen vor und singen bekannte Marienlieder wie „Segne du, Maria“ oder „Maria Maienkönigin“. So dauern die Treffen etwa 30 Minuten.

Clemens Graf Gorcey, ein regelmäßiger Gebetsteilnehmer am See, freut sich über die wiederbelebte Tradition: „Diese Gebetsrunde ist mir sehr wichtig“. Maria könne verbinden und eine „Mutter für alle Völker“ sein. Der Rosenkranz, so Graf Gorcey, sei das zentrale Gebet zu Maria, aus dem in Lourdes und Fatima tausende Menschen Bestärkung und Zuversicht schöpfen. Wer mittwochs an der Mariensäule dazukommen mag, ist willkommen. Wer eine Rosenkranzkette besitzt, möge sie mitbringen.

400.jpg
Auch in der kühlen Jahreszeit kommen die Menschen gern zum andächtigen Beten an die Mariensäule.
Anzeige
Werbung_2_EDEKA_HEISS.gif
Mariens-ule2a.png
Jetzt im Frühling ist der Platz auf dem Seehofgrundstück ein willkommener Anziehungspunkt zum Beten.
Mariens-ule4a.png
Selbst wenn es regnet oder schneit, lassen es sich die Gläubigen nicht nehmen zum Treffpunkt zu kommen. © Alle Fotos: Barbara Ostheim
Mariens-ule-Plakat.png

In folgenden Orten der Umgebung finden ebenfalls regelmäßig Rosenkranzgebete statt:

Maising, an der Kirche St. Bartholomäus, Ortsstraße/Ecke Kirchenweg, mittwochs, 18 Uhr
Wolfratshausen, Rosenkranz an der Mariensäule vor der Pfarrkirche, mittwochs, 18 Uhr
Schäftlarn, Rosenkranz in St. Michael, Alte Kirche Ebenhausen/Schäftlarn, Schäftlarn, Zeller Str. 4, samstags, 17 Uhr
Weilheim in Oberbayern, Marienplatz, Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, montags, 8:30 Uhr

ID: 8792
Über den Autor

Ferdinand Goslich

Kommentar hinzufügen

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen.