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Von Kampberg fast bis Unterzeismering

Ein neuer Weg wird verlängert - doch übers Bahngleis kommt man nicht drüber

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Dieser Weg von Kampberger Seite aus soll in Richtung Unterzeismering verlängert werden

Zu Fuß von einem Ortsteil in den anderen zu gelangen, ist manchmal nicht leicht. Zwischen den beiden Tutzinger Ortsteilen Kampberg und Unterzeismering beispielsweise gibt es zwar eine Verbindung westlich der Bahngleise nach Garmisch, doch dabei handelt es sich eher um einen Trampelpfad. Früher sind dort auch oft Radler gefahren, aber inzwischen gilt der Weg eher als unwegsam. Er hätte vielleicht ausgebaut werden können, doch vor Jahren wurde der Neubau des Radwegs zwischen Kampberg und dem Kallerbach oben neben der Staatsstraße vorgezogen. Auf der anderen, der östlichen Seite der Bahngleise nach Garmisch aber soll es bald einen neuen Weg geben.

Von der Bahnschranke in Kampberg aus führt in der Nähe der Bahnstrecke bereits ein Weg in Richtung Tutzing, der allerdings bei ein paar Häusern endet. Er soll nun verlängert werden, allerdings nicht direkt an den Gleisen entlang, wie zunächst vorgesehen, denn dort ist es allzu steil und holprig. Deshalb soll der Weg etwas abseits von den Schienen durch den Wald verlaufen.

Der Weg wird komplett über Bernrieder Flur führen

Das betreffende Gelände gehört nicht mehr zu Tutzing, denn die Grenze zur Nachbargemeinde Bernried verläuft direkt neben den Bahngleisen. Der neue Weg wird deshalb komplett über Bernrieder Flur führen, aber über Privatgrund, der zum Gut Unterholz gehört. Dessen Eigentümer Dietrich von Boetticher hat schon zugestimmt, wie in beiden Gemeinden, Bernried und Tutzing, bestätigt wird.

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Der Weg beginnt in Kampberg direkt neben der Bahnschranke
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Er führt bis zu ein paar Häusern und endet bisher dort

Die Bahn hat den Übergang im vorigen Jahr geschlossen

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Abgesperrt: Der frühere unbeschrankte Bahnübergang bei Unterzeismering

Der neue Weg wird in Richtung Unterzeismering führen, das Dorf aber nicht ganz erreichen. Grund: Ein weiteres Bahngleis, nämlich das nach Kochel, versperrt die Fortführung. Früher gab es in diesem Bereich, kurz nachdem sich die Schienen nach Garmisch und Kochel gabeln, einen unbeschrankten Bahnübergang über dieses Gleis. Doch den hat die Bahn im Oktober vorigen Jahres geschlossen. Man kommt also nicht mehr über die Schienen drüber.

Der neue Weg wird also irgendwo in diesem Areal zwischen den Bahngleisen sein Ende haben. Er ist auch gar nicht für „normale“ Fußgänger gedacht, wie uns die Bürgermeister von Tutzing und Bernried erläutern, sondern vor allem für Landwirte, die dieses Gebiet bewirtschaften. Sie kamen, seit der unbeschrankte Bahnübergang geschlossen worden ist, nur noch mühsam zu ihren Flächen.

Wege von Unterzeismering und von Kampberg - aber keine Verbindung

Was mit dem Bahnübergang geschehen soll, war zuvor lange Diskussionsthema zwischen der Bahn und der Gemeinde Tutzing gewesen. Man hätte dort wohl eine Schranke bauen können, aber die Kosten dafür wurden mit 1 bis 1,5 Millionen Euro angegeben. Für einen solchen Weg war das den Verantwortlichen wohl zuviel. Man hat offenbar auch über die Möglichkeit gesprochen, den unbeschrankten Bahnübergang aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck hätte er aber sicherer gestaltet werden müssen - für 100 000 Euro oder mehr. Diese Kosten hätte wohl die Gemeinde Tutzing übernehmen müssen, wozu der Gemeinderat aber nicht bereit war.

Ergebnis: Von beiden Seiten, Unterzeismering und Kampberg, führen künftig Wege bis in die Nähe der Gleisgabelung - aber verbunden werden sie nicht. An einem bei Unterzeismering von der Diemendorfer Straße abzweigenden Forstweg ist die Welt dort, wo er auf die Schienen trifft, mit einem nicht sehr ansehnlichen Zaun versperrt. Und der geplante Weg, der von Kampberger Seite aus verlängert werden soll, wird auf der anderen Seite enden - irgendwo zwischen den Gleisen.

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Ein wenig zerknittert ist ein Blatt, das Fußgänger vom Überqueren der Bahngleise abhalten soll
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Fußspuren im Gras legen die Vermutung nahe, dass sich nicht alle an die Absperrung halten © L.G.
Quelle Titelbild: L.G.
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