Nach seiner Sitzung am Mittwoch empfiehlt der Jugendhilfeausschuss des Kreistags Starnberg dem Kreistag einstimmig die Einrichtung eines Jugendkreistags. Die Verwaltung soll zusammen mit den Jugendbeiräten im Landkreis sowie den Jugendreferenten an der weiteren Ausarbeitung arbeiten. Der Antrag entstand aus einer Zusammenarbeit der Jugendbeiräte Starnberg, Tutzing und Krailing.
Der Jugendkreistag ist ähnlich wie bereits bestehende Jugendbeiräte auf Gemeindeebene als ein überparteiliches Gremium gedacht. Er soll Jugendinteressen vertreten und zwischen Kreistag und Jugend vermitteln und somit auch insgesamt die politische Teilhabe der Jugend stärken. Der Jugendkreistag soll weiterhin die kreisweite Beteiligung junger Menschen in der Politik ermöglichen.
Dass bayernweit bei Kommunalwahlen erst ab 16 Jahren gewählt werden kann und es nicht in allen 14 Gemeinden des Landkreises Jugendgremien gibt, verstärkt die Notwendigkeit eines Jugendkreistags noch. Dabei müssen Jugendliche die Folgen heutiger Entscheidungen tragen. Weiterhin wurde auf Gemeindeebene schon deutlich, dass derartige Gremien eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Beteiligung junger Menschen ermöglichen. Eine frühe Partizipation kann ebenso einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung leisten.
Zusätzlich kann der Jugendkreistag die Vernetzung der Schulen im Landkreis und der bereits bestehenden Jugendbeiräte fördern. Valentin Zeitlberger vom Jugendbeirat Krailing meint: "Ich halte einen Jugendkreistag für die ortsübergreifende Jugendarbeit für sehr sinnvoll. Sie bietet noch größere Möglichkeiten und noch größeren Spielraum für größere Projekte oder Aktionen.“ Fiona Eckenberger vom Jugendbeirat Starnberg betont: „Meiner Meinung nach sollten alle Jugendlichen Ansprechpartner haben, die sich für ihre Ziele einsetzen."
Bereits im Februar hatten sich die Jugendbeiräte von Tutzing, Krailling und Starnberg zur Erarbeitung des Antrags und eines ersten Satzungsentwurfs getroffen. Bis zur Abstimmung im Jugendhilfeausschuss führten die Mitglieder Gespräche mit einigen Kreistagsfraktionen, Jugendorganisationen der Parteien sowie anderen Jugendkreistagen in Bayern. Auch Mitglieder des Dachverbands der Bayerischen Jugendvertretungen (DVBJ) konnten im Erarbeitungsprozess wichtige Erfahrungen beisteuern.
Neben den Jugendbeiräten von Tutzing, Starnberg und Krailling konnten zahlreiche weitere Unterstützer gewonnen werden: Kreisjugendring Starnberg(KJR), Dachverband der bayerisxchen Jugendvertretungen (DVB), Jugendbeirat Berg, Junge Liberale Starnberg-Landsberg, Linksjugend Starnberg, Grüne Jugend Starnberg, TSV Starnberg von 1880 e.V. und Kreisjugendfeuerwehr Starnberg.
Gemäß des vorläufigen Satzungsentwurfs im Antrag fordern die Jugendbeiräte ein Rede-, Antrags- und Informationsrecht für den Jugendkreistag im Kreistag und dessen Ausschüssen. Ein eigenes Budget ist für eine funktionierende Arbeit des Gremiums ebenfalls unerlässlich.
Die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises wurde beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Jugendreferenten und den Jugendbeiräten der Kommunen des Landkreises die weiteren Details auszuarbeiten und dann auch einen endgültigen Vorschlag für Satzung und Wahlsystem vorzulegen. Nachdem der Jugendhilfeausschuss die Einrichtung des Jugendkreistags empfohlen hat, soll ein entsprechender Antrag auch in den Kreistag eingebracht werden. Aktuell ist der Start des Jugendkreistags für Anfang 2027 angepeilt.
Bereits jetzt freuen sie die Initiatoren über den positiven Beschluss im Jugendhilfeausschuss. Joel Hafner vom Jugendbeirat Tutzing kommentiert den Beschluss so: „Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag bei den Kreisräten und weiteren Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses auf so positive Resonanz gestoßen ist. Jetzt hoffen wir auf eine zügige Umsetzung dieser wichtigen Beteiligungsmöglichkeit für junge Menschen im Landkreis.“
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