Jugend
12.1.2026
Von vorOrt.news

Jugendbeirat: Wahl am 30. Januar

Termin steht nach Unklarheiten fest - Mehr als 1200 Wahlberechtigte - Unterlagen werden dieser Tage verschickt

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Der Ideenreichtum sprudelt: Mitglieder des Jugendbeirats und neue Interessenten bei einer Jungbürgerversammlung © Jugendbeirat Tutzing

Bei der zurzeit anstehenden Neuwahl des Tutzinger Jugendbeirats haben bezüglich der Terminierung zunächst einige Unklarheiten geherrscht. Nun ist aber alles geklärt. Die Tutzinger Gemeindeverwaltung hat den Termin für die Jugendbeiratswahl auf den 30. Januar dieses Jahres festgelegt. Die Wahl findet als Briefwahl statt, die Wahlunterlagen sollen im Lauf dieser oder Anfang nächster Woche an alle mehr als 1200 Wahlberechtigten vom vollendeten 12. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr geschickt werden.

Der Antwortumschlag kann bis zum 30. Januar 2026, 10 Uhr, in den Briefkasten des Tutzinger Rathauses oder in eine der drei Wahlurnen in den Schulen eingeworfen werden. Die Wahlurnen stehen bis zum 30. Januar 2026, 10 Uhr, in der Mittelschule Tutzing (Kaserne Feldafing), der Benedictus-Realschule Tutzing und im Gymnasium Tutzing.

Ursprünglich war als Wahltermin der 16. Januar im Gespräch gewesen und auch bei einer Jungbürgerversammlung Mitte Dezember als möglicher Termin kommuniziert worden, wie wir zunächst berichtet hatten. Dieser Termin war aber, wie inzwischen zu erfahren war, mit der Gemeindeverwaltung noch nicht final abgestimmt worden. Nach nochmaliger Prüfung von Gemeindeverwaltung und Jugendbeirat ist der Termin 30. Januar nun einvernehmlich beschlossen worden. Berücksichtigt wurde dabei die Ferien- und Urlaubszeit mit Blick auf den Druck und den Versand der Wahlunterlagen. Außerdem soll auch den Wahlberechtigten ein ausreichender Zeitraum zum Ausfüllen der Wahlunterlagen zur Verfügung stehen. Die Kandidatinnen und Kandidaten sind der Gemeindeverwaltung nach ihren Angaben fristgerecht nach der Jungbürgerversammlung gemeldet worden.

Die Kandidaten für den Tutzinger Jugendbeirat

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© Jugendbeirat Tutzing / Weitere Informationen über die Kandidaten: https://www.jugendbeirat-tutzing.de/team
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„Es ist klasse, dass ihr der Jugend eine Stimme gebt"

Es ist bereits die dritte Wahl des Tutzinger Jugendbeirats. Die erste hatte 2022 stattgefunden, die zweite 2024. Von den Mitgliedern am Anfang sind einige wenige noch immer dabei, es hat aber einen recht kräftigen Wechsel gegeben. Neben fünf Mitgliedern des zweiten Jugendbeirats, die diesmal wieder kandidieren, zeigen auch mehrere Jüngere, die sich bisher bei diesem Thema noch nicht engagiert hatten, bei der neuen Wahl Interesse.

Das bezeichnete Paul Friedrich, einer der Hauptinitiatoren des Beirats, bei der Jungbürgerversammlung auf der Rathaustenne als „sehr erfreulich“. Auch der Grundgedanke, junge Menschen auf diese Weise für die Kommunalpolitik zu interessieren, scheint zu funktionieren: Vier ehemalige Mitglieder des Jugendbeirats kandidieren im März für den Tutzinger Gemeinderat – und zwar für verschiedene Parteien. Friedrich ist einer von ihnen, er tritt für die FDP an. Er sieht dies als Beleg für eine überparteiliche Aufstellung.

Claus Piesch, der Jugendbeauftragte des Tutzinger Gemeinderats, würde eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre für angebracht halten, doch dies werde in einigen Bundesländern verhindert, kritisierte er. Umso mehr lobte er bei der Jungbürgerversammlung den Jugendbeirat: „Es ist klasse, dass ihr der Jugend eine Stimme gebt.“

Er habe für den Jugendbeirat keinerlei Aufsichtsfunktion, betonte Piesch, der auch Vorsitzender des Starnberger Kreisjugendrings ist: „Ich bin nur zu eurer Unterstützung da.“ Auf keinen Fall wollen sich die Mitglieder des Jugendbeirats quasi als Konkurrenz zum kürzlich gegründeten Tutzinger Seniorenbeirat sehen. Im Gegenteil gibt es die Idee eines gemeinsamen Stammtischs mit diesem. Bei gleicher Interessenslage wollen sie „geballt auftreten“.

Breites Aufgabenspektrum

Es gibt Diskussionen darüber, wie repräsentativ der Jugendbeirat ist, wenn nur etwa 170 von – beim vorigen Mal - 1270 wahlberechtigten Personen abstimmen. Friedrich bezeichnete einen Anteil von 13 bis 14 Prozent der Wahlberechtigten wie vor zwei Jahren aber als „ganz ordentlich“, gemessen beispielsweise an drei Prozent der Wahlberechtigten, die es einmal bei einer Wahl des Jugendbeirats in Regensburg gegeben habe. Und bei der ersten Wahl des Tutzinger Jugendbeirats waren es rund zehn Prozent, es gab also schon eine Steigerung. Aus seinen eigenen Erfahrungen als Jugendbeirat sagte Friedrich: „Auch eine kleine, schlagkräftige Gruppe kann etwas bewirken.“

Eine Zusammenstellung bisheriger Aktivitäten des Jugendbeirats auf der Webseite https://www.jugendbeirat-tutzing.de/erfolge belegt jedenfalls ein breites Aufgabenspektrum, dem sich die Mitglieder verschrieben haben. Das betrifft nicht nur alle möglichen Ansätze, Ideen und Tätigkeiten in Tutzing. Auch überregional engagieren sich die Beiratsmitglieder. So haben sie einen Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen mit gegründet, dessen Vorstand die Tutzingerin Juliana von Brühl-Störlein angehört, sie haben den bayerischen Landtag und Tutzings südfranzösische Partnergemeinde Bagnères-de-Bigorre besucht. Gegenüber manchen Beschlüssen der Älteren zeigen sich die jungen Leute kritisch, so beim Umgang mit der Geschichte. Die vom Gemeinderat beschlossene Umbenennung der Elly-Ney-Straße geht beispielsweise auf einen Antrag des Jugendbeirats zurück.

Jugendzentrum, Bike-Park, Trinkwasserspender

Für die lokale Arbeit sprudelt der Ideenreichtum regelrecht, wie eine rege Diskussion bei der Jungbürgerversammlung gezeigt hat. Da spannte sich der Bogen von Plädoyer für ein Jugendzentrum über öffentliche Trinkwasserspender, einen Bike-Park und einen Skate-Park bis zu Mountainbike-Trails, wie sie im Würmtal angelegt worden sind.

Mehrere neue Anträge sind in einer Sitzung des Jugendbeirats bereits beschlossen worden. So soll der Verkehrsübergang an der Grund- und Mittelschule auf Wunsch des Jugendbeirats zügig neu gestaltet werden, und an allen Fenstern der Würmseehalle sollen Sonnen- und Blendschutzanlagen angebracht werden.

Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, lassen die jungen Leute keinen Zweifel daran, dass sie hartnäckig bleiben wollen, wenn ihnen etwas wichtig ist. Neu ist darüber hinaus ein Förderverein, über den ältere Mitglieder ihre Ideen und Erfahrungen, aber auch finanzielle Unterstützung einbringen können. Bisher kann der Jugendbeirat über ein jährliches Budget von 5000 Euro verfügen. Mit Hilfe des Fördervereins soll der Spielraum größer werden. Eine so genante Calesthenics-Anlage für den Kustermannpark wird bereits als Projekt angepeilt.

Was die Beiratsmitglieder mit dem Geld machten, sei ihre Sache, betonte Piesch: „Ob ihr etwas für die Gemeinschaft anschafft oder das Geld für eine Party ausgebt, entscheidet ihr allein.“ Er gab sich überzeugt: „Dabei bereichert sich niemand von euch.“ Als Erfolg betrachtet Tim Terbrack ein „Public Viewing“ bei der UEFA-Nations League im Roncalli-Haus. So eine Veranstaltung schwebt ihm auch bei der Fußall-Weltmeisterschaft in diesem Jahr vor. „Diesmal“, sagte er zuversichtlich, „kommen wir ja aus der Gruppe raus.“

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