In Tutzing gibt es viele Kinder. Das fällt überall auf - und es hat Folgen. Auf Dauer wird es mehr Betreuungsplätze geben müssen. Zurzeit reichen sie zwar aus. Doch zunehmender Bedarf ist absehbar. Das liegt unter anderem an der regen Bautätigkeit, so beispielsweise am Kallerbach, wo allein 70 neue Wohnungen entstehen. Neue Anforderungen gibt es auch wegen eines bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter, der ab 2025 in Kraft treten soll.
„Bei der nächsten Gemeinderatssitzung wissen wir vielleicht schon etwas mehr“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald im Hauptausschuss des Gemeinderats. Eventuell werde in der Gemeinde Tutzing ein weiterer Träger hinzu kommen, sagte sie.
Schulreferentin Verena von Jordan-Marstrander (Freie Wähler) betonte, dass Tutzing auf lange Sicht deutlich mehr Betreuungsplätze als bisher benötige. Die Gemeinde sei sehr attraktiv für Familien. Schon heute bekommt die Gemeinde, wie die Verwaltung bestätigte, viele Anrufe von Eltern, die nach Tutzing umziehen wollen und Krippen- oder Kindergartenplätze benötigen. Zurzeit können noch alle Kinder untergebracht werden, wie bekräftigt wurde. Für die Zeit nach den Sommerferien, ab September, sind die Kindergärten nach Angaben der Gemeinde aber bereits ausgelastet. Zurückstellungen und auch Folgen wegen Corona seien dabei schon berücksichtigt.
Bisher könnten immer wieder weitere Plätze gefunden werden, betonte die Gemeindeverwaltung. Tutzing sei in der Kinderbetreuung sehr gut aufgestellt. In elf solchen Einrichtungen werden insgesamt 613 Kinder betreut. Von ihnen sind 47 Kinder nicht aus Tutzing, während umgekehrt 41 Tutzinger Kinder Einrichtungen in anderen Gemeinden besuchen.
Tutzinger Kinderbetreuungs-Einrichtungen und ihre Auslastung
Künftig in Horten oder Ganztagsklassen?
In Hinblick auf den absehbaren Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wurde im Hauptausschuss von der Gemeindeverwaltung offen die Frage aufgeworfen, ob hierzu ein Hort benötigt wird oder ob dies über Ganztagsklassen geregelt wird. Zurzeit könnten in Tutzing nach Angaben der Gemeinde weitere 140 Kinder oder Grundschüler Hortplätze beanspruchen. „Das sind fiktive Zahlen“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Wieviele Eltern für ihre Kinder Hortplätze wünschten, wisse man nicht, und leere Plätze würden nicht gefördert. „Wir können nicht auf Vorrat Plätze freihalten“, betonte sie.
Für Eltern und ihre Kinder sei eine Entfernung bis 50 Kilometer von ihrem Wohnort zur Kindertagesstätte zumutbar, sagte Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU). Andechs und Feldafing hätten Plätze übrig, sagte Greinwald. In Andechs gebe es sogar einen ganzen freien Kindergarten, „den sich ein Träger nur nehmen könnte“. Eine Tagesstätte der Initiative zur Förderung und Pflege der Waldorfpädagogik im Andechser Ortsteil Machtlfing musste vor einem Jahr wegen umstrittener Fördergelder schließen.

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