Gesundheit
2.1.2022
Von vorOrt.news

Impfpflicht für Krankenhaus-Mitarbeiter

In Tutzing startet die Regelung bereits heute, zu Neujahr - früher als für Kliniken gesetzlich vorgeschrieben

Für alle Mitarbeiter des Tutzinger Benedictus-Krankenhauses gibt es mit sofortiger Wirkung eine Impfpflicht gegen Corona. Es handelt sich um eine Regelung für alle 17 Häuser der Artemed-Gruppe, zu denen auch Krankenhäuser in Feldafing und Dießen gehören. Die Impfpflicht ist mit Beginn des neuen Jahres in Kraft getreten. Einen entsprechenden Bericht des „Starnberger Merkur“ hat eine Sprecherin der Artemed-Gruppe, zu der das Tutzinger Krankenhaus gehört, heute auf Anfrage von vorOrt.news bestätigt.

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Von heute an gilt eine Impflicht für alle Mitarbeiter: Blick aufs Tutzinger Benedictus-Krankenhaus © L.G.

Impfquote beim Klinikpersonal 96 Prozent

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Arbeitserlaubnis nur für geimpfte Personen: Ein Gang im Tutzinger Krankenhaus © L.G.

Die Einführung der Impfpflicht für die Krankenhaus-Belegschaften bereits zum 1. Januar 2022 fällt auf, weil eine solche Pflicht nach dem von Bundestag und Bundesrat im Dezember beschlossenen „Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen Covid-19“ eigentlich erst ab 15. März 2022 gelten soll. Dann müssen Beschäftigte von Klinken, aber auch von Pflegeheimen, Arztpraxen und Rettungsdiensten gegenüber ihren Arbeitgebern nachweisen, dass sie Impfungen abgeschlossen haben, genesen sind oder nicht geimpft werden können. Vom 16. März 2022 an darf nach dem Gesetz niemand mehr ohne Vorlage eines entsprechenden Nachweises in einer dieser Einrichtungen tätig werden.

Die Artemed-Gruppe hat ihre Mitarbeiter nach dem Bericht des Starnberger Merkur schon seit Monaten zur Impfung zu veranlassen versucht. Schon im Juni sei auf Führungsebene entschieden worden, alle Mitarbeiter möglichst bis Ende Oktober 2021 zu Impfungen zu bewegen. Offensichtlich mit Erfolg: Nur 42 von insgesamt 977 Mitarbeitern in den Tutzinger, Feldafinger und Dießener Krankenhäusern seien ungeimpft, damit liege die Impfquote bei 96 Prozent.

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Fristlose Entlassungen für ungeimpfte Mitarbeiter nicht automatisch

Für den Monat Januar 2022 sind nach den Angaben der Gruppe nur geimpfte Personen in den Dienstplänen eingeteilt worden. Wer in der Klinik-Belegschaft noch nicht geimpft ist, soll nicht automatisch fristlos entlassen werden, wie erklärt wird. Die ungeimpften Mitarbeiter sollen nach dieser Darstellung zunächst freigestellt werden. Ihre Arbeitsverhältnisse würden erst einmal ohne Lohnzahlung fortgesetzt. Das sei allerdings nur eine vorübergehende Lösung. Wieder aufgenommen werden könne die Tätigkeit erst nach einer Impfung.

Das Arbeitsverhältnis kann auch ruhen und wieder aufgenommen werden - aber nur dann, wenn sich die betreffende Person für eine Impfung entscheidet. Eine Artemed-Sprecherin wird damit zitiert, dass sich nach Kenntnis der Unternehmensführung einige Mitarbeiter noch impfen lassen wollen. Manche warten nach diesen Angaben beispielsweise auf den Totimpfstoff von Novavax. Deshalb wird im Verlauf des Monats Januar eine weitere Erhöhung der Impfquote erwartet.

Als möglich bezeichnet werden aber auch vorzeitige Kündigungen unter Verzicht von Artemed auf Kündigungsfristen.

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