Gesundheit
19.6.2021
Von Theo Heithorn / vorOrt.news

Tutzinger Genüsse bei niedriger Inzidenz

Karl Lauterbach (SPD) kritisiert bei Tutzinger Tagung "historisches Versagen" reicher Länder

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Genuss am Abend: Die Tutzinger Eisdiele "Corallo" gestern

Niedrige Infektionszahlen machen Tutzinger Genüsse wieder mehr und mehr möglich. Bis in die Nächte hinein pulsiert das Leben wieder erkennbar, so gestern Abend an der Hauptstraße, beispielsweise bei der Eisdiele "Corallo" oder beim Restaurant "Mille Lire".

In Tutzing ist gestern seit längerer Zeit wieder erstmals eine Corona-Infektion gemeldet worden. Heute gibt es keinen neuen Fall. Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Starnberg ist heute nach einem leichten Anstieg auf 8,00 wieder auf 5,90 gesunken Im lokalen Umfeld liegen die Werte überall außer im Landkreis München unter 10.

Unterdessen zieht die Evangelische Akademie Tutzing am heutigen Samstag mit hochrangiger Besetzung eine „Zwischenbilanz in den Zeiten der Pandemie“. Titel: „Nach Corona?“ Zur eintägigen Online-Sommertagung ihres Politischen Clubs hat dessen Leiter, der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, namhafte Gäste gewonnen. Unter ihnen ist der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD). Deutschland sei besser durch die Krise gekommen als andere europäische Länder, sagte er nach Meldungen von "SZ" und "RP Online" unter Hinweis auf eine "Übersterblichkeit" von rund vier Prozent. Er erwarte in der Bundesrepublik etwa für Mitte September eine "Herdenimmunität". Dann würden rund 80 Prozent der erwachsenen Personen geimpft sein. Besorgt äußerte sich Lauterbach aber wegen der "Delta"-Variante des Virus, die gefährlicher sei als alle bisherigen Corona-Varianten und die sich auch hier zu Lande durchsetzen werde. Auch Kinder würden betroffen sein, befürchtete Lauterbach. Den wohlhabenden Staaten warf der SPD-Politiker "historisches Versagen" vor, weil sie nur für ihren eigenen Bedarf Impfkapazitäten aufgebaut hätten, nicht aber für ärmere Länder, deren Menschen dem Virus damit ungeschützt ausgesetzt seien.

Mit dabei sind bei der Online-Diskussion der Tutzinger Akademie auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die frühere Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU), Janosch Dahmen (Grüne), der Obmann des Parlamentarischen Begleitgremiums Covid-19-Pandemie und Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags, der in Tutzing lebende Politikwissenschaftler Edgar Grande, Regionalbischof Christian Kopp, Julian Nida-Rümelin, der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats und Erwin Rüddel, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag.

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14 Tage war die 7-Tage-Inzidenz in Tutzing bei Null - nun ist sie wieder gestiegen © Theo Heithorn
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