Gesundheit
15.4.2021
Von Theo Heithorn / vorOrt.news

Erster Tag mit 7-Tage-Inzidenz über 100

Im Landkreis Starnberg jetzt 114,10 - Tutzinger Wert nach wie vor niedriger

Nun hat die 7-Tage Inzidenz auch im Landkreis Starnberg die kritische Schwelle von 100 überschritten. Heute beträgt der gemeldete Wert 114,10, gestern waren es 95,10 gewesen. In Tutzing ist die 7-Tage-Inzidenz nach wie vor niedriger, etwa bei 50 (rote Linie), doch maßgeblich für die Regelungen ist der Landkreis-Wert. Wenn er drei Tage lang über 100 liegt, müssen sie am zweiten Folgetag verschärft werden.

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Alle Inzidenzen laut Robert Koch-Institut (Landkreis 7-Tage-Inzidenz) und Landratsamt Starnberg (Gemeinde Tutzing). © Theo Heithorn

Normaler Einzelhandel: Zurzeit Terminshopping ohne Test erlaubt - über 100 gibt's Testpflicht

Derzeit gelten also in Tutzing noch die Regelungen für eine Inzidenz unter 100. Das bedeutet für den Einzelhandel: Terminshopping ohne Coronavirustest ist möglich (Click und Meet). Wenn der Inzidenzwert drei Tage lang über 100 bleiben sollte, dann gelten die Regeln für eine Inzidenz zwischen 100 und 200: Im bayerischen Einzelhandel ist dann nur noch "Terminshopping" mit Coronavirustest erlaubt.

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Ausnahmen für Supermärkte & Co.: "Für Nahrungsmittelläden braucht es keinen Coronavirustest"

Aber es bleibt bei Ausnahmen, so für Supermärkte. "Für alle Läden, die inzidenzunabhängig geöffnet sind wie beispielsweise Nahrungsmittelläden und Drogerien, braucht es keinen Coronavirustest'", bestätigt das bayerische Gesundheitsministerium. Bei einer Inzidenz unter 100 ist Terminshopping ohne Coronavirustest möglich.

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Rund um den Landkreis Starnberg höhere Inzidenzwerte

In den Landkreisen rund um Starnberg ist die 7-Tage-Inzidenz höher. Die aktuellen Werte:

Landkreis Starnberg 114,10
Landkreis München 140,40
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 139,90
Landkreis Landsberg/Lech 153,80
Landkreis Weilheim-Schongau 152,80
Landkreis Fürstenfeldbruck 133,60

Auch im überregionalen Vergleich der Wert im Landkreis Starnberg noch immer relativ niedrig. Bundesweit wird die 7-Tage-Inzidenz derzeit mit 160,10 ausgewiesen, bayernweit mit 178,40. Der bisherige Höchstwert im Bund hatte 197,6 betragen, das war am 22. Dezember 2020. Die niedrigste 7-Tage-Inzidenz von 35,30 meldet das Robert-Koch-Institut heute für den Landkreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein, die höchste von 567,40 für die Stadt Hof im Nordosten von Bayern. Dort sind alle Schulen und Kitas geschlossen, und es gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab 20.30 Uhr.

Die geplanten Regeln, falls es zur Bundesnotbremse kommt:

Um die weiteren Maßnahmen wird heftig gerungen, nachdem eine vom Bundeskabinett beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes für viel Diskussionsstoff gesorgt hat. Wie genau eine so genannte "Bundesnotbremse" mit bundeseinheitlich verschärften Vorschriften aussehen könnte, ist noch stark umstritten. So gibt es rechtliche Bedenken und Widerstände zum Beispiel gegen vorgesehene nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Morgen, am Freitag ist die erste Lesung im Bundestag vorgesehen, die Entscheidung soll bis Mittwoch nächster Woche fallen. Wenn die 7-Tage-Inzidenz drei Tage lang über 100 liegt, soll die Notbremse am übernächsten Tag danach in Kraft treten. Außer Kraft gesetzt werden soll sie erst dann, wenn der Wert fünf Tage lang unter 100 liegt. Bisher galten auch hierfür drei Tage.

Bisher plant das Bundeskabinett Folgendes:

Nächtliche Ausgangsbeschränkung
Konkret vorgesehen ist bei Inzidenzwerten über 100 unter anderem eine mit Ausgangsbeschränkung von 21 bis 5 Uhr. Es soll aber Ausnahmen geben so Tierversorgung oder Berufsausübung. Öffentliche und private Treffen sollen auf Angehörige eines Haushalts plus eine weitere Person begrenzt werden.

Weiter große Unterschiede im Einzelhandel
Einzelhandelsgeschäfte müssen bei Inzidenz über 100 schließen - ausgenommen Supermärkte, Apotheken, Drogerien und Gartenmärkte. Gastronomiebetrieben soll die Öffnung bei Inzidenzwerten über 100 weiter versagt bleiben. Sie dürfen aber weiter Speisen liefern oder bei sich auf Bestellung abholen lassen.

Friseur-Besuche erlaubt
Weiter erlaubt bleiben Friseurbesuche. Eine Testpflicht gibt es derzeit noch nicht, die Diskussionen darüber halten an. Möglicherweise werden auch bei Inzidenzwerten über 100 bereits zweimal geimpfte Personen aber weiter ohne Test zum Friseur gehen können. Momentan ist ein Friseurbesuch mit Terminvereinbarung noch ganz normal möglich - die nächsten Tage werden zeigen, wie es weitergeht. Untersagt werden sollen bei 7-Tage-Inzidenz über 100 körpernahe Dienstleistungen. Auch da aber gibt es Ausnahmen, so für medizinische, therapeutische, pflegerischen oder seelsorgerische Tätigkeiten. Diejenigen Geschäfte unter 800 Quadratmeter Fläche, die geöffnet bleiben können, müssen eine Begrenzung von höchstens einem Kunden je 20 Quadratmeter Fläche beachten. Bei größeren Geschäften gilt ein Kunde je 40 Quadratmeter. In geschlossen Räumen in Geschäften gilt Maskenpflicht.

Sport nur begrenzt, Ausnahmen für Leistungssportler
Sport darf nur allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts betreiben werden. Für Leistungssportler soll es auch künftig Ausnahmen geben, Zuschauer sollen verboten bleiben.

Schulen: Präsenzunterricht mit Test
Bei Schülern mit Präsenzunterricht soll es bei Inzidenzen über 100 zweimal wöchentlich Testpflicht geben. Untersagt wird der Präsenzunterricht bei 7-Tage-Inzidenzen über 200, außer bei Abschlussklassen und Förderschulen.

Kitas: Notbetreuung auch bei Notbremse
Die Notbremse soll auch für Kinderbetreuungseinrichtungen gelten, doch für sie können die Bundesländer eine Notbetreuung erlauben.

Testangebote für Mitarbeiter von Unternehmen
Unternehmen sollen ihren Mitarbeitern künftig Corona-Tests anbieten müssen.

Weniger Passagiere In Bus und Bahn
Im öffentlichen Personennahverkehr sollen möglichst nur die Hälfte der normalerweise zugelassenen Fahrgäste mitfahren dürfen, zudem gilt Maskenpflicht.

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Theo Heithorn / vorOrt.news

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