Gesundheit
4.10.2021
Von vorOrt.news

Wie von Geisterhand geführt

Ein neuer Roboter im Tutzinger Krankenhaus kommt von der EU - Weitere Einsatzmöglichkeiten geplant

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Der Dritte im Bunde ist hier ein Roboter: Prof. David Pfander und Stationsleiterin Jana Weiß sind mit dem "Neuen" recht zufrieden © L.G.

Er fährt ganz autonom, wie es nun mehr und mehr in Mode kommt: Ein neuer Desinfektionsroboter ist im Tutzinger Benedictus-Krankenhaus angekommen. Wie von Geisterhand geführt, bewegt er sich in der Station 2A für Orthopädie und Unfallchirurgie, in der er zurzeit eingesetzt ist, durch die Gänge und in die Patientenzimmer hinein, um sie mit Hilfe ultravioletter Strahlen von Viren und Bakterien zu befreien - eine wichtige Aufgabe nicht nur im Kampf gegen Corona.

„Da kann man dann wirklich vom Boden essen“, kommentiert Chefarzt Prof. David Pfander - was man im Krankenhaus allerdings auch sonst könnte, fügt er hinzu, weil die Flächen desinfiziert würden. Aber selbst wenn die Zimmer nach standardisierten Hygieneplänen „grundgereinigt“ sind, schafft so ein Desinfektionsroboter immer noch mehr.

Elektronisch sind ihm ganz bestimmte Wege vorgegeben. Zu diesem Zweck haben Mitarbeiter der Firma, die ihn nach Tutzing geliefert hat, exakt die Zimmer vermessen und die Daten in Karten eingegeben, die der Roboter lesen kann.

So behalten Stationsleiterin Jana Weiß und ihre 15 Teammitglieder die Kontrolle, so selbstständig der Roboter auch wirkt. Für alle Fälle gibt es einen Notstopp, den sie betätigen können, und bei einer Störung hört er, wie seine Konstrukteure versichern, ohnehin von selbst mit seiner Arbeit auf.

Die ultravioletten Strahlen gelangen bis in die entlegensten Ecken

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So selbstständig der Roboter auch ist - Jana Weiß und ihre Teammitglieder behalten die Kontrolle © L.G.

Jana Weiß und die anderen auf der Station kommen mit dem "Neuen" in ihrer Belegschaft offenbar recht gut zurecht. Aber sie schauen genau hin, was er macht. Eine detaillierte Schulung hat dabei geholfen.

Der Roboter kann zum Beispiel nicht einfach von sich aus in ein Zimmer eindringen - da muss ihm schon zunächst jemand die Tür aufmachen. Wenn er dann im Raum ist, kann er auch nicht so einfach tun, was er will, obwohl die Menschen sicherheitshalber draußen bleiben, wenn er innen seiner Arbeit nachgeht. Er muss sich nach den Vorgaben richten und darf nur ganz bestimmte Stellen aufsuchen, so wie es die auf den Karten markierten Strecken vorsehen.

Von diesen Punkten aus kann er mit seinen ultravioletten Strahlen dennoch alle Bereiche des jeweiligen Zimmers erreichen. Die Wände reflektieren nämlich die Strahlen, so dass sie auch in die entlegensten Ecken gelangen können.

Die in Tutzing ansässige Artemed-Gruppe, zu der das Benedictus-Krankenhaus gehört, hatte sich erfolgreich bei der EU-Kommission beworben, bei der es ein Programm mit solchen Geräten gibt. 200 Roboter hat die EU auf diese Weise bereits an Kliniken in ihren Mitgliedsstaaten verteilt. Kürzlich hat die Kommission bekanntgegeben, dass demnächst weitere 100 Roboter dazu kommen sollen.

Im Tutzinger Krankenhaus gibt es unterdessen bereits Ideen für weitere Verwendungen des Roboters. So denken die Verantwortlichen bereits an seinen Einsatz im OP.

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