Geschichte
11.2.2026
Von Gemeinde Tutzing

Die Tutzinger Jahre vor 1933

„Der Garten – Peter Meyer, Komponist und Fotograf“ - Eine Ausstellung von Regine Petersen im Ortsmuseum

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Eine neue Sonderausstellung im Tutzinger Ortsmuseum ist dem Komponisten und Fotografen Max-Peter Meyer gewidmet, der in Tutzing gelebt hat. Kuratorin 3. März, sie läuft bis zum 31. August dieses Jahres.

Der Name Max-Peter Meyer (1892–1950) ist heute wohl nur wenigen in Tutzing bekannt. Schon als Elfjähriger erhält Meyer von seinen Eltern eine Kamera und beginnt 1903, sein erstes Fototagebuch zu führen. Der aus einer jüdischen Familie in München stammende Komponist und Musikpädagoge, der später zum katholischen Glauben übertrat, lebte mit seiner Frau Ellen ab 1925 im Gartenhaus Lettner am damaligen Thomaplatz 28. Das Haus mit Garten wird im Tutzing der 1920er Jahre zum lebendigen Treffpunkt für Familie und Freunde. Meyer dokumentiert diese Zeit beim Wandern, auf dem Starnberger See beim Schwimmen und Segeln, beim Musizieren oder beim Weißwurstfrühstück unter blühenden Apfelbäumen.

Ein Leben zwischen Glück und Verfolgung

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Die Fotos der Ausstellung eröffnen einen Blick auf die Zeit, die rückblickend zu der unbeschwertesten von Max-Peter Meyer zählt

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ändert sich Meyers Leben grundlegend. Während der Novemberpogrome 1938 wird er an seinem Wohnsitz in Oberammergau von SA-Männern überfallen und durch das Dorf getrieben. Der Mob übergibt ihn der Gestapo, die ihn im KZ Dachau interniert.

Mit Hilfe der Abtei Ettal gelingt ihm die Emigration nach England, wo er sein Musikstudium fortsetzt. Doch schon 1940 wird sein Leben erneut erschüttert: Als "enemy alien" deportiert ihn die britische Regierung mit rund 2000 weiteren, überwiegend jüdischen Flüchtlingen nach Australien. Im Internierungslager Tatura entstehen weitere Kompositionen, unter anderem das Tanzspiel "Der Garten", das der Ausstellung ihren Titel gibt.

Nach dem Krieg kehrt Meyer nach Tutzing zurück. Er baut Musikprojekte an Münchener Schulen auf und arbeitet an neuen Kompositionen. Die Phase des Neubeginns währt kurz: Im November 1950 stirbt Meyer im Alter von 58 Jahren.

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Fotografische Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten

Die Fotoausstellung legt den Fokus auf die 1920er Jahre. Die Aufnahmen eröffnen einen Blick auf die Zeit, die rückblickend zu der unbeschwertesten seines Lebens zählt. Ziel ist es, etwas vom Leben, Wirken und Vermächtnis dieser außergewöhnlichen, weitgehend vergessenen Persönlichkeit sichtbar zu machen – und mit Meyers feinem fotografischen Blick den entmenschlichenden Zeugnissen der NS-Zeit etwas entgegenzusetzen

Zur Kuratorin

Regine Petersen (geb. 1976) ist Künstlerin und Dozentin. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Fotografie, Recherche und Text und thematisiert historische Ereignisse im Spannungsfeld von etablierter und vernachlässigter Erzählung. Sie stellt ihre Arbeiten international aus und wurde vielfach ausgezeichnet. "Der Garten" ist ihre erste kuratorische Arbeit.

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Sommer in Tutzing 1930 © Flyer zur Ausstellung

Flyer zur Ausstellung

  Der-Garten.pdf herunterladen

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Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.
Ausstellungsort: Ortsmuseum Tutzing
Laufzeit: 3. März bis 31. August 2026
Öffnungszeiten:
Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr
Führungen: Für Gruppen und Schulklassen auf Anfrage

Gemeinde Tutzing
Ortsmuseum
Graf-Vieregg-Straße 14
82327 Tutzing
08158 / 25 02-220
ortsmuseum@tutzing.de

ID: 8498
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