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„Wir glauben an den Standort Tutzing“

In schwieriger Zeit hat Intersport Thallmair einen weitreichenden Umbau bewältigt

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Passende Accessoires in den Umkleidekabinen stimmen die Kunden beim Anprobieren gleich ein © L.G.

Historische Skier hängen an der Wand einer Umkleidekabine, eine andere strahlt maritime Atmosphäre aus, eine weitere regt mit Illustrationen zu Fitness an. Voller Ideen steckt das Tutzinger Geschäft Intersport Thallmair nach einem, kompletten Umbau. Das Sortiment bleibt weitgehend, wie es war. Schwerpunkte bilden Fitness, Training, Outdoor, Wassersport, Bademode und Wintersport. Aber in dem rund 300 Quadratmeter großen Laden ist ansonsten praktisch alles neu: Böden, Einrichtung, LED-Lampen. Teile des wenig entfernten ehemaligen Edeka-Marktes, der derzeit leer steht, hatte Thallmair vorübergehend als Lager genutzt, aber das ist nun vorbei.

Seit Montag erlauben die Corona-Regeln auch wieder die Öffnung. „Wir freuen uns, für unsere Kunden wieder persönlich da sein zu können“, sagen Inhaber Thomas Thallmair und seine Frau Doris. Die Auffrischung 13 Jahre nach einem Neubau hängt mit einer Erneuerung des Geschäftskonzepts in der gesamten Intersport-Gruppe zusammen. „Das Erscheinungsbild ist moderner und jünger“, sagt Thallmair. Das war mit erheblichen Investitionen verbunden - in dieser Zeit der Corona-Pandemie und kräftiger Einbußen auch für den Tutzinger Unternehmer ein gewaltiger Kraftakt und zweifellos auch ein Wagnis.

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Bei Doris und Thomas Thallmair gibt es das umfassendste Sportartikel-Angebot in Tutzing und seinem Umfeld © L.G.
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Schwierige Rahmenbedingungen für die Geschäftsentwicklung

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Eine runde Sache: Blick auf das Kassenabteil © L.G.

Von der weiteren Entwicklung unter Corona-Bedingungen bis zur bevorstehenden Sanierung des Ortszentrums sind die Rahmenbedingungen für die Geschäftsentwicklung in nächster Zeit nicht ohne Risiken. Und die Probleme dauern an. Die bestellte Winterware wurde geliefert, sie musste in sechsstelliger Euro-Höhe bezahlt werden - aber verkauft werden konnte von ihr in der zweiten Phase der erzwungenen Schließung seit dem 16. Dezember nur sehr wenig; in der ersten Phase war das Geschäft sieben Wochen geschlossen.

Nun wird die Sommerware geliefert. „Die bezahlen wir in der Regel mit den Umsätzen der Monate Januar und Februar“, sagt Thallmair. Doch diese Umsätze sind größtenteils weggefallen. Die Rechnungen für die Ware müssen trotzdem beglichen werden.

Derzeit kann Thallmair sein Geschäft öffnen - aber wie es weitergeht, weiß er nicht. Wie viele andere wird er gebannt auf die jeweils aktuellen Inzidenzzahlen warten, von denen abhängt, ob und unter welchen Bedingungen er seinen Laden aufsperren darf. Die Unsicherheit führt auch zu Schwierigkeiten bei der Personalplanung, denn wie viele seiner insgesamt zehn Mitarbeiter Thallmair am nächsten Tag benötigt, das muss er wahrscheinlich je nach Inzidenzwert schnell neu entscheiden.

5000 Namen in der Kundenkartei

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Einer der Tutzinger Treffpunkte: Bei Thallmair lässt's sich auch gut ratschen

Warum hat das Unternehmer-Ehepaar trotz all dieser Belastungen und der unsicheren Aussichten in Hinblick auf die künftigen Geschäfte den teuren Umbau angepackt? Auf diese Frage hat Thomas Thallmair eine klare Antwort: „Weil wir nach wie vor an den Standort Tutzing glauben.“

Vom Staat fühlt er sich zwar in dieser schwierigen Zeit nicht unterstützt - ganz im Gegenteil: Geld, das er im Rahmen der Soforthilfe zunächst erhalten hatte, musste er wieder zurückzahlen. Mit seinem Team hatte er trotz aller Probleme fleißig gearbeitet, viel geschafft - dabei aber offenbar nach Auffassung der zuständigen Beamten zu viel eingenommen, um auch noch Staatshilfe beanspruchen zu können. Angesichts der Milliardensubventionen für etliche Wirtschaftsgiganten lösen solche Entscheidungen unter „kleinen“ Geschäftsleuten kritische Diskussionen aus.

Aber was Thomas Thallmair viel wichtiger ist: Er kann auf gute, treue Kunden vertrauen. Etwa 5000 Namen stehen in seiner Kundenkartei. Und er weiß genau, dass es beim Besuch solcher Geschäfte wie seinem nicht nur um den Einkauf geht, sondern auch um die Kommunikation, die Gesellschaft, die Kontakte – und besonders das „Ratschen“. Sofern es die Corona-Regeln erlauben.

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Kommentare

Hoffentlich läufts es demnächst besser für euch! Eure eigens designten Tutzing Shirts und Sweatshirts sind sehr, sehr schön, ich kenne jemand, der es nicht mehr auszieht :-)!
Sieht Klasse aus, Ihr Beiden! Sortiment und Beratung wie immer Spitze (gleich montags wieder erfahren). Erste Adresse vor Ort und im Umkreis. Wird Tutzing auch künftig zu schätzen wissen...