Von vorOrt.news

Gerüchte um Edeka

Das Einzelhandelsunternehmen will sein Geschäft im Tutzinger Ortszentrum angeblich Ende Mai schließen

Bettina Müller ist „aus allen Wolken gefallen“. Am vergangenen Samstag überbrachten ihr Kunden eine Nachricht, die sie kaum glauben konnte: Das Unternehmen Edeka plane sein Geschäft im Tutzinger Ortszentrum zu schließen - und zwar schon bald. Bettina Müller ist die Vermieterin dieses Geschäfts. Ihrer Familie gehört das Gebäude in der Hauptstraße und das bekannte Fachgeschäft Anton Müller KG für Heimwerker-Bedarf und Haushaltswaren daneben, der „Kohlen-Müller“. Aber von einer bevorstehenden Schließung des Edeka-Marktes hatte sie bis dahin noch nichts gehört.

Doch am Montag konkretisierte sich das Gerücht durch weitere Informationen. Sogar ein Schließungstermin wurde genannt: Ende Mai. Von Edeka selbst habe sie davon nichts erfahren, sagte Bettina Müller gegenüber vorOrt.news. Sie habe bei dem Unternehmen auch bisher niemand erreicht.

vorOrt.news hat am Montag bei Edeka Südbayern um eine Auskunft hierzu gebeten, bisher jedoch keine Antwort erhalten. Auf Nachfrage am Dienstagabend teilte uns Christian Strauß von der Unternehmenskommunikation bei Edeka-Südbayern mit, zurzeit gebe es wegen Corona sehr viele Anfragen, und die würden nach und nach bearbeitet.

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Bei Edeka gibt es nun auch Gerüchte © L.G.
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Spekulationen um den langfristigen Bestand des Marktes im Tutzinger Ortszentrum gibt es seit der Eröffnung des Supermarkts an der Lindemannstraße durch die Tengelmann-Gruppe im Jahr 2011. Damit kam zu den beiden seit vielen Jahren bestehenden Tengelmann-Märkten an der nördlichen Hauptstraße und im Ortszentrum ein dritter hinzu. Dass Tengelmann in Tutzing auf Dauer drei Märkte betreiben würde, wollten viele nicht glauben. Mit dem Erwerb von Kaiser’s Tengelmann übernahm Edeka Anfang 2017 sozusagen auch diese Tutzinger Diskussion. Doch noch Anfang dieses Jahres versicherte Edeka-Sprecher Strauß auf eine entsprechende Nachfrage von vorOrt.news, für eine Schließung gebe es keine Anzeichen. Vielmehr seien mehrere Märkte in einem Ort bei Edeka keine Seltenheit. Edeka für Wochen geschlossen Da es jetzt mit der Schließung offenbar recht schnell gehen soll, wirkt diese Aussage vom Anfang dieses Jahres im nachhinein umso überraschender.

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Kommentare

Sehr geehrter Herr Pfitzner,
danke für Ihren Kommentar vom 01.05.-Die Sachlage ist in der Tat kompliziert, aber die Diskussion darüber wohl schon lange fällig. Ja, seinerzeit hat noch Tengelmann den Erhalt des kleinen Geschäfts in der Ortsmitte versprochen. Warum hat die Gemeinde diese Zusage nicht erneut hinterfragt, nachdem aus Tengelmann damals Edeka wurde, es waren und sind im Gemeinderat doch erfahrene Fachleute aus den Bereichen Wirtschaft und Jura vertreten. Vielleicht hätte man sich mit den Immobilien-Eigentümern und Edeka-Süd arrangieren können, z.B. über eine eventuelle Stundung der Gewerbe-Steuer für die Dauer der Sanierung der Hauptstrasse in diesem Bereich, aber ich bin Laie und diese Frage ist wahrscheinlich zu naiv. Aber vorOrtnews hat bereits bei Edeka nachgefragt, wie im obenstehenden Bericht von Herrn Goslich erwähnt. Die Spekulationen kursieren angeblich bereits seit 2011, dann erneut 2017 nach der Übernahme durch Edeka. Ich richte deshalb meine Bitte an das gesamte Ratsgremium, dieses Thema unbedingt auf die Tagesordnung für die Sitzung am kommenden Dienstag, 05. Mai, zu setzen. Vor unserem Rathaus blühen Rosen - doch kein Anzeichen für einen Dornröschen-Schlaf ? Nichts für ungut, aber es ist DRINGEND
Sehr geehrte Frau Lechner,

die "lakonische Bemerkung" rührt daher, dass ich nie ein Fan vom "Lindemann-Areal" war, gerade in der nun realisierten Größe, weil es zu befürchten war, dass darunter die Geschäfte im Ortszentrum zu leiden haben. Nun bewahrheitet es sich auch, dass die (zeitlich beschränkte) Verpflichtung von Tengelmann, den Markt in der Ortsmitte zu halten keinen dauerhaften Erhalt garantiert. Gerne unterstütze ich eine Petition für einen Erhalt eines Lebensmittelladens in der Hauptstraße. Allerdings an wen soll sich die wenden? An Edeka? Die Gemeinde kann sich bei der Suche nach einem neuen Betreiber einschalten. Wenn sich allerdings niemand sonst findet, der ihn betreiben möchte, weil die Konkurrenz am Ortsrand zu groß ist, dann wird es schwierig. In anderen Orten gibt es sogenannte Dorfläden, die mit viel ehrenamtlichen Engagement die Lebensmittelversorgung im Ort Aufrecht erhalten. Ob sowas tragfähig ist, ist die Frage. Wir brauchen auf alle Fälle einen "Runden Tisch" an dem Rathaus, Bürgermeisterin, Gemeinderat, ATG und Vermieter des Ladens beteiligt sind. Am Dienstag ist die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates. Spätestens in der Juni-Sitzung sollte sich das Gremium damit befassen. Ich werde einen entsprechenden Antrag stellen. Eins sollte uns allerdings allen klar sein: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein neuer Laden hier eröffnet, bevor die die Sanierung der Hauptstraße in diesem Bereich abgeschlossen ist. Wie weit die Entscheidung von EDEKA schon gediehen ist, oder man zumindest erreichen kann, dass der Markt noch bis Beginn der Bauarbeiten in der Ortsmitte geöffnet bleiben kann, weiß ich leider nicht. Aber ich werde mich erkundigen.
Sehr geehrter Herr Pfitzner,
wie Sie in Ihrem Beitrag feststellen, "nimmt die befürchtete Entwicklung seit Eröffnung des Lindemann-Areals ihren Lauf". Die lakonische Bemerkung, hier sind jetzt alle gefordert, wird nicht ausreichen. was konkret wird jetzt seitens der Gemeinde getan ??? wäre eine Petition sinnvoll (ich wäre dabei) und wird sie von Ihnen und Ihren Kollegen unterstützt ?
Das ist in der Tat eine Hiobsbotschaft. Aber nachdem Edeka in dem Geschäft in der Ortsmitte schon vor einiger Zeit das Sortiment reduziert hat, keine Wurst- und Käse-Theke mehr, hätte man von Seiten der Gemeinde die seinerzeit getroffene Vereinbarung, das Geschäft Ortsmitte bleibt, hinterfragen müssen. Das Rats-Gremium hat dem Thema Haupt-Strasse/Durchgangsverkehr den Vorzug gegeben, die Gestaltung einer attraktiven Ortsmitte gewinnt jedoch an Bedeutung, nachdem durch die Planung der Seen-Schiff-Fahrt, Tutzing als Umsteige- und Knotenpunkt der See- Süd-Route zu etablieren, mit der Zunahme von Tagestouristen gerechnet werden kann, eine günstige Situation für ortsansässige Gastronomie und Einzelhandel. Aber auch von uns gibt es noch einige, die ohne Auto unterwegs sind, ohne Hektik und Parkplatz-Suche, aber mit Freude und Genuss, mit Zeit und Muße, da ein Kaffeetscherl zu trinken, dort Bekannten zuzuwinken. Ich fürchte nur, das ist nicht mehr "in", denn Zeit ist Geld - irgendwann wird dann unsereins mit einem Verfallsdatum gescannt sein, denn einige der frühen Science-Fiction-Filme sind teilweise heute schon (nicht bei uns) real.
Die Schließung des EDEKA wäre für die Menschen in der Ortsmitte, die dort fußläufig da einkaufen gehen, aber auch für alle Gewerbetreibenden im Ort die nächste Hiobsbotschaft noch vor der Sanierung der Hauptstraße und mitten in der Corona-Krise. Ohne Lebensmittel-Einzelhandel wird die Attraktivität der Ortsmitte zum Einkaufen weiter abnehmen. Da nützt auch der Erhalt von ein paar Parkplätzen nichts. Die befürchtete Entwicklung seit Eröffnung des "Lindemann-Areals" nimmt seinen Lauf. Hier sind jetzt alle gefordert (Rathaus, Gemeinderat, ATG etc.) sich a) weiter an Konzepten für eine attraktive Ortsmitte zu arbeiten und b) die Lebensmittelversorgung der vielen Menschen in der Ortmitte sicherzustellen, die nicht mit dem Auto fahren können bzw. wollen.
Ich vermute mal schwer, lieber Herr Wagner, dass die Traubinger und Feldafinger gut zu rechnen wissen und deshalb die Wegstrecken prüfen, bevor sie ins Auto steigen. Und es ist nun mal so, dass in jedem denkbaren Fall die Wegstrecke zum Edeka nach Pöcking kürzer ist als die zum südlichen Edeka in Tutzing. Ganz abgesehen davon, dass es in Feldafing einen REWE-Markt gibt.
Sehr guter Vorschlag, dann fahren eben die Traubinger und Feldafinger zukünftig vermehrt durch ganz Tutzing zum Edeka Süd.
Für die Ortsentwicklung wäre es doch eigentlich sinnvoller, den Edeka am nördlichen Ortsende zu schließen. Einkaufsläden in Ortsrandlage verstärken den Innerorts-PKW-Verkehr mit all den bekannten Nachteilen in Hinblick auf den CO2-Ausstoß und die Umweltbelastung.