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Vorreiter für Kurzzeitgeschäfte

Zwei Tutzinger Unternehmerinnen erregen mit "Pop-up"-Läden Aufsehen

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Ganz in ihrem Element sind Christina von Bülow (re.) und Britta Wolfsteiner, wenn sie Kinderschuhe verkaufen © L.G.

Sie waren wieder da: Für ein paar Tage gab es noch einmal Kinderschuhe in der Garatshausener "Galerie Starnberger See". Mit deren Verkauf nur für ein paar Tage hatten die beiden Tutzingerinnen Christina von Bülow und Britta Wolfsteiner im März unter dem Namen „Myminishoe“ begonnen. Anschließend waren sie mit dieser Geschäftsidee - immer nur vorübergehend - in allen möglichen anderen Orten: Markt Schwaben, Murnau, Freising, Ottobrunn, Wolfratshausen, Ende voriger Woche für zwei Tage in Schongau.

Ganz unterschiedliche Lokalitäten haben sie für den Verkauf ihrer Kinderschuhe genutzt: mal eine Galerie wie in Garatshausen, mal ein Kulturzentrum wie in Murnau, mal ein evangelisches Gemeindehaus wie in Schongau. Auch leer stehende Geschäfte kommen auf solche Weise immer wieder mal zu neuen Ehren „Pop-up“ wird dieser international um sich greifende Trend in Fachkreisen genannt. Pop-up-Stores sind Kurzzeitgeschäfte. Da nutzen Anbieter für spontane Verkäufe leer stehende Geschäfte und Galerien, aber auch Einkaufszentren und andere Einrichtungen.

Die beiden Unternehmerinnen haben mit dieser Idee sichtlich für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile haben sie sich viele Kenntnisse über Kinderfüße und -schuhe angeeignet, und die Eltern sind meist froh, wenn sie in dieser Hinsicht gut beraten werden. Die Kinderschuhe beziehen die beiden Partnerinnen aus Italien, Frankreich und Spanien. An den verschiedenen Standorten haben sie viele Erfahrungen gesammelt und quasi auf ihre spezielle Art Marktforschung betrieben.

Die Kurzzeitgeschäfte entfachen viel Neugierde

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Bilder und Kinderschuhe: Das scheint recht gut zusammenzupassen © Myminishoe

„Wir lernen jeden Tag dazu“, sagt Britta Wolfsteiner. In Murnau zum Beispiel waren eher sportliche Schuhe, besonders Kletterschuhe gefragt, in Freising waren die Wünsche der Kunden auffallend konservativ. Bei den Mädchen stehen ansonsten vor allem Glitzerschuhe hoch im Kurs.

Das Interesse in Garatshausen war auch diesmal wieder beträchtlich. Deshalb planen die Partnerinnen für Herbst dieses Jahres die nächste Verkaufsaktion dieser Art, auch wieder in Garatshausen. Die Neugierde scheint groß zu sein. „Wir werden schon mal ausgefragt“, erzählt Britta Wolfsteiner, „und auch ausspioniert.“ Vertreter des Einzelhandels hat sie gesehen, die sich interessiert umgeschaut haben.

Einige Besucher haben schon Interesse gezeigt, es einmal selbst zu versuchen, so beispielsweise mit Kindermode oder Accessoirs wie Schals oder Taschen für Damen. Die notwendigen Investitionen und die Einnahmen seien in solchen Fällen einigermaßen gut kalkulierbar, sagt Britta Wolfsteiner, so dass die Risiken in Grenzen blieben.

Reisegewerbeschein macht's möglich

Ein Reisegewerbeschein erlaubt es den beiden Tutzingerinnen, in jeder Gemeinde Geschäfte zu nutzen. Persönliche Kontakte stellen sich meist schnell ein. Manche Kunden kommen öfter, einige sind sogar an mehreren Standorten aufgetaucht. Wenn der Laden nach ein paar Tagen wieder schließt, wundern sie sich: „Oh - schon vorbei?“

Quelle Titelbild: L.G.
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