Die Diskussionen über Tutzings Ortsgestaltung nehmen Fahrt auf. Heute lädt die Gemeinde die Bürger um 16.30 Uhr eigens zu einer Ortsbesichtigung am Dampfersteg ein, um dessen geplante Verlängerung und die Pläne für einen neuen Schifffahrts-Knotenpunkt Tutzing vorzustellen. Die Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG) sieht in diesem Konzept eine große Chance zur Belebung der Gemeinde. Bedenken bringt sie aber gleichzeitig wegen der vorgesehenen Streichung bestimmter Parkplätze im Zuge der Sanierung der Hauptstraße zum Ausdruck. Im Interview äußert sich der Wirtschaftsreferent des Gemeinderats, Dr. Ernst Lindl (CSU), zu diesen Themen.
Wie sehen Sie die Planungen der Seenschifffahrt für einen neuen „Knotenpunkt“ Tutzing und eine Verlängerung des Dampferstegs, den der Tutzinger Umwelt- und Verkehrsausschuss zunächst abgelehnt hatte?
Lindl: Ich sehe die Planungen grundsätzlich positiv, da auch Tagesgäste eine attraktive - zusätzliche - Kundschaft für unsere Geschäfte und insbesondere auch die örtliche Gastronomie darstellen. Bei der öffentlichen Besichtigung des Dampferstegs durch den Umweltausschuss werden die verschiedenen Argumente und Auswirkungen sicherlich eingehend erörtert werden. Dabei wird man die Größe und Optik der Steganlage und auch ihre - gegebenenfalls auch ökologischen - Auswirkungen auf den Uferbereich bei der Abwägung einbeziehen müssen.
Tutzinger Geschäftsleute sehen die Streichung von Parkplätzen an der Hauptstraße kritisch. Eher seien noch mehr Parkplätze notwendig, und zwar direkt vor den Geschäften. Wie sehen Sie das?
Lindl: Das Thema der Parkplätze auf der Hauptstraße ist nicht neu und war stets auch ein wesentlicher Aspekt bei den Planungen. Geschäftsnahe Parkmöglichkeiten sind notwendig und wichtig für die Attraktivität der Geschäfte. Gleichzeitig aber wird seit Jahren eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität der Hauptstraße eingefordert. Eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität ist auch im Interesse der Geschäftsinhaber. Die Aufenthaltsqualität wird nicht nur durch den fließenden, sondern auch vom ruhenden Verkehr beeinflusst. Eine reine Erneuerung und optische Verbesserung der Oberflächen von Fahrbahn und Bürgersteigen reicht nicht aus. Ich meine, dass die Interessen der Geschäftsinhaber, ihrer Kunden und anderer Personen, die auf die Hauptstraße kommen, in Einklang gebracht werden können, wenn wir zwar die meisten Parkplätze entlang der Hauptstraße - insbesondere auch in den vorhandenen Parkbuchen - erhalten, allerdings insbesondere an Engstellen einige Parkplätze entfallen könnten. Die genaue Lage wird man noch diskutieren müssen. Dass auch ein Parkhaus - gegebenenfalls ebenerdig - eine attraktive Ergänzung sein kann, sieht man meines Erachtens an dem ehemaligen TSV-Gelände. Allerdings muss ein solcher öffentlicher Parkraum in engem räumlichen Zusammenhang mit gegebenenfalls wegfallenden Parkflächen entstehen.
Die ATG will die Attraktivität der Gemeinde mit einer Strategie für Tutzing steigern. Sehen Sie als Wirtschaftsreferent Möglichkeiten, solche Aktivitäten zu unterstützen?
Lindl: Ich begrüße eigene Aktivitäten der ATG sehr und fände es sehr gut, wenn es ihr gelänge, die Geschäftsinhaber entlang der Tutzinger Einkaufsstraßen für ein gemeinsames Handeln zu gewinnen. Eine strategische Weiterentwicklung des Einkaufsortes Tutzing und insbesondere auch seiner innerörtlichen Flächen, insbesondere Hauptstraße, Greinwaldstraße und Hallberger Allee, liegt im Interesse auch von Bürgern und Gemeinde. Wichtig ist aber, dass gerade auch die aktiv werden, die die Bedarfe der Kundschaft am besten kennen. Die Gemeinde ist bereit, erfolgversprechende Maßnahmen nach Kräften zu unterstützen.
Mehr zum Thema:
Eine Strategie für Tutzing

Kommentar hinzufügen
Kommentare