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Bürgermeisterin gegen Automaten-Schließung

Tutzings amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg fordert die VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg auf, in Traubing einen Bankautomaten zu belassen. Sie bezeichnet es als nicht nachvollziehbar, dass nicht nur die Bankfiliale zum Jahresende geschlossen werden soll, sondern dass auch der Bankautomat sowie ein Briefkasten für Überweisungen entfernt werden sollen. In der Traubinger Bevölkerung herrsche deshalb "große Unruhe".

Die VR-Bank hat demgegenüber auf einen ausgeweiteten Kundenservice verwiesen. Auf Bestellung werde Geld innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Haus gebracht. In Traubing bald kein Bankautomat mehr



Hier der Brief von Bürgermeisterin Dörrenberg an die Verantwortlichen der VR-Bank im Wortlaut:

"Ich halte dies für eine Zumutung"

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VR-Bank in Traubing © L.G.

Sehr geehrte Frau Reder,
sehr geehrter Herr Schupp,

wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, wird die Zweigstelle der VR-Bank in Traubing zum Jahresende geschlossen und auch der Bankomat und ein Briefkasten für Überweisungen sollen entfernt werden. Dass auf Grund rückläufiger Kundennachfrage eine kleine Zweigstelle schließen muss, ist durchaus nachvollziehbar. Dass aber eine ursprünglich selbstständige Gemeinde, die heute der größte Ortsteil der Gemeinde Tutzing mit derzeit etwa 1300 Einwohnern ist, in Zukunft ohne einen Bankautomaten und ohne Einwurfmöglichkeit für Überweisungen dasteht, kann ich als amtierende Bürgermeisterin nicht nachvollziehen. In der Traubinger Bevölkerung herrscht deshalb große Unruhe. In Traubing leben viele ältere Mitbewohner, denen eine Fahrt mit dem Bus nach Tutzing kaum möglich ist. Ihr Angebot, dass auf Bestellung Geld innerhalb von 2-3 Tagen an Personen mit eingeschränkter Mobilität geliefert würde, macht diesen Personen spontane Abhebungen unmöglich. Gerade ältere Mitbewohner können zum Beispiel vor Feiertagen oder Wochenenden vergessen, dass sie noch Bargeld benötigen und wären dann auf die Hilfe von Nachbarn oder Freunden angewiesen. Ich halte dies für eine Zumutung und möchte Sie im Namen der Bürgerinnen und Bürger Traubings dringend bitten, nochmals über das Aufstellen eines Bankomaten in Traubing nachzudenken bzw. Ihre Entscheidung zu revidieren.

Die bayerische Staatsregierung hat es sich zu einer vorrangigen Aufgabe gemacht, den ländlichen Raum zu unterstützen, um so einer fortschreitenden Abwanderung der Bevölkerung vorzubeugen. Entscheidungen, solche Gemeinden ohne tägliche Versorgung mit Bargeld buchstäblich im Regen stehen zu lassen, laufen diesem Ziel zuwider.
Ich bitte Sie daher nochmals nachdrücklich:
Belassen Sie in Ihren Traubinger Räumen einen Bankomaten, um der Traubinger Bevölkerung jederzeit Zugang zu baren Mitteln zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Dörrenberg
2. Bürgermeisterin

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Quelle Titelbild: L.G.
ID: 118
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