Blau leuchten sie zwischen den bunten Herbstblättern hervor und sind kaum zu übersehen: Im Tutzinger Kustermannpark weisen neue Bodenmarkierungen darauf hin, wie das Miteinander auf den Wegen funktionieren soll. Oben ein Fußgänger mit dem Zusatz „haben Vorrang“, darunter ein Fahrrad mit dem Wort „erlaubt“. Die Botschaft ist schlicht: Radeln ja - aber wer zu Fuß unterwegs ist, kommt zuerst.
Wie Radfahrer und Fußgänger auf den Tutzinger Seepromenaden miteinander zurechtkommen, ist seit Jahren ein Dauerbrenner. Im Juli vorigen Jahres stand im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats sogar zur Debatte, den Nemes-Weg direkt am Ufer komplett für den Radverkehr zu sperren und die Radler über den höher gelegenen, schmaleren Georg-Roth-Weg zu leiten. Anlass waren Hinweise aus der Bevölkerung auf rücksichtsloses Verhalten mancher Radler im Kustermannpark. Dort seien Radfahrer „zügig und teils unaufmerksam“ unterwegs, berichtete damals die Verkehrsabteilung der Gemeinde. Die Meinungen gingen aber weit auseinander. Beschlossen hat der Ausschuss im November vergangenen Jahres die Anbringung von vier sogenannten Piktogrammen an verschiedenen Standorten des Kustermannparks. Solche Piktogramme hatte die Tutzingerin Inken Clarkson in der Nachbargemeinde Bernried entdeckt und gegenüber vorOrt.news eine ähnliche Lösung für Tutzing vorgeschlagen. Zu Fuß und per Rad: Debatte geht weiter
Die vier Piktogramme hat der Bauhof der Gemeinde nun in der vorigen Woche, am 22. September 2026, angebracht, wie Vizebürgermeister Dr. Franz Matheis heute im Ausschuss berichtet hat. Weshalb die Piktogramme erst zehn Monate nach dem Beschluss und nach der Sommerzeit mit viel Betrieb an den Promenaden angebracht worden sind, darüber gab es in der Sitzung keine Informationen. Dazu wurden von den Ausschussmitgliedern auch keine Fragen gestellt. Ob die Wogen zwischen Fußgängern und Radfahrern mit den deutlichen neuen Hinweisen geglättet werden können, wird sich im nächsten Sommer zeigen, wenn Badegäste, Familien, Spaziergänger und Radler wieder gleichzeitig ans Ufer drängen.
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