Die Evangelische Akademie Tutzing lädt am Sonntag, dem 27. September, ab 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ins Tutzinger Schloss und in den Schlosspark ein. Bis 18 Uhr wechseln sich Kurzimpulse und Diskussionen mit musikalischen Beiträgen und einer Tanzvorführung ab. Dazu gibt es Führungen durch Schloss und Park, Kaffee und Kuchen sowie Kunst und Kultur. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Akademie, die im nächsten Jahr ihr 80-jähriges Bestehen feiern kann, hat für diesen Sonntagnachmittag einen vielsagenden Titel gewählt: „Denken ins Offene - an einem Ort der Geschichte". Dieses Motto scheint auch zu neuen Entwicklungen beim Schlossgelände selbst zu passen, denn kürzlich hat die evangelische Kirche, der das Areal gehört, auch das benachbarte Seeufergrundstück mit der „Violaburg“ gekauft, und darüber hinaus gibt es in der Kirche Bemühungen um Umstrukturierungen, die auch das Schloss Tutzing betreffen sollen. Schloss Tutzing vor Neuausrichtung Ein abwechslungsreiches Programm am Tag der offenen Tür hat aber andere Schwerpunkte.
Religion, Looksmaxxing, Wehrdienst
Den Auftakt machen um 14.30 Uhr die Pfarrer und Studienleiter Hans-Martin Gloël und Reiner Schübel mit interaktiven Impulsen zur Frage „Religion im öffentlichen Raum – aber wie viel?". Um 15.15 Uhr stellt Alix Michell, Studienleiterin für Kunst, Kultur, Digitales und Gender, ein neues Gesprächsformat zur Diskussion: „Manosphere, Looksmaxxing und die rote Pille". Er fragt danach, wie sich Jungen im Zeitalter von Social Media begleiten lassen – ein Thema, das derzeit viele Eltern und Lehrkräfte umtreibt. Um 16 Uhr geht es in der „Politikwerkstatt light" mit Julia Wunderlich, Studienleiterin für Jugendpolitik und Jugendbildung, um den Wehrdienst früher und heute. Diskutiert wird direkt am Seeufer.
Was hat das „gute Leben" für alle mit Wirtschaft zu tun? - und Perspektiven auf ein gutes Lebensende
Was hat das „gute Leben" für alle mit Wirtschaft zu tun? Dieser Frage nähert sich um 17 Uhr Katharina Hirschbrunn, Studienleiterin für Wirtschaft, Arbeitswelt und nachhaltige Entwicklung. Dafür bringt sie Jesus und Maria, einen DHL-Mitarbeiter, eine Mutter, einen Herrn „von und zu Überflieger" sowie einen Menschen mit auf die Bühne, der eigens aus der Zukunft angereist ist. „Das Beste zum Schluss? Perspektiven auf ein gutes Lebensende": So lautet zum Abschluss der Titel eines Gesprächs von Dr. Barbara Hepp, Studienleiterin für Medizin und Gesundheit, Spiritual Care und Persönlichkeitsentwicklung, mit der der Hospizfachkraft Ulrike Zielonka.
Tutzinger Gilde, Blue Notes und Alphörner aus Dießen
Zwischen den Gesprächsrunden gibt es Musik und Vorführungen. Um 15 Uhr spielen die Blue Notes aus Tutzing, um 15.45 Uhr sind die Ammertaler Alphornbläser aus Dießen zu hören, und um 16.30 Uhr zeigen die Tanzgruppen der Tutzinger Gilde ihr Können. Dass die Akademie dabei auf Gruppen aus dem Ort und dem Fünfseenland setzt, belegt, dass der Nachmittag ein Angebot an die Nachbarschaft sein soll, nicht an ein Fachpublikum.
Führungen
Parallel zum Programm führen Akademiedirektor Pfarrer Udo Hahn, die stellvertretende Akademiedirektorin Annette Findeiß und die Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dorothea Grass durch Schloss und Park. Treffpunkt ist jeweils der Innenhof vor der Rezeption. Wer das Haus bisher nur von außen kennt, kommt so an Orte, die sonst Tagungsgästen vorbehalten sind. Der Untertitel des Nachmittags – „an einem Ort der Geschichte" – ist dabei wörtlich zu nehmen: Das Schloss am See beherbergt die Akademie seit ihren Anfängen.
Die älteste Evangelische Akademie Deutschlands
Veranstalterin ist die Evangelische Akademie Tutzing in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. 1947 gegründet, war sie die erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Bis heute ist sie ein Ort, an dem Kirche, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft miteinander ins Gespräch kommen. Der offene Nachmittag macht aus diesem Tagungsbetrieb für ein paar Stunden ein Angebot für alle: kostenfrei, ohne Anmeldung, ohne Vorkenntnisse – politische und gesellschaftliche Bildung zum Hereinspazieren. Dass dabei auch schwierige Themen wie Radikalisierung im Netz, Wehrdienst oder Sterbebegleitung auf dem Programm stehen, unterstreicht den Anspruch, nicht nur zu unterhalten.
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