Gemeindeleben
14.8.2026
Von vorOrt.news

Abgelehnte Trinkwasserbrunnen

ÖDP-Gemeinderätin Caroline Krug kritisiert Tutzinger Entscheidung – Beispiel Josefaplatz

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Ein neues Modul "Wasser & Abkühlung" des österreichischen Unternehmens IT-Innerebner GmbH, Mils (Tirol) unterstützt Städte und Gemeinden bei der digitalen Information ihrer Bürgerinnen und Bürger. Sie können damit Anlaufstellen während Hitzeperioden zentral erfassen und über eine App zur Verfügung stellen. Erfasst werden können unter anderem öffentliche Trinkwasserbrunnen, Refill-Stationen, schattige Parkanlagen, klimatisierte öffentliche Gebäude, Wasserspielplätze, Nebelduschen sowie weitere Orte, an denen sich Menschen während großer Hitze abkühlen können. © IT-Innerebner GmbH

Die Hitze der vergangenen Tage hat Tutzing fest im Griff, und die Presseabteilung der Gemeinde hat mit ihrem Beitrag „Erneut Hitze-Alarm" bereits reagiert – mit Ratschlägen, wie man sich schützen kann. Erneut Hitze-Alarm Für ÖDP-Gemeinderätin Caroline Krug greift das allerdings zu kurz. Sie erinnert an eine Entscheidung, die für sie bis heute nachwirkt: die Ablehnung öffentlicher Trinkbrunnen im Gemeindegebiet.

„Wir müssen weitere Schritte gehen, um dem ‚Klimawandel‘ etwas entgegen zu setzen“, fordert Krug gegenüber vorOrt.news. Besonders Kinder und ältere Menschen litten unter den hohen Temperaturen. Nach vorläufigen Schätzungen des Robert Koch-Instituts habe es bundesweit bereits rund 12 000 hitzebedingte Todesfälle in diesem Sommer gegeben. Mit Ratschlägen allein sei es nicht getan.

Die Gemeinderätin verweist auf eine Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses an 30. September vergangenen Jahres, in der die „Errichtung eines öffentlichen Trinkbrunnens im Bereich der Grundschule Traubing und der Grundschule Tutzing" zur Debatte gestanden habe. Ein Vorschlag der Gemeindeverwaltung habe vorgesehen, das Thema zur Entscheidung an den Gemeinderat weiterzugeben – dieser Vorschlag sei mit 3 Ja- zu 5 Nein-Stimmen gescheitert.

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Schild am Brunnen auf dem Josefaplatz in Tutzing © L.G.

Der zweite, konkretere Vorschlag ging weiter: zwei kostenfrei nutzbare Trinkbrunnen mit Informationstafeln nach den Vorgaben des Freistaats, Betrieb und Wartung durch die Gemeinde. Die Brunnen wären kostenfrei nutzbar, Betrieb, Wartung und Instandhaltung übernähme die Gemeinde. Die Verwaltung sollte Standorte vorschlagen und die laufenden Kosten ermitteln. Auch dieser Antrag fiel durch – denkbar knapp, mit 4 zu 4 Stimmen – und das, obwohl eine Umsetzung finanziell unterstützt worden wäre, erklärt Krug unter Hinweis auf ein Sonderprogramm des bayerischen Umweltministeriums für „Kommunale Trinkbrunnen".

Für Krug bleibt der Zeitpunkt des Beschlusses bemerkenswert: Vor der Fertigstellung des Josefaplatzes, so argmentiert sie, wäre es – wie in der zweiten, ebenfalls abgelehnten Beschlussfassung angedacht – noch möglich gewesen, dort neue Standorte für Trinkbrunnen vorzuschlagen.

Als Beispiel führt Krug die Landeshauptstadt München an, wo Trinkwasserbrunnen im dreistelligen Bereich über das Stadtgebiet verteilt sind: „Ich möchte an diesem kleinen Baustein Thema Trinkwasserbrunnen festhalten, um zumindest in den folgenden heißen Sommern den Menschen Zugang zu Trinkwasser auch im öffentlichen Raum zu bieten.“ Zugang zu Trinkwasser erhöhe die Aufenthaltsqualität am Platz für Menschen aller Altersgruppen, insbesondere für Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderung und älteren Menschen. „München macht es uns mit Trinkwasserbrunnen im dreistelligen Bereich vor und es gibt sogar Karten, damit sie jeder finden kann.“ Diese Brunnen seien aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Manche würden ganzjährig betrieben, die restlichen machten „Winterpause“.

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Kommentare

Ich bin total enttäuscht von mindestens einem Bürger Tutzings.
Ernsthaft sie gönnen den Kindern nicht mal die Renovierung der Schule, weil sie zu faul sind a Flaschn Wasser mitzutragen?
Immer diese blöden Kinder, mit ihren Bedürfnissen.
(Bearbeitet)
Ich bin total enttäuscht von den Gemeinderäten in Tutzing, es werden Millionen für Schulen ausgegeben, aber ein paar Trinkwasserbrunnen sind nicht bezahlbar.
Wenn die Gemeinde 100 Tsd. Euro beim Schulbau einspart, würde der Schulbetrieb keine Einschränkungen haben, aber man könnte locker einige Trinkwasserbrunnen damit finanzieren.
Ich bin wirklich enttäuscht von den Gemeinderäten, die angeblich die Bürgerinteressen vertreten wollen und bei großen Beträgen die Augen zumachen und bei kleinen Beträgen sparen.
Wie in den Familien, beim Butter freut man sich 10 Cent gespart zu haben und für Hobbys gibt man tausende Euros im Jahr aus.
(Bearbeitet)