Das derzeitige Biergartenwetter hat eine Kehrseite: Mit den warmen, trockenen Tagen steigt auch die Waldbrandgefahr deutlich an. Um für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein, fand nun ein Koordinierungstreffen statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Feuerwehr, Förster und große Waldbesitzer gegenseitig unterstützen können, um im Fall eines Waldbrandes schnell und wirkungsvoll reagieren zu können.
Ortskenntnis als entscheidender Vorteil
Ein zentrales Thema des Treffens war die Bedeutung der Ortskenntnis im Ernstfall. Tonnenschwere Feuerwehrfahrzeuge müssen sicher durch das Wegenetz geleitet werden, denn nicht jeder Weg ist tatsächlich befahrbar. Genau hier können Förster, Waldbesitzer und Landwirte mit ihrer Ortskenntnis die Feuerwehr
wertvoll unterstützen. Um im Notfall gerüstet zu sein, wurde auch die persönliche Erreichbarkeit der Akteure erneut überprüft und aktualisiert.
Offene Fragestellungen im Fokus der Vorbereitungen
Bei der Vorbereitung auf mögliche Waldbrandeinsätze wurden mehrere praktische Fragestellungen erörtert. Dazu zählt, welche kartierten Entnahmestellen für Wasser aus Gewässern tatsächlich zur Verfügung stehen und wie viel Wasser diese aktuell führen. Ebenso wurde besprochen, wie ein Pendelverkehr mit Landwirten und Lohnunternehmern organisiert werden kann, die über fahrbare Wassertanks verfügen.
Darüber hinaus ging es darum, welches Material bei Feuerwehr und Bauhof bereits verfügbar ist und im Einsatzfall genutzt werden kann.
Übung mit Landwirten fest etabliert
Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, haben sich große Feuerwehrübungen seit Jahren fest etabliert. Wie in jedem Jahr führte die Feuerwehr Tutzing gemeinsam mit der Löschgruppe Diemendorf und der Löschgruppe Monatshausen Anfang August eine gemeinsame Übung mit Landwirten durch. Die Feuerwehr Traubing bereitete sich mit einer Waldbrandübung vor.
Appell an die Bevölkerung
Angesichts der angespannten Lage richtet sich ein dringender Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Im Wald sollte weder geraucht noch gegrillt werden. Auch weggeworfene Flaschen stellen eine Gefahr dar, da sie wie ein Brennglas wirken und Feuer entfachen können. Alle sind aufgerufen, wachsam zu sein und im Ernstfall Brände oder Rauchentwicklung unverzüglich unter der Notrufnummer 112 zu melden.
Waldbrandgefahrenindex weiter angespannt
Der Waldbrandgefahrenindex liegt derzeit bei mittlerer bis hoher Gefahr, entsprechend Stufe 3 bis 4 von maximal Stufe 5. Die Situation verschlechtert sich zunehmend und tendiert in Richtung Stufe 4. Erschwerend kommt hinzu, dass bei anhaltender Waldbrandgefahr häufig auch die Flüsse wenig Wasser führen,
was die Löschwasserversorgung zusätzlich erschwert.
Auf Initiative der Feuerwehr wurde der Termin kurzfristig von der Gemeindeverwaltung einberufen. Bürgermeister Ludwig Horn dankte den Anwesenden, dass sie sich für dieses wichtige Thema kurzfristig Zeit genommen haben. „Nur gemeinsam können wir für eine solche Gefahr vorsorgen und im Ernstfall kommt es auf die Zusammenarbeit aller an. Mein Dank gilt allen Beteiligten und den Ehrenamtlichen, die für unsere Sicherheit ihre private Zeit investieren.”
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