Die Temperaturen klettern wieder in die Höhe und bringen uns erneut ins Schwitzen. Nach den bereits erlebten heißen Wochen im Juni stehen wir nun im August vor der nächsten Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dass wir die bewährten Strategien wieder aktivieren und gemeinsam verantwortungsvoll han-
deln.
Wassersparen - Die zweite Runde beginnt
Sie kennen es bereits: Bei diesen Temperaturen schnellt der Wasserverbrauch wieder nach oben. Lassen Sie uns die erprobten Maßnahmen erneut beherzigen:
• Gartenbewässerung weiterhin nur morgens oder abends
• Pools und Planschbecken – bitte im besten Fall darauf verzichten und auf gar keinen Fall Trinkwasser aus der Leitung dafür verwenden (Geheimtipp: in den Starnberger See oder einen der anderen umliegenden Seen zum Baden gehen)
• Kurze, erfrischende Duschen statt ausgiebiger Bäder
• Regenwasser clever für die Pflanzen einsetzen
• Autowäsche auf das Wesentliche reduzieren
Gesundheit im Fokus - Runde zwei der Hitze
Das Trinken nicht vergessen: Wieder sind 2-3 Liter täglich angesagt. Die Mittagshitze meiden und kühle Orte aufsuchen – Sie wissen ja bereits, was hilft.
Besonders unsere älteren Mitmenschen und die Kleinen brauchen jetzt wieder verstärkte Aufmerksamkeit.
Waldbrandgefahr ist wieder extrem akut
Die anhaltende Trockenheit verschärft die Lage dramatisch – daher gilt jetzt mehr denn je: Absolut kein offenes Feuer im Wald, Zigaretten sicher entsorgen und Fahrzeuge keinesfalls auf trockenem Gras abstellen. Jeder Funke kann verheerende Folgen haben!
Startseite: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Gestern habe ich die Aufzeichnung des Europe Calling Webinars: Klima-Wissenschaftsupdate mit Prof. Stefan Rahmstorf "Kippt die atlantische Meereszirkulation?" auf YouTube angesehen. Dieses Webinar gibt nur einen Ausschnitt aus der katastrophalen Gemengelage wieder, in der wir uns befinden. (https://www.youtube.com/watch?v=hzFQgxsRabU&t=66s).
Das eigentlich Erschreckende daran ist aber: Überrascht sein können wir nicht.
Bereits im Jahr 1843 formulierte Alexander von Humboldt: Der Mensch verändert das Klima „[...] durch das Fällen der Wälder, durch die Veränderung der Vertheilung der Gewässer und durch die Entwicklung großer Dampf- und Gasmassen an den Mittelpunkten der Industrie.“
183 Jahre nach dieser Erkenntnis ist unsere Gesellschaft im Kleinen und im Großen überrascht und nicht vorbereitet, wenn wir es nun "plötzlich" mit den gravierenden Folgen zu tun bekommen. Wir sind zwar vorangekommen, den Klimawandel einzudämmen, stehen aber bei den diesjährigen Hitzewellen immer noch ohne Konzepte und konkrete Lösungen da. So wird es bei Starkregen und Überschwemmungen auch wieder sein. Willkommen in der neuen Echtzeit. Nur leider ohne Echtzeit-Vorsorge.
Zu Alexander von Humboldt als Pionier der Klimaforschung | Terra X plus (https://www.youtube.com/watch?v=C2ARR0mVfRo&t=14s).
Klimawandel.
Es wird über „Temperaturen, die in die Höhe klettern" geschrieben, als sei die Hitze eine Laune des Wetters. Dabei erleben wir die Folgen der Erderwärmung heute europaweit wie in einer dystopischen Serie: Quer durch Europa trocknen Flüsse und Seen aus; Brände von nie gesehenem Ausmaß fressen sich durch ganze Länder, 375.000 Menschen mussten in Spanien und Frankreich flüchten; Kraftwerke werden abgeschaltet, weil ihnen das Kühlwasser fehlt. Dabei hat die eigentliche Hitzeperiode gerade erst begonnen. Und allein in Deutschland zählt das RKI in diesem Sommer bereits rund 11.900 hitzebedingte Todesfälle, wobei die Zahlen für die derzeitige Hitzewelle da noch nicht eingeflossen sind.
Derweil wissen natürlich auch die Tutzinger Bürger, dass von nun an jeder neue Sommer heißer wird als der vorangegangene. Vor dem Hintergrund ist unverständlich, warum die Gemeindeverwaltung nicht Ross und Reiter nennt, um dann gezielte Maßnahmen für die Bürger anzukündigen. Man bleibt ratlos mit den Fragen zurück, wo der Hitzeaktionsplan ist, den das Bundesgesundheitsministerium den Kommunen längst empfiehlt. Und warum nicht konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, wie dies eine Verschattung im öffentlichen Raum wäre, wo beispielsweise Bäume gepflanzt werden, statt sie zu fällen, wo Maßnahmen zur Entsiegelung, zur Nutzung von Regenwasser bleiben und wo mehr Photovoltaik auf kommunalen Dächern installiert wird. Und, natürlich auch dies, wo all die Maßnahmen gegen die Ursache der Hitze bleiben: zur Verringerung der CO2-Emissionen.
Die Diskrepanz zwischen öffentlicher Krisenkommunikation und realer Lage ist augenfällig. Und sie ist nicht dazu angetan, das Vertrauen der Menschen in den Staat zu stärken, was den Bewirtschaftern der Verunsicherung direkt in die Hände spielt. Denn wer es nicht einmal schafft, die Krise zu benennen, scheitert offenkundig an der Wirklichkeit.
Derweil empfiehlt die Gemeinde „Gemeinsam achtsam durch die nächste Hitzewelle". Einverstanden. Aber Achtsamkeit beginnt zuvorderst damit, die Tatsachen beim Namen zu nennen.