Unter großer Anteilnahmen hat heute in der Tutzinger Pfarrkirche St. Joseph ein bewegender Trauergottesdienst für Prof. Rainer Salfeld stattgefunden, der beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Limburgerhof südlich von Mannheim im Alter von 66 Jahren ums Leben gekommen ist. Prof. Rainer Salfeld tödlich verunglückt
Für eine Trauerfeier nach dem Gottesdienst war eigens ein Zelt auf der Lindlwiese gegenüber der Kirche aufgestellt worden. Viele der teils von weit her angereisten Gäste fanden sich dort ein. In vielen Gesprächen wurde an Rainer Salfeld erinnert, der als prägende Unternehmerpersönlichkeit im deutschen Gesundheitswesen bekannt ist. Der Jurist, der seine Frau und drei Kinder hinterlässt, hatte 1990 gemeinsam mit seinem Vater eine Klinik in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) gegründet und damit den Grundstein für die Unternehmensgruppe Artemed gelegt, die unter seiner Leitung über mehr als drei Jahrzehnte stark expandierte und deren geschäftsführender Direktor er bis zu seinem Tod war.
Gute medizinische und pflegerische Leistungen - gleichzeitig nachhaltiger Gewinn
Zu dieser Gruppe, die in Tutzing ihren Hauptsitz hat, gehören 19 Krankenhäuser sowie medizinische Versorgungszentren in Deutschland, darunter auch die Benedictus-Krankenhäuser in Tutzing und Feldafing. Vor einigen Jahren hat Artemed in Tutzing auch eine "Schule für Gesundheitsberufe" gegründet. Für die Qualität eines Krankenhauses seien nicht die Bauten, sondern die dort arbeitenden Menschen entscheidend, sagte Salfeld bei der Eröffnung. Dem Herzen ganz nah
Der bisher letzte auffallende Expansionsschritt war die im Januar dieses Jahres besiegelte Übernahme des Behandlungszentrums Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gGmbH mit der bekannten Marianne-Strauß-Klinik. https://www.vorort.news/tutzing/gesundheit/2026/1/2 Die Gruppe beschäftigt inzwischen mehr als 10 000 Personen. Weiter betreibt das Unternehmen mit einer eigenen Stiftung medizinische Projekte in Myanmar, Tansania und Bolivien.
In einem Buch „Modernes Krankenhausmanagement“, das inzwischen in fünfter Auflage erscheint, hat Rainer Salfeld gemeinsam mit anderen Autoren beschrieben, wie seiner Meinung nach jedes Krankenhaus die vermeintliche Quadratur des Kreises lösen kann: noch bessere medizinische und pflegerische Leistungen zu erbringen und gleichzeitig nachhaltig die Gewinnschwelle zu erreichen. Der aktuellen Krankenhausreform stand er kritisch gegenüber, er sah in ihr eher eine „Verschlimmbesserung“.
Zeremonie für Rainer Salfeld in Myanmar
Der Tod von Prof. Salfeld hat in weiten Kreisen Bestürzung ausgelöst. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg, in der er Lehrbeauftragter und Honorarprofessor am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung und Controlling war, schreibt in einem Nachruf, sie verliere in ihm eine prägende Persönlichkeit, einen engagierten Hochschullehrer und einen geschätzten Gesprächspartner: „Sein Wirken war gekennzeichnet von strategischem Weitblick, unternehmerischer Verantwortung und einer großen Verbundenheit zur akademischen Ausbildung.“ Die zu Artemed gehörende Eifelklinik St. Brigida Simmerath (Nordrhein-Westfalen) schreibt, Salfeld habe die Artemed nicht nur gegründet, sondern sie auch bis in die kleinste Struktur geprägt: „Seine Innovationsfreude, sein wirtschaftliches Geschick, sein Humor und vor allem seine Menschlichkeit und Wertschätzung haben sie zu dem Unternehmen wachsen lassen, das sie heute ist. Sein Verantwortungsbewusstsein sowohl für unsere Patientinnen und Patienten als auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchte seinesgleichen.“
Zu den von der Artemed-Stiftung unterstützten Einrichtungen gehören die „Irrawaddy River Doctors“, die mit einer schwimmenden Hausarztpraxis auf dem Irrawaddy Fluss im Süden Myanmars im Einsatz sind. 16 entlegene Dörfer im Irrawaddy Delta erhalten auf diese Weise medizinische Versorgung. Die Leiter der Irrawaddy River Doctors, Su Su und Min Min, erreichte die Nachricht vom tragischen Flugunglück Rainer Salfelds bei ihrer Ankunft in Myanmar nach ihrem ersten Besuch in Deutschland seit acht Jahren. Noch am Mittwoch, kurz vor ihrer Rückreise, berichtet die Stiftung, „hatten sie mit Rainer Salfeld Abschiedsfotos gemacht, gelacht und über die Hoffnung gesprochen, dass sich irgendwann die Lage im Land soweit verbessern und beruhigen würde, dass ein Besuch im Irrawaddy River Delta bei den Ärzteschiffen und dem Mutter-Kind-Zentrum wieder möglich wäre“. In Myanmar hielten Su Su und Min Min eine kleine Zeremonie im Gedenken an Rainer Salfeld ab, der vor etwa 15 Jahren nach einem Besuch auf der Polli im Delta den Entschluss gefasst hatte, die Artemed Stiftung zu gründen. https://artemedstiftung.de/2026/05/irrawaddy-river-doctors-trauern-um-rainer-salfeld/
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