Die Gemeinde Bernried erarbeitet derzeit zusammen mit dem Buchheim-Museum und dem Verein für komische Kunst eine Loriot-Ausstellung. Auf Anregung des Bernrieder Bürgermeisters Georg Malterer soll sie für alle Seegemeinden geöffnet werden. Tutzing will dabei nicht abseits stehen: Der Haupt-, Finanz- und Werkausschuss des Gemeinderats hat einstimmig beschlossen, dass sich die Gemeinde an einer geplanten Loriot-Ausstellung rund um den Starnberger See beteiligen will. Im Haushalt 2027 sind dafür 4000 Euro eingeplant.
Loriot lebte von 1963 bis zu seinem Tod 2011 in Ammerland im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Tutzing gehört zum Landkreis Starnberg, Bernried liegt im Landkreis Weilheim-Schongau. Was Verwaltungsgrenzen trennen, könnte also ausgerechnet ein Humorist zusammenführen.
Wie das genau geschehen wird, ist noch offen. Als denkbar gilt, dass Ausstellungsstücke auch in anderen Museen gezeigt werden, etwa im Tutzinger Ortsmuseum. Zu den Überlegungen gehören ergänzende Veranstaltungen, so etwa Filmgespräche im Tutzinger Kulturtheater, und ein Parcours mit künstlerischen Einblicken ins Werk des Meisters am Ufer des Starnberger Sees entlang - ganz nach dem Loriot-Motto: „Wo laufen sie denn?“
Dezente Zurückhaltung klingt noch im Wortlaut des Beschlusses durch. In der Vorlage hieß es, die Gemeinde „unterstützt die regionale Kunstausstellung“. Beschlossen wurde dann im Hauptausschuss aber eine leicht abgeänderte Fassung. Danach unterstützt Tutzing „die Überlegungen“ für eine solche Ausstellung, und beteiligen will sich die Gemeinde „im Falle einer Umsetzung“.
Keine Umsetzung? Dafür hätte Loriot zweifellos einen passenden Kommentar parat: „Ach was!“



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Kommentare
Ich gehöre dazu und erinnere mich gern an Wum und Wendelin. Und doch schäme ich mich ein wenig für diesen Beschluss. Seit einer gefühlten Ewigkeit wird in Tutzing über ein Jugendzentrum diskutiert, Standort um Standort wird geprüft und verworfen. Derweil genügte für die Ausstellung eine einzige Sitzung.
Rufen wir uns ins Gedächtnis, dass die Jugendlichen nicht wählen dürfen und umso abhängiger von einer verantwortlichen Politikführung sind. Gerade deshalb hätte jemand im Ausschuss fragen müssen, ob diese Ausgabe dem Anspruch der Generationengerechtigkeit genügt, den der Gemeinderat in Wahlkampfzeiten gerne für sich in Anspruch nimmt. Und hier? Kein Gedanke daran.
Loriot behalten wir Älteren auch dann in freudigem Gedenken, wenn die 4.000 Euro auf die hohe Kante kommen, als erster Baustein für das überfällige Jugendzentrum.