Auf der Kirchenstraße war am Samstagabend beste Feierstimmung. Bis gegen 22.30 Uhr lauschten viele Besucher beim Tutzinger Sommerstraßenfest begeistert der mitreißenden Band "Es Eskaliert Eh". Dann war es mit der Musik abrupt vorbei. Sie hätten noch gern acht weitere Songs gespielt, sagten die Musiker am Rande selbst sichtlich bedauernd. Aber sie müssten aufhören, denn es gebe nur eine Genehmigung bis 22 Uhr. Viele Besucher waren sichtlich enttäuscht, aber es blieb beim Schluss.
"Das gesamte Straßenfest sowie die Musikdarbietung wurden seitens des Ordnungsamtes bis 24:00 Uhr genehmigt", teilt die Gemeinde Tutzing dazu mit.: "Die Genehmigung (Bescheid) ist bzw. war nicht der Grund für die Beendigung der Musik."
Die Organisatoren vom Veranstaltungsverein Tutzing bestätigen, dass die offizielle Genehmigung von Seiten der Gemeinde bis 0 Uhr ausgestellt gewesen sei. "Wir benennen das Veranstaltungsende öffentlich mit 22 Uhr, da es bei Ende immer zu Verzögerungen kommen kann und wir im Anschluss noch Zeit für den Abbau benötigen", so der Veranstaltungsverein. Aufgrund der guten Stimmung habe die Band bis 22.30 Uhr spielen dürfen: "Dann mussten wir die Veranstaltung leider beenden, da mehrere Personen sich ab 22:15 Uhr telefonisch bei uns über die Lautstärke beschwerten." Für die Organisatoren sei das "ein Drahtseilakt, sowohl die Festbesucher als auch die Anwohner zufrieden zu stellen".
Die Gemeinde hält den Hinweis für wichtig, dass die Tutzinger Bürger selbst verantwortlich für frühzeitige Beendigungen seien.
Das Sommerstraßenfest, das wegen der Baustelle auf der Hauptstraße zum ersten Mal auf der Kirchenstraße stattgefunden hat, hatte bis dahin viele Menschen angelockt. An Biertischgarnituren, die Mitglieder des Veranstaltungsvereins Tutzing aufgebaut haben, genossen sie gekühlte Getränke, die in einem Schankwagen bereit gehalten wurden, und feine Speisen, die Gewerbetreibende in Ständen auf dem Parkplatz beim Kino „Kulturtheater“ anboten.
Die gute Stimmung entwickelte sich im Laufe des Nachmittags zusehends - ganz besonders, als „Es Eskaliert Eh“ die Bühne übernahm. Die Musiker sorgten mit ihrer Mischung aus Energie und Spielfreude für echte Sommerfeststimmung. Schon am frühen Abend war eindeutig festzustellen, dass ein paar Hundert Tutzinger und andere Gäste begeistert bei diesem stimmungsvollen Sommerabend in der Kirchenstraße mitfeierten.
Besonders für den Abend forderten sie alle auf: „Mitsingen, tanzen und mitfeiern ausdrücklich erwünscht!“ Die Band hatte ihr Podium "an der höchsten Stelle", nämlich auf der Brückenerhöhung über dem Martlsgraben, aufgebaut, und sie heizte von dort aus allen Besuchern so recht ein. Die Feiernden saßen vor dem Restaurant "Taj Mahal" und auch gleich um die Ecke am Rand des Parkplatzes, der sich ausgezeichnet eignete, die dort aufgebauten Essensstände mit Schweinsbraten, Kässpatztn und die heiß begehrten Crêpes aufzunehmen. Besonders umringt war natürlich der Bierwagen, der beim Eingang zur Fiedererstraße aufgestellt war.
Vor den Ständen warteten die Leute geduldig, bis sie endlich an der Reihe waren. Schon am frühen Abend gingen die Vorräte nach und nach aus, am späteren Abend war der Crèpes-Stand geschlossen - alles war schon weg. Aber das machte den Besuchern nichts aus, die meisten waren bester Laune, überall standen die Menschen zusammen, viele in angeregte Gespräche vertieft.
Für Erwachsene war ebenso viel geboten wie für die Jüngeren. Die Freiwillige Feuerwehr Tutzing bot am Nachmittag ein abwechslungsreiches Programm für die Kinder an.
Auf einer kleinen Freifläche vor der Band folgten viele begeistert der vielseitigen musikalischen Mischung, mit der die Tutzinger Band ebenso den Jüngeren wie den Älteren etwas bot - vom "Wackelkontakt" bis zu "Marmor Stein und Eisen bricht" war für alle etwas dabei. Das war tatsächlich Musik, Begegnung und Genuss unter freiem Himmel, so wie es die Organisatoren angekündigt haben.
Auf dem Höhepunkt war dann plötzlich Schluss mit Feiern, als die Band ganz anders handelte, als sie mit ihrem Namen vorgibt, und die Sache überhaupt nicht eskalieren ließ. Viele der Besucher schienen das nicht verstehen zu können. Etliche blieben noch eine Weile und unterhielten sich. Aber mit der Feststimmung war's vorbei.







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