Gemeindeleben
14.6.2025
Von vorOrt.news

4500 Flaschen Wein

Auf der Brahmspromenade ist fürs Weinfest heute alles vorbereitet

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Verdiente Brotzeitpause: Das engagierte Team bei der Stärkung für die nächsten Aufbauschritte, Mit dabei Festgründer Ludwig Horn (hinten, mit Käppi) © L.G.

Heute um 14 Uhr startet auf der Brahmspromenade das diesjährige Tutzinger Weinfest. Tausende Menschen von nah und fern werden zu diesem beliebten Fest direkt am Ufer des Starnberger Sees erwartet. Seit Wochenmitte haben etwa 90 junge Leute intensive Vorbereitungen für die Veranstaltung getroffen, Zelte errichtet, Stände für den Verkauf, Geräte und Biertisch-Garnituren und Attraktionen für Kinder wie eine Hüpfburg aufgebaut. Etwa 1000 Sitzplätze gibt es, und nach allen Erfahrungen werden sie gut besetzt sein.

Im Jahr 2017 hat Ludwig Horn das Weinfest erstmals für den Freizeitclub JM organisiert, dessen Vorsitzender er damals war. Inzwischen hat der vor ein paar Jahren gegründete Veranstaltungsverein Tutzing die Verantwortung übernommen, aber viele JM-Mitglieder sind nach wie vor mit großem Einsatz dabei. Etwa 90 Personen helfen beim Aufbau, beim Weinfest selbst und anschließend beim Abbau. Die meisten von ihnen sind Mitglieder des Veranstaltungsvereins und der JM. Ludwig Horn, mittlerweile der Bürgermeister von Tutzing, ist auch diesmal erkennbar engagiert dabei. Er hat zurzeit Urlaub und ist oft bei den Vorbereitungsarbeiten zu sehen.

Seit seiner Gründung hat sich das Weinfest zu einem Anziehungspunkt erster Güte entwickelt. Aus Tutzing selbst, aber auch aus der näheren und weiteren Umgebung kommen viele Menschen, um sich dieses Fest im wunderbaren Ambiente direkt am Ufer des Starnberger Sees nicht entgehen zu lassen. Genau ist die Besucherzahl schwer zu erfassen, weil es von Beginn um 14 Uhr an bis zum Festende um 24 Uhr ein ständiges Kommen und Gehen ist. 3000 Personen sind meist geschätzt worden, aber es könnten auch deutlich mehr sein.

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Das gigantische Zeltdach ist eine Eigenproduktion. Der Hersteller hat den Tutzingern das gute Stück geliehen. © L.G.
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Weinkennerin Clarissa Hiddemann war von Anfang an dabei

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Beste Feier-Atmosphäre: Im Dunkeln wird die Umgebung beim Weinfest immer in bunte Farben getaucht © L.G.

Von Anfang an mit von der Partie war Clarissa Hiddemann. Die frühere Inhaberin des Forsthauses Ilkahöhe ist Weinexpertin, schon lange ist sie beim bekannten Münchner Weinimporteur Saffer tätig, einem Familienunternehmen, das 2024 sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat. Sie erinnert sich noch gut an die Anfänge: Rundherum gebe es vor allem Bierfeste, erzählten sich die jungen Leute von der JM damals. Da hatten sie den Einfall, ein Weinfest zu organisieren.

Aber woher sollte der Wein kommen? Über Kontakte zu begeisterten Reitern, die ihre Pferde auf dem Tutzinger Greinwaldhof hatten und zu denen auch Clarissa Hiddemann gehörte, wurden schnell die Verbindungen hergestellt. Sie war gleich Feuer und Flamme von der Idee – und sie sorgte für die Weinlieferungen.

860 Flaschen wurden beim ersten Weinfest verkauft. Kein Vergleich mit dem Bedarf in diesem Jahr: Fürs Weinfest am Samstag hat Saffer 4500 Flaschen geliefert: Zehn Sorten Wein, einfache wie mittlere Sorten und solche für „geübte Weintrinker“, außerdem Prosecco. Darunter sind Weine aus Rheinhessen, aus der Pfalz, vom Neusiedler See in Österreich, aus den Abruzzen, vom Gardasee und „ein ganz leichter“, sagt Clarissa Hiddemann, mit 9,5 Prozent Alkohol, aus Portugal. Besonders gefragt ist nach ihren Angaben seit Jahren nicht etwa der Modewein Lugana, sondern ein Grauburgunder des Weinguts Thörle in Saulheim (Rheinland-Pfalz). Die Weinlieferung kam übrigens schon eine Woche vor dem Fest in Tutzing an - damit eine gute Kühlung gewährleistet ist.

Ümüt Erin produziert mit seinem Team den ganzen Tag Semmeln

Die Backwaren bringt ein Tutzinger Unternehmen auf die Brahmspromemade: Ümüt Erin, der Inhaber des Cafés Erin, liefert mit seinem Team mehr als 2200 Semmeln, außerdem Brezn und Brot. Eine recht große Aufgabe: „Wir fangen früh an und backen ohne Leerzeiten bis zum Abend“, sagt er. Die erste Ladung wird vor Festbeginn geliefert, dann wird bis zum Abend ständig weiter produziert. Für weitere Lebensmittel gibt es andere Bezugsquellen. 1200 Würschtel besorgen die Organisatoren bei der Seeshaupter Metzgerei Frey. Auch mehr als 150 Kilogramm Pommes frites kaufen sie zu.

Auch für stimmungsvolle und einheizende Begleitung ist gesorgt. Am Nachmittag spielen wie alljährlich die „Würmsee Böhmischen“, die sich in der hiesigen Region längst zu einer der beliebtesten Blasmusik-Kapellen entwickelt haben. Ihre gemütlichen, traditionellen bayerischen Klänge sind für viele der pure Genuss.

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Die "Würmsee Böhmischen" gehören beim Weinfest fest dazu. Sie spielen heute am Nachmittag. © L.G.

"Basement" folgt auf "Deschawü"

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Partystimmung pur ist ein Kennzeichen des Tutzinger Weinfests am Abend - hier ein Bild aus dem vorigen Jahr, als die Band "Deschawü" ihren letzten Auftritt bei dieser Veranstaltung hatte. Heute spielt erstmals die Band "Basement". © L.G.

Am Abend gibt es dann eine Premiere: Die Band „Basement“, die vor zehn Jahren von Florian Knoll und Tim Meindl gegründet wurde, spielt erstmals in der Nachfolge der Band „Deschawü“, die die Tanzzone des Weinfests seit dessen Gründung stets in einen Hexenkessel verwandelt hat. „Basement“ besteht aus sechs Mitgliedern, die in Tutzing und im Großraum München daheim sind. Auf ihren Auftritt warten viele schon gespannt. Sie kündigen ein abwechslungsreiches Repertoire aus Rock und Pop von Oldies bis zu aktuellen Charthits an.

Clarissa Hiddemann ist begeistert von der perfekten Organisation des Weinfestes. „Ich freue mich so, wenn ich solche engagierten jungen Leute sehe“, sagt sie. Geradezu generalstabsmäßig werde alles vorbereitet und realisiert, bis hin zur exakten Einhaltung der Sperrstunde. Auch wenn improvisiert werden muss, werden meist schnell Lösungen gefunden, so wie im vorigen Jahr, als es recht regnerisch war: Da wurden über den Biertischen kurzfristig kleine Zelte aufgebaut.

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