Vom Plattensee kamen Tutzings Partner aus Balatonkenese am Wochenende an den Starnberger See. Es passte wunderbar, dass genau zu dieser Zeit das traditionsreiche Seefest der Tutzinger Gilde im Bleicherpark stattfand. Große Überredungskünste waren nicht erforderlich: Einige der ungarischen Gäste waren beim Fischwandl-Rennen in kippligen Trögen sofort dabei. Wie ein Sportreporter bei den Olympischen Spielen Ganz vorn landeten sie nicht, aber das war völlig egal – es war eine Gaudi ohne Grenzen.
Seit bereits 32 Jahren besteht die Partnerschaft von Tutzing mit Balatonkenese. Älter ist die Partnerschaft von Tutzing und Bagnères-de-Bigorre in Südfrankreich: Sie ist 1975 besiegelt worden. Das 50-jährige Jubiläum soll im nächsten Jahr mit einem großen Fest in Tutzing gefeiert werden. Noch weiter zurück, in das Jahr 1964, reicht die Patenschaft Tutzings für die Gemeinde Niederebersdorf im Sudetenland, aus der viele Vertriebene in Tutzing nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Heimat gefunden haben.
„Da kommt man nicht weiter – an jeder Ecke gibt es ein Hallo“
Für die Partnerschaft mit Bagnères-de-Bigorre hatte der Tutzinger Otto Feldhütter 1974 den Anstoß gegeben, nachdem er in Frankreich als Austauschlehrer tätig gewesen war. Dr. Alfred Leclaire, der von 1970 bis 1996 Tutzinger Bürgermeister war, hat die Partnerschaft 1975 mit seinem Amtskollegen André des Boysson besiegelt. "Ans Wunderbare" grenze die Freundschaft zwischen den einst verfeindeten Nachbarn, schrieb Leclaire in einer Jubiläumsfestschrift.
Die Partnerschaft mit Balatonkenese war 1992 zu einem wesentlichen Teil eine Initiative des langjährigen Tutzinger Gemeinderats Hubert Hupfauf, der sich damals für eine Partnergemeinde im Osten einsetzte. Sie sollte möglichst – wie Tutzing – an einem See liegen. Eine wichtige Rolle spielte bei der Entscheidung auch, dass man sich in Balatonkenese am Nordostufer des Plattensees gut um einen deutschen Soldatenfriedhof kümmert.
Im Lauf der Jahre kam es zu vielen Begegnungen. Nicht wenige Freundschaften sind entstanden. Die Vorsitzende des Freundeskreises Tutzing-Bagnères-Balatonkenese, Stefanie von Winning, hat einmal schmunzelnd von Spaziergängen mit Hubert Hupfauf über den Markt von Bagnères-de-Bigorre erzählt: „Da kommt man nicht weiter – an jeder Ecke gibt es ein Hallo.“
Sprachbarrieren stehen engen Kontakten nicht im Wege
Die oft nach wie vor bestehenden Sprachbarrieren haben engen Kontakten nicht im Wege gestanden. So hat Peter Lederer, von 1996 bis 2008 Tutzinger Bürgermeister, trotz nach eigenem Bekunden nicht allzu guter Französisch-Kenntnisse eine enge Freundschaft mit seinem damaligen Amtskollegen von Bagnères-de-Bigorre, Roland Castells, gepflegt.
Wie viele freundschaftliche Beziehungen es zwischen Tutzing und Balatonkenese gibt, ist am Wochenende beim Besuch der ungarischen Partner in Tutzing wieder deutlich geworden. Die Gäste wohnten in Tutzinger Familien, und da gab es viele nette persönliche Kontakte.
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