Gemeindeleben
18.6.2024
Von vorOrt.news

Tutzinger wollen Lebensmittel retten

Organisation Foodsharing sucht Betriebe als Kooperationspartner

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"Containern" ist illegal: Lebensmittel darf man nicht beispielsweise aus Mülltonnen von Supermärkten mitnehmen. Nur selten kommt es aber in solchen Fällen zu Verurteilungen. Die Verfahren werden häufig eingestellt oder die Angeklagten freigesprochen. Gleichzeitig wird engagiert über die Entkriminalisierung des Containerns diskutiert. © Ralph Fellmer / Foodsharing

Alle können Lebensmittel für sich und andere retten. Eine erste öffentliche „FAIRteilung“ der Tutzinger Initiatoren auf der Lindlwiese ist kürzlich auf viel Interesse gestoßen.

Foodsharing ist ein Verein Ehrenamtlicher, der deutschlandweit aktiv ist. Die 2012 entstandene Initiative setzt sich gegen Lebensmittelverschwendung ein. Unverkäufliche oder überproduzierte Lebensmittel werden vor der Entsorgung bewahrt und an andere Menschen oder soziale Initiativen und Einrichtungen kostenlos verteilt. Die wesentliche Zielsetzung umfasst die allgemeine Steigerung der Wertschätzung für Lebensmittel, die stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema und den aktiven Einsatz gegen die Ressourcenverschwendung.

„Das Problem ist groß“, erklären die Initiatoren: „Weltweit landen jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel auf dem Müll.“ Etwa 40 Prozent davon seien noch völlig genießbar (Europa). Rund 60 Prozent Verschwendung wären vermeidbar durch Hersteller, Betriebe und Verbraucher, so die Verantwortlichen von Foodsharing.

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Eine "Fairteilung" in Wielenbach © Martina Schägger
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Organisatoren suchen weitere Kooperationspartner

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"Fair-Teiler" freuen sich über gerettete Lebensmittel, die weitere Verwendung finden © FS Darmstadt / Foodsharing

Foodsharing wird nach Angaben der Organisation durch zahlreiche ehrenamtlich Aktive getragen, die sich in überregionalen Arbeitsgruppen engagieren. Durch mehr als 550 000 registrierte Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie mehr als 140 000 Aktive beim „Foodsaving“ sei die Initiative zu einer internationalen Bewegung geworden, die bereits mehr als 97 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt habe. Die Aktiven retten Lebensmittel, die andernfalls weggeworfen würden, verteilen diese kostenlos weiter und setzen sich so gegen eine unnötige Verschwendung und für einen nachhaltigeren Umgang mit den begrenzten Ressourcen ein.

Die Lebensmittel werden von kooperierenden Betrieben gerettet und weiterverteilt. Foodsharing ist in Bezirke unterteilt. Der Bezirk Starnberg ist erst seit wenigen Jahren am Wachsen. Er hat momentan 52 Mitglieder mit Stammbezirk (quasi Wohnort/Hauptbezirk), 302 Helfer insgesamt sowie acht laufende Kooperationen, hauptsächlich mit einigen Supermärkten im nördlichen Landkreis (Starnberg, Weßling, Gauting) und ein paar kleineren Betriebe in Starnberg, Herrsching und Pöcking. „Die meisten Betriebe wollen leider nicht öffentlich genannt werden“, bedauern die Organisatoren, die nach eigenen Angaben laufend weitere potenzielle Kooperationspartner ansprechen.

Mancherorts bieten Supermärkte nicht mehr verkäufliche Ware kostenlos zum Mitnehmen an

Auf ganz eigene Weise geht ein Supermarkt-Betreiber in der Region Osnabrück mit diesem Thema um: Er hat hinter den Kassen "Goldene Tonnen" aufgestellt, in die nicht mehr verkäuftliche Waren gelegt werden. Wer will, kann sie einfach kostenlos mitnehmen.

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Viele Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, finden mit Hilfe der Organisation Foodsharing dankbare Abnehmer. Diese Waren wurden bei einer "Fairteilung" in Wielenbach angeboten. © Martinas Schägger

Die Tafel hat in Tutzing Vorrang

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Inhaber eines Kooperationsbetriebs von "Foodsharing" präsentieren gerettete Lebensmittel © Foodsharing

„In Tutzing werden bereits viele Lebensmittel an die Tafel gespendet“, berichten die Tutzinger Initiatoren von Foodsharing. Dies habe immer Vorrang vor Foodsharing). In Tutzing werde alles in allem sehr nachhaltig gewirtschaftet. Im vergangenen Jahr sei eine Kooperation in Tutzing gestartet worden, die sehr gut verlaufen sei. Der betreffende Betrieb habe seine Produktionsmenge angepasst, so dass jetzt kaum noch etwas weggeworfen werde.

„Gerne wollen wir für Tutzing und den ganzen Bezirk auf uns aufmerksam machen und potenzielle Kooperationspartner und auch potenzielle ehrenamtliche Helfer gewinnen“, teilen die Tutzinger Aktiven von Foodsharing mit. Botschafterin für den Bezirk ist Katharina Bettenbrock. Im Bezirk Weilheim sei im Mai die inzwischen fünfte öffentliche Fairteilung organisiert worden, und zwar in Wielenbach vor dem Gemeindezentrum MiA.

Kontakt Foodsharing in Tutzing:

Martina Schägger
Dorfstraße 3, Unterzeismering
Tel. 0178 3154731
E-Mail: m.schaegger@foodsharing.network

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