Für kurze Zeit lag am Dienstag im Tutzinger Gemeinderat Verärgerung in der Luft. Dabei war bis dahin alles recht harmonisch verlaufen. Claudia Steinke hatte ausführlich den Ökumenischen Unterstützerkreis vorgestellt, dessen Vorsitzende sie ist, und auf seine Träger hingewiesen: Er sei aus den beiden christlichen Kirchen und der politischen Gemeinde hervorgegangen: „So ist es breiter in der Zivilgesellschaft verwurzelt als in anderen Orten.“ „Eine Sache der Zivilgesellschaft“
Dann aber sorgte Christine Nimbach für einen Kontrast. Dies sei nicht Aufgabe einer Gemeinde, sagte die heute fraktionslose Gemeinderätin, die nach Differenzen bei den Grünen 2021 aus der Partei ausgeschieden ist, die sie von 1996 bis 2014 völlig allein im Tutzinger Gemeinderat vertreten hatte. Im vorigen Jahr hat sie mitgeteilt, dass sie der Partei „Die Basis“ beigetreten sei, die nach eigener Darstellung aus der Querdenker-Bewegung hervorgegangen ist. Christine Nimbach tritt der „Basis“ bei
Das Engagement der Gemeinde beim Unterstützerkreis kritisierte Nimbach als einzige. „Das gehört nicht zu unserem Wirkungskreis“, sagte sie: „Das können wir als Gemeinde nicht leisten.“ Der Bürgermeister habe andere Aufgaben für die Bevölkerung von Tutzing.
Daraufhin ergriff Bernd Pfitzner von den Grünen das Wort: Er wolle „auf diesen Bullshit antworten“. Weiter kam er zunächst nicht, denn Nimbach entgegnete entrüstet, es sei unhöflich, so etwas zu einer Kollegin zu sagen: „Das habe ich noch nie gehört.“
Bürgermeister Ludwig Horn mischte sich leise ein, er bat um eine gemäßigtere Ausdrucksweise. Pfitzner fuhr fort: „Da kommen Menschen in höchster Not nach Tutzing, weil sie nicht mehr in ihrer Heimat bleiben können oder wollen.“ Um solche Menschen habe sich die Gemeinde zu kümmern, ebenso wie um Obdachlose. Man müsse sehr dankbar für das große ehrenamtliche Engagement des Ökumenischen Unterstützerkreises sein. Aber auch die Gemeinde sei dabei in der Pflicht.
So sah es auch Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU): „Selbstverständlich ist es Aufgabe der Gemeinde, sich darum zu kümmern.“ Zuvor hatte schon Dr. Ernst Lindl (CSU) die Kooperation des Unterstützerkreises und der Gemeinde als sehr gute Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel in Tutzing begrüßt.
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