Gemeindeleben
26.1.2023
Von vorOrt.news / Michael Wilson

Andechser Hof für Flüchtlinge vorgeschlagen

Mehr als 500 Unterzeichner bei Petition gegen Standort Minigolfplatz - Tabaluga relativiert Aussage

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Anfang Februar steht der Andechser Hof seit elf Jahren leer. Nun wird die Unterbringung von Flüchtlingen dort vorgeschlagen. © L.G.

Es gibt einen weiteren Standort-Vorschlag für die Flüchtlingsanlage: den Andechser Hof. Das wurde am Dienstag im Bau- und Ortsplanungsausschuss des Tutzinger Gemeinderats bekannt. Die Altgebäude sollen nach dieser Idee abgebrochen werden, auf dem Grundstück würde dann eine Containeranlage errichtet werden. Allerdings gilt für dieses Anwesen zurzeit in Zusammenhang mit dem laufenden Bebauungsplanverfahren eine Veränderungssperre, also faktisch einen Baustopp. Eine Befreiung von dieser Sperre ist nach den Angaben im Ausschuss bereits beantragt worden. Die Entscheidung über den Standort der Anlage war in der vorigen Woche im Gemeinderat vertagt worden, und zwar auf eine Sondersitzung, die am nächsten Dienstag, dem 31. Januar um 18.30 Uhr im Tutzinger Rathaus stattfinden soll. Der Andechser Hof kommt zu etlichen anderen Standort-Vorschlägen hinzu, über die derzeit intensiv diskutiert wird. Ringen um Standorte für die Flüchtlingsanlage

Der Petition "Wohncontaineranlage nicht in das Naherholungsgebiet Tutzing" haben sich mittlerweile mehr als 500 Unterzeichner angeschlossen. Davon sind 420 Unterschriften aus Tutzing. https://www.openpetition.de/petition/online/wohncontaineranlage-nicht-in-das-naherholungsgebiet-tutzing Das so genannte Quorum aus Tutzing ist längst überschritten, das die Organisatoren von "openPetition" nach eigener Berechnung ansetzen, um von den zuständigen Entscheidungstragenden eine Stellungnahme einzufordern (280 Unterschriften). https://www.openpetition.de/blog/blog/2017/04/07/das-quorum-auf-openpetition Mit der Petition wenden sich die Unterzeichner gegen die geplante Wohncontaineranlage für Flüchtlinge auf dem Tutzinger Minigolfplatz Minigolfplatz wird Flüchtlingsanlage

Einen Brief hat in dieser Angelegenheit dieser Tage der Geschäftsführer des Tabaluga-Hauses, Wolfgang Brandstetter, an Bürgermeisterin Marlene Greinwald und die Mitglieder des Tutzinger Gemeinderats geschrieben. Darin relativiert er eine Aussage, die er in der vorigen Woche im Gemeinderat gemacht hatte. Vorausgegangen war die Ankündigung durch Vertreter des Landratsamts, dass nur Familien mit Kindern auf dem Minigolfplatz untergebracht werden würden. Dies habe die Regierung von Oberbayern zugesagt. Dazu gefragt, hatte Brandstetter spontan erklärt, mit Familien könne er sich eine Anlage auf dem Minigolfplatz sehr gut vorstellen. Von dieser Äußerung rückt er nun in dem Brief wieder ab. Hintergrund sind Zweifel, ob eine solche Zusage wirklich gewährleistet werden kann, erst recht bei einem Bestand der Flüchtlingsanlage über einen längeren Zeitraum, zumal aus den Kindern Jugendliche und junge Erwachsene würden. Für die Tabaluga-Kinder- und Jugendhilfe habe der Schutz der dort untergebrachten Mädchen und jungen Frauen oberste Priorität, betont Brandstetter. Das Tabaluga-Haus befindet sich wie der Minigolfplatz in der Seestraße.

Auch die Initiatoren der Petition haben sich in einem Schreiben an Tutzings Bürgermeisterin, die Mitglieder des Gemeinderats und Landrat Stefan Frey gewandt (siehe unten).

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Der Minigolfplatz wäre wegen seiner Lage inmitten der Sport- und Freizeitanlagen ideal als Jugend-Treffpunkt, meinen die Kritiker einer Flüchtlingsanlage an diesem Standort.

Das Schreiben an Tutzings Bürgermeisterin, die Mitglieder des Gemeinderats und den Landrat

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,

nachdem wir aus den Tutzinger Vorort-News und der SZ erfahren haben, dass auf der ehemaligen Minigolfanlage an der Seestraße Wohncontainer für 108 Flüchtlinge (Irak, Afghanistan, Syrien, Afrika) aufgestellt werden sollen, möchten wir als Gemeindemitglieder unseren Widerspruch gegen dieses geplante Vorhaben einlegen. Und wie folgt begründen:

1. Die Seestraße - und speziell das Areal der Minigolfanlage - gilt als Knotenpunkt zum Naherholungsgebiet und ist mit den angesiedelten Sportstätten relevant für Tourismus und Freizeitaktivitäten. Der Johannishügel ist ein ausgewiesenes Naturdenkmal (beherbergt seltene Pflanzen, Bienen, Fledermäuse) und bei Spaziergängern und Wanderern beliebt. Dazu kommen Kinder und Heranwachsende, die eigenständig zur Ausübung ihrer Sportarten, wie Tennis oder Segeln, und auch im Sommer ins Südbad zum Baden fahren. Es ist also ein aus vielerlei Interesse heraus stärker frequentiertes Gebiet, dass deshalb sogar eigentlich ein höheres Maß an Sicherheit benötigen würde. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Polizei aus Starnberg im Fall der Fälle auch mal drei Stunden benötigt,
um vor Ort zu sein. Mit 108 neuen Menschen auf insgesamt 36 Bewohner der Seestraße (inkl. der 24 betreuten jungen Mädchen) findet eine Verschiebung der Verhältnisse statt, die bei uns ein Unbehagen auslöst. Unter anderem weil es sich wahrscheinlich nicht, wie schon 2015 von der Bundesregierung fälschlicherweise angekündigt, um Familien handeln wird.

2. Aufgrund der Zeltlösung (2016 - 2017) bestehen in der Seestraße bereits einschlägige Erfahrungen mit einer Einrichtung dieser Art. Im direkten Umfeld befindet sich das Tabaluga-Haus. In diesem sind aktuell 24 junge Mädchen - oftmals aus hochgradig dysfunktionalen Familienverhältnissen und mit traumatisierenden Gewalterfahrungen - untergebracht und werden psychologisch betreut. Schon bei den Bewohnern der vergangenen Flüchtlingseinrichtung kam es, gerade im Hinblick auf das Verhalten junger Mädchen gegenüber, häufiger zu heiklen Situationen. Auch vor diesem Hintergrund sollte der Standort überdacht werden.

3. Anwohner der Seestraße haben in den letzten Jahren bereits eine Vielzahl an langjährigen Belastungen hinnehmen müssen. Darunter die Flüchtlingszelte in der ersten Welle und seit 2021 das Baustellenzwischenlager, das für ein hohes Maß an Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigung sorgt. Durch die Lage dieses Zwischenlagers – in unmittelbarer physischer Nachbarschaft zum Minigolfplatz - ist auch eine umso höhere und dadurch unzumutbare Beeinträchtigung der Flüchtlinge zu erwarten. Das könnte bei traumatisierten Menschen zusätzliche Ängste und unvorhersehbare Reaktionen auslösen. Ein weiterer
wichtiger Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist.

4. Grundsätzlich sehen wir in Tutzing gerade für die Jugend immer weniger Möglichkeiten für Zusammenkünfte - der Minigolfplatz hatte einige Interessenten, die spannende Angebote für den Weiterbetrieb unterbreiteten. Darauf gab es von Seiten der Gemeinde zum Teil nicht einmal Reaktionen. Das Areal würde sich aber durch seine Lage inmitten der Sport- und Freizeitanlagen ideal für einen entsprechenden Treffpunkt anbieten. Natürlich ist uns bewusst, dass eine angemessene Unterbringung für Flüchtlinge in Tutzing nötig ist. Deshalb haben wir uns auch Gedanken über entsprechende Alternativen gemacht. Denkbar
wäre zum Beispiel:

• BRK-Wiese, großflächiges Areal und im Gegensatz zur Dreiecksfläche des ehem. Minigolfplatzes deutlich besser mit kubischen Containern bebaubar, Busanbindung ist gegeben - und, ein weiterer Vorteil: Dieses Gebiet wurde bereits in der Vergangenheit für die Unterbringung von Asylsuchenden in Wohncontainern genutzt, Wasseranschluss ist vorhanden.
• Behringerweg Süd, beim Bahnhof Parkplatz Süd
• Anmietung von Privatflächen, die anscheinend zwar angeboten, aber aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt wurden.
Oder wie wäre es mit der Rathauswiese (Nötige Amtsgänge wären schnell möglich, Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte in unmittelbarer Nähe und auch der Bahnhof ist schneller zu erreichen.)

Ungeachtet der mangelnden Informationskultur, die die Gemeinde bei diesem Thema bisher pflegte: Wir haben versucht, unser Anliegen in der Kürze der Zeit zu formulieren - bitte nehmen Sie unsere Einwände ernst, prüfen Sie unsere vorgeschlagenen Alternativen gründlich, und lassen Sie uns in einem konstruktiven Austausch einen Konsens finden, mit dem alle Seiten zufrieden sind.

Mit freundlichen Grüßen
Die Bewohner der Seestraße (Wilden, Wilson, Feierabend, Mankiewicz/Herrmann, von Mitschke-Collande)
Das Tabaluga Kinderheim

(In dem Schreiben wurde zunächst auch der Tenni-Club Tutzing genannt, der sich davon aber distanziert hat. Die Redaktion)

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Comments

Seit Sommer 2022 ermöglicht der ASB etlichen ukrainischen Flüchtlingen mit Unterkünften im Beringerhaus ein sicheres und gut betreutes Leben unserer Gemeinde. Das Gelände ist weitläufig und hat noch viele Platzreserven. Könnte nicht mit dem ASB verhandelt werden ob dort Flächen für die Container zur Verfügung gestellt werden könnten? Auch die Helfer könnten Synergien nutzen und die Wege bleiben kurz.
Was ist denn mit dem Seehofgelände? Das wurde irgendwann irgendwo erwähnt, aber nie diskutiert glaub ich
Sehr geehrte Frau Baumann,

in der von Ihnen vorgegebenen Reihenfolge (und in maßvollem Ton):

- wenn Sie nur die wahlberechtigten Bürgerinnen in Ihre Prozentrechnung einbeziehen wollen, dann müssten Sie ja auch die nicht wahlberechtigten Bürgerinnen aus der Petition herausrechnen - was schlecht geht.
- "Stänkern gegen Menschen, die ihre demokratischen Rechte nutzen" sehe ich in meinem Kommentar nicht.
- es mag Ihnen persönlich um den Standort gehen. Die von mir angesprochenen Kommentare von Petent*innen legen nahe, dass es vielen davon durchaus um Geflüchtete und weniger um den Standort geht. Anders ist schwer erklärbar, dass in einer fast überwiegenden Anzahl der Kommentare der Schutz von Kindern, Mädchen und Frauen (und dabei meistens nicht derjenigen aus dem Tabaluga-Haus!) vor Geflüchteten gefordert wird. Dazu darf man eine Meinung haben und auch äußern, hoffe ich. Ich persönlich finde, dass die Belange des Tabaluga-Hauses berücksichtigt werden müssen und habe dies auch schon geäußert (haben Sie vielleicht überlesen). Und ich finde die (natürlich in der Regel anonyme) Vorverurteilung von Geflüchteten als Kinderschänder, Belästiger und Vergewaltiger, kulminierend in dem zuletzt von mir wörtlich zitierten Kommentar, ziemlich abstoßend. Dementsprechend möchte ich selbst mich nicht an einer Petition beteiligen, an der sich so viele derart gestrickte Personen beteiligen.
- wenn Sie meine Äußerung vom 17.01.so sehen, dass ich "irgendwelche Aussagen" treffe und "Interpretationen vornehme" - bitte. Ich habe mich, wie von Ihnen gewünscht, zu den in der Petition genannten Punkten geäußert. Der Inhalt muss Ihnen ja nicht passen, damit kann ich durchaus leben.

Ihnen hätte bei sorgfältiger Lektüre auffallen können, dass ich mich am 17.02. zu der Petition als solcher und den von den Petent:innen vorgetragenen Argumenten (eben auch in den Kommentaren) geäußert habe. Inhaltlich bin ich der Meinung, dass die Gemeinde unter Beteiligung der Öffentlichkeit schlicht den geeignetsten Standort auswählen sollte (auch das hätten Sie früheren Kommentaren meinerseits entnehmen können), aber nicht ausschließen würde, dass eben der frühere Minigolfplatz das Ergebnis dieses Abwägungsprozesses sein könnte. Nur am Rande - es wurde ja schon angedeutet, dass es evtl. nicht bei einer einzigen Unterkunft in Tutzing bleiben wird. In diesem Fall könnte der frühere Minigolfplatz zu einem späteren Zeitpunkt doch noch als dann beste verbliebene Alternative zum Zug kommen...
@StefanDornow
Sehr geehrter Herr Dornow, eine Petition ist im Normalfall auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Und es sind auch mehr als 3%, da Sie natürlich nur die wahlberechtigten Bürger in Ihre Rechnung einbeziehen dürfen. Nicht zu vergessen, dass ab 5% Parteien u.a. in den Bundestag einziehen. Insgesamt ist dieses ganze Stänkern gegen Menschen, die ihre demokratischen Rechte nutzen, für mich schon sehr fragwürdig. Nochmal: Es geht um den Standort, nicht um die Flüchtlinge - und das aus gutem Grund. Ein überzeugendes Gegenargument diesbezüglich, suche ich bei Ihnen immer noch vergeblich. Widerlegen Sie doch einfach die in der Petition genannten Punkte - anstatt hier irgendwelche Aussagen zu treffen und Interpretationen vorzunehmen, die mit dem Thema an sich nichts zu tun haben. Dann kann man auch vernünftig debattieren.

@BernhardRekus
Hallo Herr Rekus, gute Idee, vielen Dank! Auch das sollte man der Gemeinde als weitere Alternative vorschlagen.
Sehr geehrter Herr Dornow,

Der letzte Betreiber hat das Areal vor etwa zwanzig Jahren bereits in einem, wie Sie es nennen, heruntergewirtschafteten Zustand vorgefunden.
Wenn Sie den Preis von zuletzt einem Euro für Schläger und Ball als Unverschämtheit empfinden, bitte ich zu bedenken, dass ich all die Jahre selbstständig war.
Bei aller um sich greifenden Begeisterung möchte ich schon auf ein paar Punkte aufmerksam machen:

Rund drei Prozent aller Tutzinger Bürger*innen haben sich an dieser Petition beteiligt. Das kann, muss man aber nicht unbedingt als "großen Erfolg" ansehen.

Die Trauer um ein anscheinend unwiederbringlich zerstörtes "Naherholungsgebiet" kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es gibt Tennisplätze (für zahlende Mitglieder), den Segelverein (für zahlende Mitglieder), den Ruderverein (für zahlende Mitglieder), das Südbad (für zahlende Gäste) und den Bolzplatz (primär für den Fussballverein). Bliebe für die nicht zahlende Allgemeinheit der Johannishügel, an dessen äußerstem Ende der Mingolfplatz liegt - wie schon vielfach erwähnt neben dem optisch ja wohl auch unerfreulichen Baustellenlager, das ja auch noch ein paar Jahre bleibt. Da soll die Rotkreuzalm im Naherholungs- (Naturschutz- / Landschaftsschutz-?)gebiet Deixlfurter See in dieser Hinsicht so viel besser sein?

Wenn jetzt die Minigolfanlage schon als "nostalgisch" verklärt wird, fällt es mir schwer, das ernst zu nehmen. Der Minigolfplatz ist in den letzten Jahren seiner Existenz von Seiten des Pächters und der Verpächterin in schöner Eintracht total heruntergewirtschaftet worden. Mir ist es ziemlich egal, wen daran mehr Schuld traf, aber es war eigentlich schon lange vor der Schließung eine Unverschämtheit, für die Benutzung dieser Bahnen überhaupt noch Geld zu verlangen. Und jetzt ist er seit Jahren geschlossen und verfällt noch weiter. Warum eine Neuverpachtung gescheitert ist, weiss ich nicht. Der Gemeindeverwaltung ohne jedes Indiz einfach mal zu unterstellen, sie wolle dort auf dem Umweg über eine Containeranlage Bauland schaffen, ist auch nur eine leere Behauptung, aber kein Argument.

Und schließlich: glücklicherweise kann man ja auf der Petitionsseite auch noch seine persönlichen Kommentare hinterlassen. Was man da so lesen kann, macht es jedenfalls mir schwer, noch allzu große Sympathien für die Petition insgesamt zu entwickeln. Von harmlosem Blödsinn wie "weil ich gerne mit meinen Kindern am Minigolf bin" (wie, um mit den Kindern über den Zaun in die heruntergekommene Anlage zu blicken?) oder "unsere Tochter 13 trifft sich genau dort mit ihren Freundinnen" (Zuschrift aus Stuttgart - ganz schön lange Anreise für die Tochter) und "weil wir dort ein Haus haben" (wenigstens ehrlich) geht es schnell über mehrfach aus unterschiedlichen Orten wiederholte identische Ausführungen (merkwürdig) dahin, dass in dutzenden Kommentaren beschworen wird, dass Frauen und Kinder sich nicht mehr sicher fühlen können, wenn dort geflüchtete Männer untergebracht sind. Da hätten wir ja mal ein schönes, pauschales, ausländerfeindliches Vorurteil, das in dem - Stand jetzt - letzten Kommentar kulminiert, den man durchaus mal zitieren darf und von dem man sich auch durchaus mal distanzieren könnte: "Weil genau diese, meist Jungen Männer aus diesem Kulturkreisen Probleme machen und man sich als Frau nicht mehr Sucher fühlt....Ausserdem haben wur schon viel zu viele hier die sich nicht integrieren wollen. Man sollte erst Alle abschieben die hier kein Bleiberecht haben, dann wäre auch wieder Platz für richtige Flüchtlinge und nicht für Alle Sozialschmarotzer" (Die Rechtschreibfehler geben dem noch eine besondere Note).

Wie oben gesagt, drei Prozent - und die durchaus zu überdenkenden sachlichen Argumente in der Petition werden offensichtlich von einem großen Teil dieser drei Prozent gar nicht geteilt...
(Bearbeitet)
Wirklich keine schlechte Idee! Ab und zu eine S-Bahn ist allemal besser als der Baulärm. Und zentral ist es weis Gott. Danke für diesen konstruktiven Vorschlag.
Oder gehört das Gelände evtl. der Bahn? Mit der müsste man sich aber doch einigen können...
(Bearbeitet)
Was ist denn mit der zentralen, uralten Brache zwischen Heinrich Vogl Straße & Bahnlinie? Da geht doch schon ewig nichts weiter.

Ja, ich sehe die Nachteile auch.
Aber gleich daneben leben Tutzinger auch ganz nah an der Bahnstrecke; sogar freiwillig.
Zu den Gleisen könnte ein entsprechender Zaun Sicherheit und einen gewissen akustischen Schutz gewährleisten.
Die alten Ruinen sind schnell abgerissen - endlich!
Zentrale Lage mitten unter uns.
Kurze Wege zu Kindergärten & Schulen, Ärzten, Bücherei, Geschäften, Bus & Bahn.
Oder gibt's bessere Vorschläge?
(Bearbeitet)
Das altgriechische „kratia“ κρατία bedeutet: „Herrschaft“ und steckt in Worten wie:

Auto-Kratie – Herrschaft des Einzelnen
Demo-Kratie – Herrschaft des Volkes
Oder, in diesem Land die mächtigste Herrschaftsform,
Büro-Kratie.

Pluto-Kratie wäre demnach die Herrschaft der Betuchten.

Wer nun allein schon die Initiative, Interessen zu formulieren und Gleichgesinnte zu mobilisieren als „Herrschaft“ empfindet, missversteht gründlich das Grundprinzip von Demo-Kratie, die auf einem Ausgleich von - argumentativ zu diskutierenden - Interessen basiert, für welchen deren Formulierung wiederum eine Grundvoraussetzung ist.

Zugleich ist es eine billige Stimmungsmache, die versucht, tumbe Ressentiments gegen vermeintlich Wohlhabende zu schüren, und insinuiert, hier würden ein paar wenige „Großkopferte“ ihre Privilegien sichern wollen.
Ein Reflex, der ja überall recht locker sitzt und mit dem man immer leicht Punkte machen kann.

Dass der Beitrag vom 16.01. dabei auch gleich noch viele in Vereinen engagierte Tutzinger Bürger mit in Sippenhaft nimmt, ist im Diskreditierungsfuror offenbar gar nicht aufgefallen…

Der große Erfolg der Petition hingegen, welche in diesen wenigen Tagen das erforderliche Quorum bereits bei weitem übertroffen hat, zeigt jedoch, dass es hier um weit mehr geht, als nur um die Belange von unmittelbaren Anrainern.

Wir haben es mit einer komplexen und schwierigen Gemengelage zu tun, in der sich verschiedene Interessensfelder überschneiden und für die es keine einfachen Lösungen gibt:

- Gegenwärtig drängt die Zeit und eine Kuh muss kurzfristig vom Eis - 108 Asylbewerber müssen möglicherweise schon in wenigen Wochen untergebracht werden.

- Zugleich hat die Tutzinger Allgemeinheit großen und berechtigten Bedarf an Arealen, welche für die unterschiedlichsten Bedürfnisse zur Verfügung stehen, und von welchen es in der Gemeinde immer weniger gibt.

- Die Flüchtlingsthematik hingegen ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die uns noch lange, und vermutlich auch in noch viel drastischerer Weise beschäftigen wird.
Mit einem halbgaren Schnellschuss, der mehr Nachteile als Vorteile hat, verschaffen sich Landratsamt und Gemeinde vielleicht ein wenig Luft.
Aber mehr Flüchtende werden kommen, und noch mehr…

- Nebenbei bemerkt: das vom Landrat bereits vorgebrachte Argument, eine Aufteilung der Geflüchteten auf verschiedene Standorte stünde einer effektiven Betreuung im Wege, verpufft schnell, wenn die Kapazität des Minigolfplatzes schon in kürzester Zeit ausgeschöpft sein wird.
Oder möchte man weitere Container dann gleich auf den Johannishügel stellen?

- Was Tutzing also braucht, ist eine langfristig tragbare, aber auch verträgliche, Lösung für mittelfristig sicherlich deutlich mehr Menschen als nur die nun zugeteilten 108.
Daher kann und darf diese unglückliche und kurzsichtige Minigolfplatzvariante - im worst case - nur eine dem Zeitdruck geschuldete Übergangslösung sein und dürfte KEINESFALLS zur Dauerlösung werden.

- Noch hat man gegen sinnvolle und bereits bewährte Alternativen wie das BRK Gelände, welches weit größere Kapazitäten hat und für diesen Zweck ebenfalls bereits erschlossen ist, noch keine wirklich zwingenden Gegenargumente gehört.

- Und wie schon ausgeführt: sollten bei der einen oder anderen Alternative gegenwärtig noch erschließungstechnische Defizite bestehen - den entsprechenden politischen Willen voraus gesetzt ließe sich hierfür sicherlich mittelfristig eine gemeinsame Lösung finden.

- Aber noch aus einem weiteren Grund müssen die Tutzinger Bürger - auch das wurde schon ausgeführt - wachsam sein!
Die Aufstellung von Wohncontainern ist in vielen Gemeinden ein probates Mittel zum Einstieg in die Umwandlung eines Areals in Baugrund, der dann lukrativ veräussert werden kann.
Die Gemeinde bekäme dann zwar Geld in die Kassen. Wenn das Areal Minigolfplatz aber erst einmal in privater Hand ist, ist es für die Allgemeinheit ein für allemal verloren.

Man sieht, hier fliegen allerhand Bälle durch die Luft, mit denen es zu jonglieren gilt. Keine einfache Aufgabe, und die Entscheidungsträger sind auch nicht zu beneiden, hierfür eine für alle möglichst verträgliche Lösung finden zu müssen.

Angesichts der Brisanz und den gravierenden Konsequenzen für ALLE Tutzinger Bürger, muss dieses Thema jedoch in seinen längerfristigen Perspektiven
IM DIALOG MIT DEN BÜRGERN
entwickelt, und nicht in einer Nacht- und Nebelaktion binnen einer Woche durchgepeitscht werden!


ps:
Warum eigentlich hat die Gemeinde, die von der Aufgabenstellung offenbar schon seit drei Monaten weis, buchstäblich bis zum letzten Moment gewartet, bevor sie die Sache publik macht...?




(Bearbeitet)
Wie wäre es denn, liebe Frau Baumann, wenn Sie Ihre Position vortragen, ohne persönlich zu werden? Was aus Ihrer Sicht bei mir „nicht stimmt“ liegt auf der Hand: ich bin anderer Meinung als Sie. Das alleine qualifiziert schon für den Pranger?

Geflüchtete, die übrigens in der Regel kein Auto vor der Türe stehen haben, an die Ortsgrenze auszulagern, dürfte mit Blick auf die Ortsentwicklung keine gute Idee sein. Würde so entschieden, wäre vielleicht das kurzfristige Problem der Anreiner gelöst, den nachfolgenden Generationen hätte man damit aber ein Ei ins Nest gelegt.
@Kerbs
Deshalb wurde als Alternative die BRK-Alm vorgeschlagen. Wenn Sie ein Areal, das mit dem Bus in ca. 10 Minuten zu erreichen ist (mit dem Auto noch schneller), als „irgendwo, wo niemand die Zeit (also das Geld) hat…etc.“ bezeichnen, zeigt das für mich sehr gut auf, dass anscheinend gerade die Befürworter solcher Projekte den Bezug zur Realität in vielerlei Hinsicht gänzlich verloren haben. Dass Sie die anderen Gründe, besonders die Erfahrungen des Tabaluga-Hauses von 2016/17 und die darauf bezogenen Befürchtungen erst gar nicht erwähnen, und stattdessen von irgendwelchen Erfolgen schwadronieren, weckt bei mir erhebliche Zweifel an Ihren psychologischen Fähigkeiten. Ihr Demokratieverständnis lässt übrigens auch zu wünschen übrig, wenn Sie schon Probleme damit haben, dass Bürger ihre Rechte wahrnehmen - und das auch noch als „plutokratisch“ diskreditieren. Was stimmt eigentlich mit Ihnen nicht? Erschreckend, was sich hier bei manchen für ein Denken offenbart.
Was würde eigentlich passieren, wenn die Kampagne erfolgreich endet? Die Container müssten an einem anderen Ort eingeplant werden. Und die dortigen Anrainer würden absehbar genau dasselbe tun wie ihre Vorgänger. Denn natürlich werden sie ebenso gute Gründe für ihre Sache anführen können. So ginge das immer weiter, von Stellplatz zu Stellplatz würde Kampagne auf Kampagne folgen. Bis schlussendlich die ungeliebten Kisten und ihre Bewohner irgendwo enden dürften, wo niemand die Zeit (also das Geld) für geschmeidige Öffentlichkeitsarbeit hat und so gut in Gremien, Vereine und Netzwerke eingeflochten ist, dass am Ende der Erfolg wartet. Weil das aber nicht sonderlich demokratisch ist, sondern eher plutokratische Züge aufweist, werden da das Landratsamt und die Gemeinde Tutzing hoffentlich nicht mitspielen.
Aktuelles Zwischen-Update (17.01., 08:27 Uhr): Petition jetzt bei 429 Unterschriften, davon 352 aus Tutzing. Damit ist das Quorum (280) zu 125% erreicht!
(Bearbeitet)
Ist bekannt wann die Bagger anrollen und die Bäume umgeschnitten werden sollen? Man sollte sich schon mal um Sekundenkleber etc. kümmern um die endgültige Zerstörung des Minigolfplatzes zu verhindern. Welche Meinung hat eigentlich der neu geschaffene Jugendbeirat zu diesem Thema? Gibt es da kein Intresse, dass der Minigolfplatz bleibt und wiederbelebt wird? Sorry, aber ihr seit mir bis dato viel zu leise!
(Bearbeitet)
Ich fürchte, dass man im Angesicht der Dringlichkeit, keine vollen 2 Monate auf das Endergebnis einer unverbindlichen Online-Petition wird zuwarten können, um dann erst über den Standort zu entscheiden.
Da wird man sich in Tutzing schneller auf einen geeigneten Standort verständigen müssen!
(Bearbeitet)
Andersherum wird ein Schuh draus:
für das Erreichen eines - von einem Algorhytmus errechneten - Quorums hat eine Petition 2 Monate Zeit.
Dass jetzt binnen nur zwei Tagen bereits mittlerweile 94% der erforderlichen Quorumszahl (und zwar Tutzinger) ihre Sicht zum Ausdruck gebracht haben, ist schon jetzt ein eindrucksvolles Stimmungsbild und zeigt, wie sehr dieses Thema bewegt.
Dass möglicherweise der eine oder andere heute anderswo lebende Ex-Tutzinger seine Meinung ebenfalls kund getan hat, tut dem keinen Abbruch.

Aber Frau Mieth stellt in ihrem Beitrag interessante Fragen!
In diesem Zusammenhang sei verwiesen auf einen Artikel in der SZ von 2020 (siehe unten), aber auch auf einen offenen Brief an dieser Stelle vom 29.11.2021.
Demzufolge gab es bereits damals hochmotivierte Interessenten, die beabsichtigten, auf dem Gelände eine Naturminigolfanlage nach Vorbild einer Anlage in Percha zu realisieren, und die offenbar ein solides Angebot unterbreitet hatten.

Warum kamen diese nicht zum Zuge? An den Anwohnern lag es definitiv nicht (siehe Beitrag vom 13.01.)

Wenn man sich aber klar macht, dass die Installation von Wohncontainern in vielen Gemeinden (Beispiel Berg) gezielt als Türöffner genutzt wird zur Umwandlung eines Areals in Baugrund, bekäme die Sache, jenseits der Asylthematik, eine ganz andere Dimension.

Zumal man derzeit beim Landratsamt bereits die Genehmigungsfähigkeit von Bauvorhaben an dieser Stelle prüfen lässt...

Den Tutzingern aber muss klar sein: wenn dieses Areal dereinst erst einmal an einen privaten Bauträger verkauft ist, kommt zwar fraglos Geld in die Gemeindekasse, aber für die Tutziger Allgemeinheit ist es dann ein für allemal verloren.

Das Krebsgeschwür der Flächenversiegelung hingegen hätte sich, wieder einmal aus materiellen Interessen, ein Stück weiter in das Naturdenkmal Johannishügel hineingefressen…

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/tutzing-verwaiste-minigolf-anlage-1.5084870
(Bearbeitet)
Ich soll hier Falschinformationen verbreitet haben? Tatsächlich?
-> Ja, Openpetition weist die regionale Herkunft der Stimmen aus; zählt aber meines Wissens an Ende doch alle zusammen.
-> Ein simpler Abgleich von Namen & Email ist doch nicht vergleichbar mit einer offiziellen Bürgerbefragung, wo man sich persönlich ausweisen muss.
-> Viele von uns haben mehrere, getrennte Accounts für Emails und andere Anwendungen; dazu noch mehrere unterschiedliche Zugänge zum Internet. Allein das reicht bereits aus, um mit geringem Aufwand (und ggf. Alias) mehrfach abzustimmen, wenn man das will. Dazu braucht es längst keine Hackerkenntnisse.

Ich habe mich übrigens nicht grundsätzlich gegen diese (und andere) Petitionen ausgesprochen, aber man sollte alle Online-Petitionen eben auch angemessen einordnen und keinesfalls überbewerten.
Da ich außerdem nicht unfehlbar bin, kann man mich immer auf evtl. Fehler hinweisen, aber bitte doch ohne mir sofort Böswilligkeiten zu unterstellen. Bei sachlich nachvollziebarer Kritik lerne ich jederzeit gern dazu; insbesondere wenn man mich über die Tiefen der Logarithmen bei Openpetition aufklärt.
(Bearbeitet)
Ich gebe zu bedenken, dass die Flüchtlingshelfer am vorgesehenen Minigolfplatz zu weinig Zeit haben werden, sich für die Sozialen Belange der einzelnen Asylbewerber zu kümmern, weil sie sich vor Ort mehr um Schadensbegrenzung bemühen werden müssen. Deshalb empfehle ich den Standort Rot-Kreuz-Alm für ein zukünftiges harmonisches MITEINANDER.
Lieber Herr Rekus, schön, dass Sie sich mit der Petition beschäftigen. Wie Sie ja selbst gesehen und geschrieben haben, sind die Teilnehmer - also diejenigen, die ihre Unterschrift abgegeben haben - strikt getrennt. Es zählen demnach nur die Tutzinger Stimmen. Dass sich Leute aus Berlin oder anderen Regionen Deutschlands für dieses Thema interessieren, ist also für die Petition nicht relevant. Es findet übrigens ein Namens- und E-Mail-Abgleich statt, damit keine Duplikate möglich sind. Und das wird sehr wohl kontrolliert. Und zu Ihren fehlenden Gegenstimmen: diese Petition richtet sich gegen den Standort Minigolfplatz. Es ist also keine Für/Wider-Abstimmung. Es steht Ihnen doch frei, eine Petition für den Standort Minigolfplatz ins Leben zu rufen. Kurz gesagt: Es wäre freundlich, wenn Sie es unterlassen könnten, solche Falschinformationen zu verbreiten. Herzlichen Dank an der Stelle.
Da ist hier um die Online-Petition geht, habe ich auch mal einen Blick in die dazugehörigen Statistiken geworfen:
-> Aktuell (um 08:54) gibt Openpetition an, dass nur 79 % der angegebenen Stimmen aus Tutzing stammen.
-> Das bedeutet, das 21 % der aktuell abgegebenen Stimmen NICHT aus Tutzing stammen.
-> Neben Nachbargemeinden sollen je 3 Stimmen sogar bis aus Berlin & Hessen stammen, sowie 1 Stimme aus Baden-Würtemberg.
(Keine Anhnung welche Interessen Berliner & Hessen an Tutzing haben könnten; vielleicht Freunde oder Verwandtschaft, die da mitmachen? Oder einfach nur Internettrolle?)

Man sollte diese Online-Petitionen auch nicht mit echten Petitionen, oder gar von echten Abstimmungen/Wahlen verwechseln:
-> Grundsätzlich werden ja bei Petition nur Stimmen gesammelt & gezählt, die für die jeweile Petition sind; Gegenstimmen interessieren nicht.
-> Online aber kann jeder mit Internetzugang mitmachen; diesmal auch aus Berlin & Baden-Würtemberg.
-> Wer keinen Internetzugang hat, kann nicht mitmachen; Pech gehabt.
-> Wenn man will, kann man sich sogar mehrfach mit jeweils anderen Angaben anmelden und somit auch mehrfach seine Stimme abgeben; niemand kontrolliert das.
War es in Berg so, dass die Container, die dort eine Zeit am Kreisel standen, eine andere Nutzung oder sogar erst eine Bebauung ermöglicht haben? Steht da jetzt ein Hotel? Wäre das am Minigolf auch möglich? Gibt es vielleicht schon Interessenten? Würde es den Entscheidungsträgern bei ihrer Findung helfen, wenn sie dort einmal für eine Woche Zelten könnten?
Sehr geehrter Herr Dornow,

Vielen Dank für Ihre Zeilen und die Differenzierung auch Ihrerseits. Damit kann man zumindest dieses Thema wie ich hoffe abschließen.

Und ja, ich bin genau der Gert Wilden, der mit seinen Freunden auch am 13.Februar wieder, diesmal im Midgardhaus, spielen wird und sich schon sehr darauf freut!

Und nicht nur deswegen habe ich selbstverständlich überhaupt nichts gegen all die aufgezählten Aktivitäten im Naherholungsgebiet. Im Gegenteil, das ist für mich der Sound des Lebens, ebenso wie Kirchengeläut, Hähnekrähen oder spielende Kinder...
„Ruhig ist es auch im Grab“ lautet ein Iranisches Sprichwort…

Es tut mir leid, wenn ich mich hier meinerseits mißverständlich ausgedrückt habe.

In unserem Fall macht es die Kulmination mit dem Baustellenzwischenlager.
Sie haben natürlich recht, alle Tutzinger Bürger sind in der einen oder anderen Weise von der Maßnahme betroffen.
Und wir alle haben ja auch etwas davon. Der bereits fertig gestellte Teilabschnitt zeigt, worauf wir uns dereinst freuen können…
Ich gebe nur zu bedenken: anders als für manchen Anrainer eines Teilbabschnitts haben wir in der Seestrasse die Belastung durchgehend und unvermindert für die Dauer der gesamten Maßnahme über mindestens 5 Jahre hinweg. Das ist schon eine Besonderheit.

Aber endlich wieder zum Thema:

Nachdem die Flüchtlingsthematik noch über lange Jahre virulent bleiben, sich vermutlich sogar noch drastisch verschärfen wird, brauchen wir doch eine langfristig tragbare, aber auch für alle verträgliche Lösung und keinen halbgaren Schnellschuss, der mehr Nachteile als Vorteile hat.
Selbst wenn die Zeit jetzt gerade drängt.

Ich bin nicht sicher, ob alle möglichen Alternativen bisher wirklich schon konsequent genug und ergebnisoffen durchgespielt wurden.

Aber sollten bei der einen oder anderen Variante bislang erschließungstechnische Defizite im Wege stehen, für deren Lösung die Gemeinde derzeit kein Geld hat (Schulsanierung...) - warum legen wir Tutzinger Bürger nicht, z.B. im Rahmen eines Crowdfunding, zusammen und helfen bei der finanziellen Umsetzung…?
Wenn jeder - nach seinen Möglichkeiten - seinen 20ger, 50ger, 100ter oder 1000der in den Hut wirft - ein Wasseranschluss , ein Zufahrtsweg oder ein Shuttlebus sollten doch auf diesem Weg gemeinsam zu stemmen sein.

(Bearbeitet)
Meine Weisheiten sind das? Mitnichten, Herr Wagner. Es gilt als aufgeklärter Konsens, dass Lösungen besser werden, wenn regionale Probleme auch mal in größeren Zusammenhängen gedacht werden. Nicht Ihr Ding, habe ich verstanden.
Sehr geehrter Herr Wilden,

wenn Sie mich persönlich ansprechen, antworte ich Ihnen gerne.

Zunächst: ich hatte mich auf einen früheren Artikel in den "Vor-Ort-News" bezogen - zumindest hatte ich in Erinnerung, dass die Anlieger Bedenken gegen die Weiternutzung und / oder den Ausbau des Minigolfplatzes hatten. Tatsächlich lautet das Zitat so: "Wenn künftige Betreiber dieses Potenzial geschickt ausbauen sollten, könnte dies nach Meinung mancher Skeptiker mit einer Lautstärke verbunden sein, die manchen Nachbarn an der Seestraße wahrscheinlich weniger gefällt. Im Hauptausschuss war schon von einem denkbaren Biergarten die Rede. ... Die Gemeinde, bei der manche Mitarbeiter Klagen von Nachbarn über Lärmbelästigungen durch andere nur allzu gut kennen, will nun erst einmal in Kontakten mit dem Landratsamt Starnberg herauszufinden versuchen, was überhaupt auf dem Grundstück der Minigolfanlage erlaubt ist und was nicht." Das ließ sich durchaus so verstehen, dass Beschwerden / Klagen der Nachbarn drohten. Offenbar war das aber nicht zutreffend und es ist gut, dass Sie das richtiggestellt haben.

Was Ihre übrigen Ausführungen betrifft: natürlich existiert an der Seestraße erheblicher Verkehr. Und natürlich ist es für die Anlieger unglücklich, dass - vorübergehend, aber doch ziemlich langfristig - das Baustellen-Lager dazugekommen ist. Andererseits ertragen ja auch andere Bürger der Gemeinde Tutzing so Einiges, was sie selbst nicht oder nur zum Teil verursacht haben. Wer in der Mitte von Tutzing wohnt, hat nicht nur den massiven Verkehr auf der Hauptstraße zu ertragen, sondern bekommt obendrauf neben viertelstündlichem Kirchengeläut im Sommer andauerndes Hupen des Schiffsverkehrs, den Lärm der heimfahrenden Gastronomie-Besucher nachts usw. Mal ganz zu schweigen von den anstehenden Bauarbeiten im Ortszentrum. Im Norden Tutzings hat man die Baustelle mit all ihren Nebenerscheinungen ertragen dürfen und wird sie auch im kommenden Jahr ertragen müssen, die Anlieger der Zufahrten zu Midgardhaus, Nordbad, Garatshausener Bad haben auch nicht nur Vergnügen damit. Am Krankenhaus die Notarztsirenen, am Feuerwehrhaus die Feuerwehrautos, am Bahnhof und den Gleisen der Zuglärm, in der Nähe der Supermärkte der Lieferverkehr usw. Kurz gesagt und mit allem Respekt: so ungewöhnlich ist Ihre Lage dann doch nicht. Und eine Geflüchtetenunterkunft wäre halt an jeder Stelle eine zusätzliche (mindestens subjektive) Belastung - mit Ausnahme von Stellen, die für eine solche Unterkunft un- oder schlecht geeignet wären. Dazu zählt nun einmal auf jeden Fall die "Rotkreuz-Wiese", und am Beringerweg sind meines Wissens schon ukrainische Geflüchtete untergebracht. Die Häuser im Schönmoosweg sind nicht mehr nutzbar. Bliebe die Wiese am Rathaus. Ich wäre absolut dafür, diese zu nutzen.

Nur am Rande: ich habe diversen öffentlichen Ankündigungen entnommen, dass ein Gert Wilden mit seiner Band zumindest gelegentlich auf dem Museumsschiff Konzerte gibt. Sollte es sich hier nicht nur um eine zufällige Namensgleichheit handelt, wären Ihre Beschwerden über die laute Musik auf dem Museumsschiff etwas befremdlich.

Ich teile übrigens ausdrücklich Ihre Enttäuschung, dass die Gemeindeverwaltung anscheinend keine Notwendigkeit gesehen hat, die Anlieger vorab zu informieren und anzuhören - das hätte bei aller Eilbedürftigkeit geschehen müssen.
Mann oh Mann Herr Kerbs,
hier geht es weder um die Flüchtlingskrise noch um deren Ursache, sondern einzig um den Standort der Wohncontainer. Bitte verschonen Sie uns doch bitte wenigstens diese Mal mit ihren nervigen Weisheiten!
(Bearbeitet)
Die Petenten folgen der nicht ganz zu Ende gedachten Devise "aus den Augen, aus dem Sinn". Was nicht weit tragen dürfte, da die klimabedingte Massenmigration derzeit erst am Anfang steht. Viele Regionen der Welt rutschen gegenwärtig in die Unbewohnbarkeit, weil es dort zu heiß wird, zu trocken, zu stürmisch, die Meeresspiegel steigen oder all das in gewalttätige Verteilungskämpfe und Kriege mündet.

Wenn nun DIESE Container vielleicht zu anderen, weniger gut organisierten und eloquenten Mitbürgern verschoben wurden, werden sehr bald die nächsten Geflüchteten eine Bleibe brauchen, und die dann nachfolgenden ebenfalls. – Sofern es uns nicht gelingt, unsere Lebensweise sehr bald so zu verändern, dass deren mittelbare Klimaeffekte nicht auf Dauer Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertreiben.

Wäre es nicht langsam an der Zeit, in einem größeren Rahmen zu denken, also auch über den eigenen Gartenzaun hinaus?
Ich glaube mich daran zu erinnern, dass auf entsprechende Anfragen bereits zu Beginn des 2. russischen Überfalles auf die Ukraine offiziell geantwortet wurde, dass im Schönmoos die Hausinstallationen (Wasser, Heizung, Elektro) nicht mehr benutzbar seien.
Verstehe das Gezänke nicht! Es gibt in Tutzing für die Unterbringung der Flüchtlinge doch eine weitaus bessere Alternative als in diesen menschenunwürdigen Containern zu hausen... im Schönmoos stehen zwei oder sogar drei Wohnblocks leer, die angeblich zum Abriss freigegeben sind. Das wäre sicher zu stoppen
Die Kosten fürs Herrichten betragen einen Bruchteil , die am Minigolfplatz anfallen würden .Und was wichtig ist, die Neuankömmlinge sind dann in das Ortsgeschehen mit eingebunden.. Haben es nicht weit zur Gemeinde, Einkaufmöglichkeiten sind zu Fuß erreichbar usw.

Man könnte auch noch weitere Gemeinde Immobilien in Betracht ziehen... Das Kustermannhaus (schaut leer aus) und am Thomaplatz das Thomahaus. Ca.10 Familien würden in den beiden Häusern unterkommen.

Ein Nachdenk-Anstoß wäre das sicher und das Gezänke mit Petitionen und Schuldzuweisungen wäre abgehakt.
gez. Christian Wagenseil

(Bearbeitet)
Sehr geehrter Herr Jilg, sehr geehrter Herr Dornow,

Bezug nehmend sowohl auf Ihren Kommentar, als auch auf einen in diesem Punkt auf der selben Fehlinformation beruhenden Kommentar eines Herrn Dornow aus der parallelen Diskussion, darf ich Sie in meiner Eigenschaft als Mitglied der „Herrschaften“ aus der Seestrasse einmal aus erster Hand aufklären:

Ein Weiterbetrieb der Minigolfanlage oder einer vergleichbaren Nutzung dieses Areals kann von niemandem auf „Schwierigkeiten mit den Nachbaren wegen der Gefahr von Lärmbelästigung“ zurück geführt werden!
Gegen einen solchen haben wir uns nie explizit zur Wehr gesetzt!

Sollte das von Entscheidungsträgern irgendjemand dahin gehend geäussert haben, so benutzt er uns als Projektionsfläche und als bequeme Sündenböcke für was auch immer.

Ein Lärmgutachten gab es wohl, aber in einem anderen Zusammenhang, siehe unten.

Aber ganz schnell - auch hier wieder - zeigt jemand wohlfeil mit dem Zeigefinder oder zieht das „Not in my Backyard“ - Argument aus dem Hut. Ein erwartbarer Reflex.

Dennoch erlauben Sie mir, die Situation der Seestrasse aus Sicht der Betroffenen einmal etwas gründlicher dar zu legen:

Die Seestrasse bringt trotz, aber auch gerade wegen, ihrer idyllischen, an sich durchaus privilegierten Lage für ihre Anwohner bereits traditionell eine Reihe von spezifischen Belastungen mit sich, dient sie doch als Zufahrtsstrasse zu einem im Sommerhalbjahr stärkstens frequentierten Naherholungsgebiet mit Südbad, Tennis- Segel- und Ruderclub, Museumsschiff, Kustermannpark…

Kein Wunder also, dass in den Sommermonaten täglich oft tausende von Fahrzeugen für eine über die Jahre kontinuierlich steigende Lärm- und Abgasbelästigung sorgen.
Zudem kommt, dass „die Leute“ zunehmend in vielerlei Hinsicht rücksichtsloser werden.

Nichtsdestotrotz tragen wir „Seestrassler“ dies traditionell unter dem Motto „Leben und leben lassen“ seit Jahrzehnten und über Generationen hinweg, gewissermaßen als „Hintergrundrauschen", ohne Murren und Knurren, ebenso wie die mittlerweile abends an den Sommerwochendenden fast regelmäßig statt findenden Hochzeits- und sonstigen Veranstaltungen auf dem Museumsschiff mit lauter Musik bis in die späte Nacht, oder nächtliche Diskoparties im nahen Tennisclub...

Der Minigolfplatz war hierbei weis Gott stets das geringste Problem…

Und ja - wir haben versucht, uns zu wehren!
Auch mit einem Lärmschutzgutachten.
Und zwar - und bisher ausschließlich - gegen das Zwischenlager für den Erdaushub vom Ausbau der Hauptstrasse!
Damit verbunden ist für uns nämlich nun auch noch eine zusätzliche, intensive Lärm- und Gestankbelastung durch Lastwagen und auf dem Platz rangierende Planierraupen, die uns bereits ab den frühen Morgenstunden den Schlaf rauben.
Die Vibrationen der schweren Maschinen gefährden überdies im Vorbeifahren auf Dauer unsere Bausubstanz.
Diese Situation bleibt uns noch bis Ende 2025 erhalten.

Und jetzt noch die Container…

Wer nicht persönlich betroffen ist, argumentiert natürlich leichter aus der ethischen Vogelperspektive als jemand der tagtäglich mit den Konsequenzen leben muss.
„Gesamtgesellschaftliche Aufgaben“ „christliche Verpflichtungen“ - auch wir fühlen uns diesen verpflichtet.
Aber es muss auch eine Grenze geben, was man Einzelnen in diesem Zusammenhang an Zumutungen „draufsattelt“.

Und abgesehen von unseren persönlichen Belangen - man muss sich das einmal vorstellen:
Da fliehen Menschen aus infernalischen Gefahrenlagen, oft unter Lebensgefahr zu uns, haben oft traumatisierendes erlebt.
Und dann werden sie hier bei uns unmittelbar neben eine lärmende und stinkende Baustelle verfrachtet wo morgens um sechs die Baumaschinen losrattern?
Ohne irgendjemand unter den Entscheidungsträgern zynische Gedankenlosigkeit unterstellen zu wollen - aber das hat schon was…

Ansonsten schließe ich mich den vielen vorgebrachten weiteren Argumenten gegen diese unselige Standortwahl an…
Sind die Begründer dieser Petition, nicht auch die Herrschaften die dem Angebot dort eine Spielgolfanlage aufzubauen, durch ein gefördertes Lärmgutachten das Aus beschert haben?
Kommando zurück
Das die sich gar nix schämen.
Und dann das absolute Abseits auf der ehemaligen Alm anbieten. Da sind ja nur die Kindergärten, von wegen Sicherheitsbedenken. Die meiner Meinung vorgeschoben sind, um ja den eigenen Vorgarten ruhig zu halten.

Niemand habe die Absicht, auf Baugrund zu spekulieren.

(Bearbeitet)
Flüchtlinge ja, aber bitte nicht bei uns?

Kommt einem irgendwie bekannt vor. Windräder ja, aber bitte nicht in unserer herrlichen Landschaft. Stromtrassen ja, aber not in my backyard. Heterogene Schulklassen (von denen alle Schüler, die schwächeren aber am stärksten profitieren) ja, nur bitte nicht in der Schule meiner Kinder. CO2-Abgaben ja, aber bitte nicht, wenn meine eigenen Lebenshaltungskosten betroffen sind. Gemeinwohl Ja, aber bitte keine Steuererhöhung oder Vermögensabgabe. Und last but not least: Generationengerechtigkeit Ja, aber bitte nicht in Tutzing ;-)
Ich finde die Argumentation in der Petition wortreich, aber wenig überzeugend. Einzig eventuelle Probleme in Zusammenhang mit den Tabaluga-Bewohnerinnen sollten schon genau geprüft werden.

Die Alternative "Rathaus-Wiese" fände ich allerdings ausgezeichnet.
Zitat: "... mit Rassismusvorwürfen oder ähnlichem abtun..."

Sehr geehrter Herr Wilson,
nur damit kein Mißverständnis aufkommt:
Keine Ahnung, warum das jetzt in diesem Zusammenhang so formuliert wird?
Falls Sie auf die laufende Diskussion im parallelen Thread anspielen; dort kann man sehr unterschiedliche Meinungen nachlesen, aber bis jetzt wurde dort deswegen niemandem Rassismus, rechtsradikale oder fremdenfeindliche Gesinnung (oder etwas Vergleichbares) vorgeworfen!
Jedenfalls tut es der Sachlichkeit bei der Diskussion meiner Meinung nach nicht gut.
In diesem Sinne... schönes Wochenende!
(Bearbeitet)
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