Gemeindeleben
18.8.2022
Von vorOrt.news

Der große Erfolg der Tutzinger Gilde

Das Seefest hat für Begeisterung gesorgt - Künftig wohl immer im Bleicherpark

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Der Bleicherpark hat sich am Sonntag als idealer Ortt für das Tutzinger Seefest erwiesen

Das Tutzinger Seefest soll künftig immer im Bleicherpark stattfinden. Das wird in Kreisen der Tutzinger Gilde bestätigt. Der Heimat- und Volkstrachtenverein hat das Traditionsfest am Sonntag erstmals im Bleicherpark veranstaltet und nicht, wie früher über viele Jahre, im Kustermannpark. Der neue Standort kam bei den meisten der rund 2000 Menschen, die die Feier besucht haben, ausgesprochen gut an. Vielen von ihnen gefiel es im Bleicherpark sogar besser als im Kustermannpark. Für beste Unterhaltung sorgten im Verlauf des Nachmittags die beiden Wasserspiele: erst das Fischwandlrennen Fischwandlrennen - Tutzings neue Attraktion und dann das Fischerstechen. Tassilo Tircher ist Tutzings Fischerkönig

Dabei war zunächst umstritten gewesen, ob das Seefest überhaupt stattfinden sollte. Es war auch im Gespräch gewesen, es wieder ausfallen zu lassen wie schon in den vergangenen drei Jahren – 2019 wegen schlechten Wetters, 2020 und 2021 wegen der Corona-Pandemie. Hinzu kam diesmal die Ferienzeit. In den früheren Jahren hatte das Seefest in der Regel Ende Juli stattgefunden. So war diesmal nicht klar, wie das Interesse sein würde. Das galt auch für die benötigten Helfer.

Aber am Sonntagmorgen standen fast 50 Personen parat, schleppten Bierbänke und -tische, bauten Stände auf und verwandelten den Bleicherpark in eine Festwiese der ganz besonderen Art. Viele bekannte Einheimische waren da zu sehen, die eifrig anpackten – genauso wie nach dem Fest, als der Bleicherpark wieder picobello in seinen Normalzustand versetzt wurde.

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Ein Markenzeichen von Tutzing: Seefest am Sonntag im Bleicherpark
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Ganze Tutzinger Familien halfen engagiert mit

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Es war auch ein Fest der Tutzinger Familien: Carola Falkner (M.), die Vorsitzende der Tutzinger Gilde, mit ihren Eltern Christa und Peter Lederer

Das Seefest war ein großer Erfolg der Tutzinger Gilde. Es war eine Gemeinschaftsaktion von Menschen in Tutzing, wie man sie sich besser nicht vorstellen kann. Bei einigen Hauptorganisatoren liefen die Fäden zusammen, so Florian Schotter und Andreas Weigmann.

Andere übernahmen Spezialaufgaben, so Fischermeister Martin Greinwald, Johann Lettner und Alois Weiß, die sich beim Fischerstechen um die Boote kümmerten, Richie Siepmann, Uwe Bieber und Raimund Arcypowski, die das Fischwandlrennen betreuten, Hans Greif, der am Mikrofon amüsant durch die Wettbewerbe führte oder Christa Lederer, die für die korrekte Auswertung sorgte. Ganze Tutzinger Familien waren den ganzen Tag über engagiert dabei.

Vor der Hochzeit in Hannover Teilnahme beim Fischwandlrennen in Tutzing

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Hannoveraner machten begeistert beim Fischwandlrennen mit: Sina Hambrock und Tobias Westermann

Sogar Auswärtige halfen mit, unter ihnen Gerald Bugl vom Mondsee in Österreich, ein guter Freund der Familie Schotter. Der Weinhändler hat vor Jahren auch schon im Tutzinger Nordbad gearbeitet, wie er erzählte. Sichtlich begeistert war auch ein Paar aus Hannover: Sina Hambrock und Tobias Westermann. Er ist Medienmanager und arbeitet in der Musikproduktionsfirma von Peter Maffay, sie erlernt den gleichen Beruf. Seit vier Jahren leben sie in Tutzing, seit April sind sie verlobt. Im Oktober wollen sie in ihrer niedersächsischen Heimat heiraten, aber die Teilnahme am Fischwandlrennen haben sie sich nicht entgehen lassen. Als Team „Hannoveraner“ mischten sie ansehnlich mit, wenn es auch nicht zum Sieg reichte.

Als sich der Park im traumhaften Ambiente direkt am Ufer des Starnberger Sees vom frühen Sonntagnachmittag an mehr und mehr mit Menschen füllte, wurde schnell deutlich: Das Seefest entwickelte sich auch in diesem Jahr zu einem großen Erfolg. Rund 2000 Menschen dürften es schließlich im Verlauf des Tages gewesen sein.

Unterhalb des Gymnasiums hatten die engagierten Mitglieder der Gilde und ihre Freunde einladende Stände aufgebaut mit schmackhaften Verköstigungen aufgebaut. Das Bier des Starnberger Brauhauses war sehr begehrt, Saiblinge, Bratwürste und viele weitere Genüsse lockten so sehr, dass sich immer wieder Warteschlangen bildeten.

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Bester Platz für die Würmsee Böhmischen: der "Musikpavillon" im Bleicherpark

Die Würmsee Böhmischen müssen ihre Herkunft erklären

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Hunderte Menschen säumten beim Fischwandlrennen und beim Fischerstechen das Ufer © Fotos: L.G.

Aber alles war bestens organisiert. Die netten Mitglieder der Gilde hatten alles gut im Griff, arbeiteten schnell, effizient und ausgesprochen freundlich. Im Pavillon des Parks verbreiteten unterdessen die „Würmsee Böhmischen“ mit anregender Blasmusik gute Laune. „Viele fragen uns, woher wir kommen“, erzählte einer von ihnen, Boris Wolff. Aber sie alle sind am Starnberger See daheim, bekräftigte er.

Als im Wasser die Teilnehmer des Fischwandlrennens und des Fischerstechens in Trögen und auf schwankenden Brettern miteinander wetteiferten, säumten hunderte Menschen das Ufer des Bleicherparks, darunter viele Kinder. Ihnen erlaubte Fischermeister Martin Greinwald, der beim Fischerstechen eines der Boote steuerte, ein am Ufer befestigtes anderes Boot zu besteigen und von dort aus zuzuschauen. Dieser Aufforderung folgten einige Kinder nur zu gern, aber anderen gefiel das nicht, sie holten sie wieder ans Ufer.

Einziges wirkliches Missgeschick an diesem Tag war eine Verletzung beim Fischerstechen. Einer der Teilnehmer zog sich kurz nach seinem Wettkampf im See eine Schnittwunde zu, was rundherum Diskussionen nach sich zog. Da erzählten einige sichtlich verständnislos, nach Feiern im Bleicherpark würden immer wieder leere Flaschen im Wasser gefunden. Der Wettbewerb wurde aufgrund dieses Vorfalls unterbrochen, das Finale wurde etwas später ausgetragen. Bei der Siegerehrung vor dem Pavillon konnte der Verletzte, Lukas Marstrander, aber dann schon wieder lachen.

Beleuchtung wie früher bei den Seefesten im Kustermannpark gab es nicht. „Ihr müsst feiern, bis es dunkel wird“, verkündete Moderator Hans Greif per Lautsprecher. Daran hielten sich viele - der Sonnenuntergang beendete eine fantastische Feier.

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Kommentare

Da wurde ganz schön was an ehrenamtlicher Arbeit gestemmt! Gratulation und ein herzliches Dankeschön an die Tutzinger Gilde!

Ps: Ein kleiner Lapsus befindet sich im Text: Uwe Bieber (nicht Ralf Böck) und Richie Siepmann betreuten das Fischwandlrennen.