Es war ein ebenso spannender wie lustiger Wettkampf mit einem Missgeschick: Beim Fischerstechen während des Tutzinger Seefests am Sonntag verletzte sich einer der Teilnehmer im Wasser. Das führte zu einer Unterbrechung, aber dann würde der Sieger gekürt: Tassilo Tircher ist Tutzings neuer Fischerkönig. Der 24-Jährige hat das Finale gegen Leopold Baumert gewonnen, der heute seinen 19. Geburtstag feiert. Die Entscheidung hat der Tutzinger Fotojournalist Walter Hoffmann per Video festgehalten (siehe oben).
Die Sieger des Tutzinger Fischerstechens
1. Tassilo Tircher
2. Leopold Baumert
3. Lukas Marstrander und Thomas-James „T.J.“ Corny
Balancegefühl und Stehvermögen
Das Fischerstechen war einer der Höhepunkte beim Seefest, das diesmal im Bleicherpark stattgefunden hat. Jeweils zwei Männer standen sich auf Brettern gegenüber, die an Booten befestigt waren – ein Wettkampf, der Balancegefühl und Stehvermögen erfordert.
Flamingos und Bananen
Die Teilnehmer des Fischerstechens wurden bei der Anmeldung gebeten, ihre Vorlieben und Abneigungen kundzutun:
Tassilo Tircher
Was ich mag: „Mein Chef Thomas Parstorfer und mein Vater Christian Tircher“
Was ich nicht mag: „Ins Wasser fallen & Frauen-Klamotten“
Leopold Baumert
Was ich mag: „Bier, mischen“
Was ich nicht mag: „Wein“
Lukas Marstrander
Was ich mag: „Bier / Ski fahren / Fischerstechen“
Was ich nicht mag: „Wespen, Wasser und verlieren“
Thomas-James „T.J.“ Crory
Was ich mag: „Sommer, See, Gaudi“
Was ich nicht mag: „Hitze, Kapern“
Marcel Heirler
Was ich mag: „Weinfest / Tutzing / Bier“
Was ich nicht mag: „Bananen“
Tobias Wegl
Was ich mag: „Bier und Spaß“
Was ich nicht mag: „Flamingos“
Luis Baumert
Was ich mag: „Sechzig“
Was ich nicht mag: „Bayern“
Kevin Müller
Was ich mag: „Weinfest, Starnberger See, meinen Chef!“
Was ich nicht mag: „Flamingos mit dem Namen Gudrun“
Schrille Kostüme
In meist schrillen Kostümen traten die Fischerstecher an. Teils beschnupperten sie sich erst einmal vorsichtig, teils gingen sie mit ihren langen Latten sofort zur Sache. Mache der Kämpfe zogen sich eine ganze Weile hin, in anderen Fällen fiel einer der beiden schnell ins Wasser.
Schnittwunde im Wasser
Einige der Wettkämpfer hatten sich im Vorfeld gut vorbereitet. Sie kennen Fischermeister Martin Greinwald und seine Frau, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, gut, die ihnen vor dem Fischerstechen zu Übungen auf den schwankenden Brettern verhalfen. „Ich kenne euch alle von klein auf“, sagte Marlene Greinwald bei der Siegerehrung. Für sie sei dies eine große Freude. Die jungen Leute waren mit Xaver, dem 2016 tödlich verunglückten Sohn von Marlene und Martin Greinwald, befreundet.
Einer von ihnen, Lukas Marstrander, verletzte sich während des Fischerstechens., Er zog sich nach seinem Einsatz im Wasser eine Schnittwunde zu, möglicherweise durch Scherben. Mehrere Ärzte, die im Publikum waren, kümmerten sich sofort um ihn. Auch die Tutzinger Wasserwacht, die am Rande des Geschehens dabei war, kam mit ihrem Boot sofort zu der betreffenden Stelle und übernahm die weitere Versorgung. Zum Stechen um den dritten Platz kam es aus diesem Grund nicht mehr.
Moderator Hans Greif war wie viele andere entsetzt. „Es gibt ja viele Leute, die Scherben in den See schmeißen", sagte er über den Lautsprecher. Als hätte es eines Beweises bedurft, fischte die Tutzinger Wasserwacht heute, einen Tag nach dem Fischerstechen, beim Südbad zwei Weinflaschen aus dem See. Weinflaschen und ein Bierkrug im See
Sieger Tassilo Tircher bedauerte sehr, was Lukas passiert war. Der „waschechte Tutzinger“ (Eigenbeschreibung), ein Sohn des Persenning- und Tuchmachers Christian Tircher, arbeitet in Traubing in der Kfz-Werkstatt von Thomas Parstorfer, den er sehr schätzt, wie er sagte. Tassilo, dessen Oma Aloisia Pischetsrieder aus der bekannten gleichnamigen Tutzinger Familie war, liebäugelt sogar damit, den Betrieb eines Tages zu übernehmen.
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