Nach dem zweiten Fischwandlrennen kann kein Zweifel mehr bestehen: Tutzing hat eine neue Attraktion. Sich in solchen Trögen im Wasser fortzubewegen, ist eine Herausforderung der besonderen Art – das haben die Zweier-Teams beim Wettbewerb am Sonntag beim Tutzinger Seefest zu spüren bekommen.
Selbst die Sieger Maxi Benkert und Kilian Schneid empfanden das alles als ganz schön kipplig und anstrengend, wie sie später erzählten. Das Fischwandlrennen am Sonntag war ihr erstes. Im Finale des ungewöhnlichen Wasserspiels besiegten sie ein Team des Freizeitclubs JM mit Max Rehberg und Korbinian Ludwig, die schon vor vier Jahren bei so einem Wettbewerb mitgemacht hatten.
"Richie" Siepmann, 2018 einer der Väter des Fischwandlrennens, übernahm auch diesmal die Organisation. Unterstützt wurde er von Uwe Bieber und Raimund Arcypowski. „Hockt’s euch ‘nei ins Kistl, auf geht’s!“ rief Moderator Hans Greif den wackeren Wandl-Aktiven über Lautsprecher zu, und sie alle folgten der Aufforderung nur zu gern. Einer der Wandl-Recken reichte vor dem Start seinem Kollegen ein gefülltes Bierglas. „Nimm einen Schluck“, forderte er ihn auf: „Das ist Energydrink.“
Ein Team kippte gleich zwei Mal um
Die Teams mussten bis zu einer Tonne im See fahren, diese umrunden und wieder zurück ins Ziel gelangen. Das klappte bei den einen recht gut, die anderen hatten dicke Schwierigkeiten.
Zwei Mitglieder der JM kippten gleich nach dem Start um, schafften es dann wieder in den Trog hinein und lagen kurz darauf – plumps! – wieder im See. Bei einem anderen Team - "Lakeside" mit Uwe Bieber und Florian Schmidt - füllte sich das Wandl während des Wettkampfs nach und nach immer mehr mit Wasser. Zu 80 Prozent war der Trog schon voll, schätzte Moderator Hans Greif – aber die beiden ruderten unverdrossen weiter, und sie kamen tatsächlich im Ziel an.
Ein Heidenspaß für die Aktiven wie für das Publikum
Trotz aller Probleme bereitete das ungewöhnliche Rennen allen Teilnehmern sichtlich Freude. Auch für die vielen Menschen, die das Ufer säumten, was es ein Heidenspaß. Sie bejubelten die wackeren Aktiven, die in den Trögen mit allen Kräften voranzukommen versuchten, und litten, wie Aufschreie zeigten, mit ihnen, wenn sie ins Wasser fielen.
Rolf Bäck und Richie Siepmann hatten vor vier Jahren gemeinsam die Idee. Bäck, Fischermeister in Unterzeismering, hatte im Speicher seiner Bootshütte ein altes Fischwandl entdeckt – so fing alles an. Beim Heimat- und Volkstrachtenverein Tutzinger Gilde, die das Seefest veranstaltet, kam der Vorschlag, einen Wettbewerb mit solchen Trögen zu organisieren, gut an.
Neustart ein voller Erfolg
Dafür wurden aber zwei Wandl benötigt. Nach dem Vorbild des alten Wandls wurden sie eigens angefertigt – von Sebastian Graba und Robert Radtke, die in Haunshofen einen Bootsbaubetrieb führen. Die speziellen Eisenhalterungen hat die Feldafinger Schlosserei Metallbau Walter dazu geliefert.
Einmal hat so ein Fischwandlrennen dann stattgefunden – beim Seefest 2018. Im Jahr darauf fiel das Seefest wegen schlechten Wetters aus, in den beiden folgenden Jahren fand die Traditionsveranstaltung wegen der Corona-Pandemie nicht statt.
Der Neustart des Seefestes im Bleicherpark statt im Kustermannpark wurde am Sonntag ein voller Erfolg – und das Fischwandlrennen hat sich mittlerweile als fester Bestandteil dieser Tutzinger Traditionsfeier etabliert.

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