Gemeindeleben
21.2.2021
Von Bündnis für Menschlichkeit

Flüchtlinge über den Verteilungsschlüssel hinaus

Bündnis sieht Rückenwind, auch wenn sich der Kreis nicht wie Tutzing zum „Sicheren Hafen" erklärtPresseerklärung des Bündnisses für Menschlichkeit – Sichere Häfen Starnberg und Weilheim-Schongau

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Der Ökumenische Unterstützerkreis Tutzing engagiert sich seit langem für Flüchtlinge - hier ein Flyer aus dem Jahr 2018

Das „Bündnis für Menschlichkeit“ im Landkreis sieht sich bestätigt. „Wir haben viel Rückenwind bekommen durch den Beschluss im Kreisausschuss“, stellt Starnbergs evangelischer Pfarrer Dr. Stefan Koch erleichtert fest. Er hatte das Anliegen des Bündnisses in der Kreisausschuss-Sitzung am 4. Februar vertreten.

Zwar folgte das Gremium nicht dem Wunsch, dass der Landkreis sich selbst zum „Sicheren Hafen“ erklärt, so wie sich die Gemeinde Tutzing dem Bündnis angeschlossen hatte. Tutzinger Solidaritätsbekundung Darauf hatten die Vertreterinnen und Vertreter nach Vorgesprächen mit den Fraktionen aber auch nicht mehr spekuliert. Hingegen war es einhellige Meinung im Kreisausschuss, dass der Landkreis das Engagement der regionalen Vertreter der Aktion ‚Sicherer Hafen‘ anerkennt, deren humanitäres Engagement würdigt und ihr Anliegen unterstützt, die Aufnahme von Flüchtlingen aus besonderen Notlagen heraus zu stärken.

„Wir fühlen uns wahrgenommen und in unserem Anliegen prominent unterstützt“, erklären die Verantwortlichen des Bündnisses. „Über einen einstimmigen Beschluss in politisch umstrittenen Fragen sollte man sich immer freuen“, bekräftigt Petra Fontana aus Starnberg, eine der Initiatorinnen.

„Dieser Beschluss bedeutet, dass wir für unsere anstehenden Gespräche mit den Kommunen, für unsere Öffentlichkeitsarbeit und unsere nächsten Veranstaltungen jetzt den Rückenwind des Landkreises und des Landrates haben“ meint auch Kerstin Täubner-Benicke vom Bündnis. Auch wenn der Starnberger Landkreis bei der Aufnahme von Flüchtlingen an die gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Landes gebunden ist, bedeutet die Verabredung im Kreistag ja, dass auch über den staatlichen Verteilungsschlüssel hinaus Flüchtlinge im Landkreis aufgenommen und untergebracht werden.

Über einen einstimmigen Beschluss in politisch umstrittenen Fragen sollte man sich immer freuen Petra Fontana, Starnberg, Mitinitiatorin "Bündnis für Menschlichkeit"
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Dass der Landkreis zudem beschlossen hat, die Regierung von Oberbayern über seine grundsätzliche Bereitschaft zur Aufnahme über das gesetzliche Maß hinaus zu informieren, kommt als Signal für das Bündnis zur rechten Zeit. „Die Seenotrettung im Mittelmeer ist aus den Schlagzeilen verschwunden, aber eine Lösung der Flüchtlingsfrage kann es nur geben, wenn die Regierungen auf das hören, was ihr die Regionen, Kommunen und Landkreise an Bereitschaft zurückmelden, Menschen in Not aufzunehmen.“ Hier geht der Landkreis Starnberg nun für das Bündnis einen aktiven Weg, „der mithilft, den Diskurs über Flüchtlinge bei uns positiv zu verändern. Ein positiver Diskurs gehört für uns zur Willkommenskultur“.

Schon am kommenden Donnerstag, dem 18. Februar 2021 um 19 Uhr lädt das Bündnis ein zur Online-Veranstaltung "Festung Europa – Zur Situation in den Geflüchtetenlagern an den europäischen Außengrenzen". Dabei sind Sophia Maier, Journalistin aus Köln, und Dr. Peter May, Unternehmensberater aus Saarbrücken, die von ihren Aufenthalten aus den Lagern auf den griechischen Inseln und aus Lipa in Bosnien/Herzegowina berichten werden. Mehr zur Veranstaltung und der Link zur Teilnahme findet sich unter http://www.sicherehaefen.de

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