Gemeindeleben
13.10.2021
Von vorOrt.news

„Vorzeigeunternehmen“ Ambulante Krankenpflege

Viel Anerkennung bei der JubiläumsfeierMit Material von Bernhard Gattner, Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Caritasverband für die Diözese Augsburg

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Feuer und Flamme für die Ambulante Krankenpflege: Ein symbolträchtiger Anblick im Brunnenhof der Kirche St. Joseph © Armin Heil

Ein „Vorzeigeunternehmen“ ist die Ambulante Krankenpflege in Tutzing für den Starnberger Landrat Stefan Frey. Eine „Wahnsinnsleistung“ ist die Arbeit dieses Vereins seit seiner Gründung vor 100 Jahren für die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig. Solche und viele weitere anerkennende Worte gab es bei einem Festgottesdienst und einem Festakt zum Jubiläum am Samstag in der Tutzinger Pfarrkirche St. Joseph.

"Ein großes Gott sei Dank für so viel Sorge und Fürsorge für Menschen", sagte Pfarrer Peter Brummer. Er konnte dazu den Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher, begrüßen, mit dem er seit seiner Studienzeit in Augsburg freundschaftlich verbunden ist.

Viele der Pflegekräfte nahmen an dem Gottesdienst und dem Festakt teil, ebenso Schwestern der Tutzinger Missions-Benediktinerinnen, die dem Verein persönlich und ideell verbunden sind. Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald unterstrich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit und Abstimmung. "Untereinander kriegen wir alles hin", sagte sie. Dabei verwies sie darauf, dass es bei den Fragen der ambulanten Pflege keineswegs nur um alte Menschen gehe: „Es geht um alle Menschen, die nicht in ihrer hundertprozentigen Funktionalität stehen."

Am 19. November ist Einweihung in Bernried

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Mutige Wege in Tutzing und Bernried: Festlicher Blumenschmuck im Roncallihaus, Kirche St. Joseph, neue Wohnanlage in Bernried © Armin Heil

Der Verein Ambulante Krankenpflege e.V. zählt heute 1200 Mitglieder und knapp über 100 ehrenamtliche Mitarbeiter. Ihr Freundeskreis „Wir in einem Boot“ hat weitere 100 Mitglieder.

Zur Ambulanten Krankenpflege gehören zwei Wohngemeinschaften, eine betreute Wohnanlage und zwei Tagespflegeeinrichtungen.

Exemplarisch für immer neue Aktivitäten kann ein neues Haus für betreutes Wohnen mit 24 Wohnungen und einer Tagespflege in Bernried stehen, das der Verein gemeinsam mit der Gemeinde Bernried errichtet. Die Einweihung ist am 19. November 2021 vorgesehen, dem Festtag der Heiligen Elisabeth von Thüringen, Schutzpatronin der Caritas.

Auch 72 000 Hausbesuche im Jahr stehen für das große Engagement. „Hinter jeder Haustür verbirgt sich ein hochindividuelles Leben“, sagte Geschäftsführer Armin Heil, der die Ambulante Krankenpflege seit 25 Jahren leitet und sie von einem kleinen Verein mit zehn Personen zu einem großen Sozialdienst mit 100 Beschäfigten und verschiedenen Angeboten aufgebaut hat.

Heil bedankte sich beim Vorstand des Vereins dafür, dass er alle mutigen Wege mitgegangen sei. Der Beruf habe sich gut weiterentwickelt, sagte Heil. Die Tätigkeiten, in denen sich das Leben in seiner ganzen Bandbreite entfalte, seien befriedigend, sehr verdienstvoll und äußerst interessant.

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Bewundernswerter Einsatz der Pflegekräfte

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Alle mutigen Wege mitgegangen: Vorstandsmitglieder der Ambulanten Krankenpflege: (von links) Jutta Witzenhausen-Rommel, Dr. Thomas von Mitschke-Collande, Priorin Ruth Schönenberger, Raimund Mader, Dr. Rainer Wiesmeier und Pfarrer Peter Brummer © Ambulante Krankenpflege

Pfarrer Brummer würdigte den Einsatz der Pflegekräfte über die zehn Jahrzehnte hinweg. „Sie sind mit dem brennenden Herzen der Liebe, der Caritas, so nah am Menschen gewesen“, sagte er.

Prälat Dr. Neher war kurz vor Ende seiner 18-jährigen Amtszeit nach den Feiern zum 80. und 90. Bestehen bereits zum dritten Mal bei einem Jubiläum der Ambulanten Krankenpflege in Tutzing dabei. Er erinnerte in seiner Predigt auch an einen bewundernswerten Einsatz der Pflegekräfte in der Pandemie: „Sie haben bis zur Erschöpfung gearbeitet.“

Dass es einer Pandemie bedurft habe, damit Politik und Gesellschaft die Bedeutung der Pflege erkannten, sei „befremdlich“, sagte der Caritas-Präsident. Jetzt gelte es darum, eine „neue Normalität“ zu gestalten, in der die neu gewordene Wertschätzung nicht mehr zurückgedreht werden dürfe. „Niemand darf dabei sozial abstürzen“, forderte er. eher. Im Festakt legte Neher seine Forderungen für die weitere Reform der Pflege näher dar. "Pflegereform geht nicht weit genug"

Die Sorge um den Pflegenachwuchs war auch in dieser Feierstunde spürbar. "Es ist für uns alle eine wichtige Aufgabe, junge Menschen für den Pflegeberuf zu interessieren", sagte Pfarrer Brummer. Bürgermeisterin Greinwald bedauerte, dass so wenige junge Menschen den Weg in den Pflegeberuf fänden. Als es noch den Zivildienst gegeben habe, hätten viele von ihnen Freude an sozialen Berufen gefunden. Sie wünsche sich deshalb eine Wiedereinführung dieses Dienstes als allgemein verpflichtenden Dienst.

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"Mit dem brennenden Herzen der Liebe, der Caritas, so nah am Menschen": Geschäftsführer Armin Heil mit seinen Vorgängerinnen (von links) Schwester Josefa Knab, Schwester Gertrud Banz und Schwester Maria Birgit Baur © Ambulante Krankenpflege

Festschrift zum Jubiläum der Ambulanten Krankenpflege

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Die Festbroschüre zum 100-jährigen Jubiläum der Ambulanten Krankenpflege gibt es unten als pdf oder in gedruckter Version kostenfrei in der Sozialstation, Traubinger Straße 6 von Montag bis Donnerstag 8 Uhr bis 16.30 Uhr und Freitag von 8 Uhr bis 15 Uhr.

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