Kaum fassen konnten etliche Tutzinger, was sie heute morgen auf der Brahmspromenade zu sehen bekamen. Zahlreiche Bilder, die an vorOrt.news geschickt wurden, sprechen für sich. Überreste von Feiern, die offenkundig gestern Abend an der Promenade stattgefunden haben, „zierten“ das Seeufer in einer bemerkenswerten Häufung.
Hemmungslos haben die Verursacher ihren Abfall in die Gegend geschmissen und sogar Glassplitter liegen lassen. „Ballermann in Tutzing“, kommentiert ein Tutzinger: „Werden wir hier bald Ischgl haben?“
Anwohner werden mit Beschwerden zitiert, dass sie wegen der Lautstärke nachts nicht schlafen könnten. „Und zum Bieseln gehen die Jugendlichen in die Grundstückeingänge, bei den Hecken“, berichtet ein Beobachter.
Polizei hat Kontrollen angekündigt
An den schönen Tagen sind zuletzt immer wieder Gruppen von Menschen an der Promenade aufgefallen, die meist eng zusammen standen oder saßen, sich nicht selten sogar umarmten. Gelegentlich hat die Polizei eingegriffen. Ende Mai hat sie zum Beispiel fünf Streifen an die Brahmspromenade geschickt, weil sie eine Mitteilung über 40 bis 50 feiernde Jugendliche erhalten hatte.
„Doch die Jugendlichen wurden offenbar vorgewarnt und entfernten bzw. teilten sich vor Eintreffen der Einsatzkräfte auf“, berichtete die Starnberger Inspektion später. Den verbleibenden Personen seien die bestehenden Beschränkungen erklärt worden, man habe sie zur Einhaltung der Regeln ermahnt.
Die Polizei kündigte bei dieser Gelegenheit für die nächste Zukunft weitere derartige Kontrollen an und fügte hinzu: „Solche Veranstaltungen haben für die einzelnen Teilnehmer ein Bußgeld von 500 Euro zur Folge.“
Verbreitete Toleranz - aber nicht für jedes Verhalten
Das schillernde Leben an der Seepromenade sorgt in Tutzing für viel Gesprächsstoff. Dies spiegelt sich auch in einer lebhaften Kommentierung auf vorOrt.news wider (siehe zum Beispiel unten zum Beitrag "Als sei von Corona keine Rede"). Viele scheinen es mit dem Motto „Leben und leben lassen“ zu halten: Die Lage von Tutzing sei so bevorzugt, dass man Erholungsuchende auch dort akzeptieren könne, wo Baden und Lagern nach offiziellen Schildern verboten sei.
Doch dann, so eine verbreitete Meinung, sollten sich auch alle einigermaßen an die Regeln halten, keine Abfälle hinterlassen und sich zu nächtlicher Zeit möglichst ruhig verhalten. Die meisten Äußerungen deuten darauf hin, dass viele Aktivitäten am Seeufer von der Bevölkerung gern geduldet werden, falls diese Voraussetzungen erfüllt werden.
Wenn sich Vorkommnisse wie gestern Abend häufen, dürften die Rufe nach Eingriffen von Ordnungsdiensten und Polizei aber lauter werden. Solche Forderungen wurden heute bereits vorgebracht.

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