Gemeindeleben
13.2.2020
Von vorOrt.news

Repair-Café in Tutzing geplant

Einmal monatlich helfen Könner, defekte Geräte instandsetzen - Treffen zeigt großes Interesse

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Das muss doch zu schaffen sein: Viele Helfer in Repair-Cafés setzen alles daran, Probleme zu lösen © obs/SWR-Südwestrundfunk

Ein Tutzinger „Repair-Café“ steht kurz vor dem Start. Dort wird es kostenlose Reparaturen und Hilfe geben. Bei einem Treffen am Mittwoch im Roncallihaus wurden weitere Vorbereitungen getroffen. Einmal monatlich - wahrscheinlich an einem Samstagvormittag - sollen künftig alle Bürger defekte Geräte oder sonstige Dinge mitbringen und sich von erfahrenen Experten kostenlos helfen lassen können.

Die Idee ist im September beim Tutzinger Klimatag entstanden. Motiviert durch dessen erfolgreiche Organisation hat sich das Tutzinger Klimabündnis, eine offene Gruppe von Tutzinger Mitbürgern, eine solche regelmäßige Einrichtung zum Ziel gesetzt. „Gemeinsam repariert statt weggeworfen“: Unter diesem Motto falle es ganz leicht, sagen sie, einen Beitrag zu Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Initiatoren sind Hanna Krause, Lehrerin an der Grund- und Mittelschule, die Sprachtherapeutin Karin Thiele-Lucas und der Ingenieur Konrad Hecht.

Das Interesse potenzieller Helfer ist offenkundig groß. Mehr als zehn Mitarbeitern haben sich schon hinzugesellt, weitere werden gesucht. „Das Netzwerk wird gerade vergrößert“, sagt Hanna Krause. Wer sich Reparaturen und andere Unterstützung zutraut, ist im Repair-Café herzlich willkommen.

Wer kann Computer, Haushaltsgeräte oder Spielsachen reparieren?

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Die Initiatoren rufen alle Tutzinger auf, die sich auf bestimmten Gebieten gut auskennen, ihre Fähigkeiten auch anderen zur Verfügung zu stellen. Die einen können gut nähen, die anderen sind am Computer, bei Laptops und Handys bewandert. Wieder andere basteln gern, sind handwerklich geschickt und können Haushaltsgeräte reparieren, kaputte Möbel oder defekte Spielsachen wieder instandsetzen. Elektronik wird wohl einen Schwerpunkt darstellen, meint Karin Thiele-Lucas. Die Beteiligten hoffen auch besonders auf „Allrounder“, die alles Mögliche beherrschen und mit pfiffigen Ideen Erfolg haben, wo andere längst aufgeben.

Nicht zuletzt soll das Repair-Café ein Ort für Anleitungen zur Selbsthilfe sein: Manch einer braucht vielleicht nur einen Tipp, um selbst weiterzukommen. Benötigte Ersatzteile müssen die Besitzer der Sachen selbst besorgen. Natürlich soll alles ehrenamtlich sein. Es wird auch keinen Versicherungsschutz geben. Alles ist gut gemeint, aber wenn Helfer bei der Reparatur etwas kaputt machen, wäre es zuviel verlangt, wenn sie auch den Schaden bezahlen oder eine Garantie übernehmen sollten.

Ein geeigneter Ort fürs Repair-Café in Tutzing wird noch gesucht

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Ab in die Tonne? Von wegen! © www,repaircafe.org

Die Tutzinger Initiatoren arbeiten schon seit einiger Zeit an diesem Projekt. Sie haben unter anderem ein schon seit Jahren bestehendes Repair-Café in Herrsching besucht, in der „Herrschinger Insel“ in der Bahnhofstraße, einer sozialen Anlauf- und Koordinationsstelle in der Ammersee-Gemeinde. Auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald war dabei. Die Herrschinger verweisen auf eine „Erfolgsquote“ von 60 Prozent bei den Reparaturen. Tom Hamaus, der in Herrsching zu den Mitgründern gehört, will heute an dem Tutzinger Vorbereitungstreffen teilnehmen.

Wann und wo das Tutzinger Repair-Café genau stattfinden wird, steht noch nicht fest. Zeitlich parallel zum Wochenmarkt beim Rathaus und dort möglichst in der Nähe wäre es sinnvoll, meinen die Inititatoren. Aber einen geeigneten, möglichst zentral in Tutzing gelegenen Ort haben sie noch nicht gefunden. Er soll auch als Plattform zum Gedankenaustausch und zum Generationen-übergreifenden Treffen dienen. Deshalb soll es auch immer eine kleine Auswahl Speisen und Getränke geben. „Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen lässt sich’s gut fachsimpeln oder auch einfach ein bissl ratschen“, meinen die Initiatoren. Kuchenspenden sind deshalb ebenfalls gefragt.

350 000 Produkte repariert

Nach Angaben auf der Webseite "www.repaircafe.org" ist "Repair Café" eine Initiative der niederländischen Umweltschützerin Martine Postma. Seit 2007 setze sie sich auf verschiedene Arten für Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene ein. Das erste Repair Café habe sie 2009 in Amsterdam organisiert. Alle Repair Cafés auf der Welt haben 2018 zusammen ungefähr 350 000 Kilogramm Abfall vermieden. berichtet "repaircafe.org" unter Berufung auf den Jahresbericht der Organisation "Repair Café International". Weltweit seien 1653 Repair-Café-Gruppen aktiv, die sich durchschnittlich einmal im Monat trafen, um Dinge zu reparieren. Während eines solchen Treffens würden im Durchschnitt 18 Gegenstände erfolgreich repariert. Insgesamt haben alle Repair Cafés nach diesen Angaben 2018 schätzungsweise 19 836 Treffen organisiert, mit einem geschätzten Resultat von rund 350 000 reparierten Produkten.

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