Die Begeisterung ist den vielen Besuchern auf der Lindlwiese ebenso anzusehen wie den Leuten vom Zirkus. Der „Projektcircus Hein“ hat Tutzing zurzeit ganz im Griff. Mit viel Einfühlungsvermögen verwandeln seine engagierten Mitarbeiter 300 Kinder und Jugendliche zu Artisten, Clowns und Jongleuren. Die Schüler aus der Tutzinger Grund- und Mittelschule sind die „Stars in der Manege“. Was sie mit den Leuten vom Zirkus Anfang dieser Woche geprobt haben, führen sie heute um 15 Uhr und um 18 Uhr noch einmal vor - ein wahres Tutzinger Ereignis.
Die Musik aus dem Zelt klingt zeitweise in die ganze Nachbarschaft hinein. Am Dienstag fand im Zelt gerade die zweite Aufführung des Kindermusicals "Tabaluga und das verschenkte Glück" statt, als nebenan, im Rathaus, der Bau- und Ortsplanungsausschuss des Gemeinderats tagte. Dessen Mitglieder, ohnehin schon ein wenig in Vor-Ferienstimmung, schienen die musikalische Begleitung ihrer manchmal etwas anstrengenden Diskussionen geradezu zu genießen. Sichtlich angetan sind auch die Lehrer. Sie sind als Aufsichtspersonen dabei, ansonsten sind sie „raus“, wie es eine von ihnen, Judith Eber, schmunzelnd formuliert. Die gesamte Arbeit erledigen ansonsten die Zirkusleute.
Es ist faszinierend, die jungen Leute und die Zirkusmitarbeiter bei ihrer Arbeit zu beobachten. Die Kinder bewegen sich elegant am Trapez, sie jonglieren, zaubern, tanzen, schlagen Rad, dass es eine Freude ist. Alle finden Aufgaben, die ihnen besonders liegen. Manche mögen Tiere besonders gern, sie sind leidenschaftlich bei den Ziegen draußen vor dem Zelt.
Von jeder der beteiligten Klassen ist ein Lehrer dabei. „Das ist eine willkommene Abwechslung“, sagt Ramona Zeus, Lehrerin der Klasse 5b. Gefordert sind auch Eltern: Etwa 15 von ihnen haben am Wochenende zusammen mit den Leuten vom Zirkus das Zelt mit aufgebaut - und sie haben die Zirkusluft offenkundig gern geschnuppert.
Von dieser besonderen Atmosphäre haben sich auch Rektorin Ann-Katrin Schallamaier und ihre Stellvertreterin Marianne Fentzloff einfangen lassen. Die Konrektorin fand die Idee sofort gut, als sie im April das Zirkus-Angebot erhielt. Auch die anderen Lehrer stimmten gleich zu. Als bald darauf ein Treffen der Schule, der Zirkusleute und der Gemeinde stattfand, waren aus dem Rathaus allein acht Verantwortliche verschiedener Fachbereiche dabei. Die Gemeinde übernimmt auch die Kosten einer eigens benötigten Versicherung.
Vom Gemeinschaftsgefühl schwärmt auch Cornelia May, die Vorsitzende des Fördervereins für die Grund- und Mittelschule. Er übernimmt den finanziellen Beitrag von 15 Euro für jeden mitwirkenden Schüler dann, wenn es sich die Eltern nicht leisten können.
Projektcircus Hein mit 300 Tutzinger Schülern
Weitere Aufführungen:
Donnerstag, 25. Juli 2019 um 15 Uhr und um 18 Uhr
Zirkuszelt auf der Lindlwiese in. Tutzing




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