Das war Tagesgespräch am Mittwoch bei der Maibaumfeier in Garatshausen: Eine Lokalzeitung hat den Feldafinger Ortsteil in einem zwei Tage zuvor erschienenen Bericht nach Tutzing verlegt. Das ist recht pikant: Garatshausen liegt dem Tutzinger Ortszentrum nicht nur viel näher als dem Feldafinger. Viele Garatshausener Bürger fühlen sich auch eher nach Tutzing hingezogen. In mancher Hinsicht sind sie Tutzing ohnehin mehr verbunden als Feldafing. So gehören sie sowohl beim Schulsprengel als auch kirchlich zu Tutzing. Sogar ihre Telefon-Vorwahl ist die selbe wie in Tutzing, nicht wie in Feldafing. Und für viele Tutzinger ist die neue Marienkapelle in Garatshausen so etwas wie der neue Eingang nach Tutzing.
Angesichts dieser Hintergründe hat die Starnberger Lokalausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ vom 29. April 2019 für eine Menge Gesprächsstoff gesorgt. „Der Tutzinger Ortsteil Garatshausen legt um 10.30 Uhr mit dem Aufstellen los“: Das war da schwarz auf weiß in einem Vorbericht über die Maibaumfeiern zu lesen. Wohin man auch ging bei der Feier in Garatshausen - überall wurde man auf diese erstaunliche Mitteilung angesprochen. Und manch einer kam ins Grübeln: Ob die betreffenden Journalisten besonders gut informiert sind? Tut sich etwa hinter den Kulissen etwas? Haben die Garatshausener, die ja schon so Manches erreicht haben, etwa erfolgreich für eine neue Gebietsreform gekämpft?
Schon beim letzten Mal, 1978, wollten viele Bürger von Garatshausen lieber den Tutzingern als den Feldafingern zugeschlagen werden. Damals ging es um Traubing und Garatshausen - und die Traubinger sprachen sich für Tutzing aus. Also blieb für die Garatshausener Feldafing. Ältere Bürger aus Garatshausen, die das alles miterlebt haben, erzählten sich bei der Maibaumfeier, die Tutzinger hätten den Traubingern damals die Renovierung eines alten Bauernhofs zu einem Vereinsheim versprochen. Der Buttlerhof ist in der Folgezeit als Gaststätte, Vereinslokal und Veranstaltungssaal zu einem Zentrum des Dorfs geworden.
Die Diskussionen darüber, ob Garatshausen nicht eigentlich zu Tutzing gehört, sind jedoch nach wie vor nicht verstummmt. Da wirkte es auch irgendwie bezeichnend, dass eine Feldafinger Flagge, die auf der seenahen Seite der Staatsstraße geweht hatte, verschwunden war. Ein Bürger hatte nämlich eine Flagge von Garatshausen entdeckt - und die flatterte nun an Stelle der Feldafinger Flagge hin und her.
Wer genau hinschaute, konnte aber erkennen, dass die Feldafinger Flagge nicht komplett entfernt, sondern aufgerollt worden war. Die aufgerollte Stelle war nämlich relativ dick. Ein Stück von Feldafing ist also zwar verdeckt, aber noch verblieben. Die Bürger von Garatshausen sind nämlich pfiffig. Sie wissen, dass es ihnen unter dem Dach von Feldafing gar nicht so schlecht geht. Schließlich hat sich auch Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim durch die Zeitungsnachricht von der Verlegung Garatshausens nach Tutzing nicht vom Mitfeiern beim Garatshausener Maibaum-Aufstellen abhalten lassen. Seine Tutzinger Kollegin Marlene Greinwald weilte gleichzeitig beim Paralleltermin in Monatshausen - einem Ortsteil, der unzweifelhaft zu Tutzing gehört.
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