Gemeindeleben
18.4.2019
Von vorOrt.news

Bewegende Trauerfeier für Dagmar Schäd

Pfarrerin Frankenberger: "Sie hat das Leben bis zum Schluss ausgekostet"

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Gut gelaunt und aktiv: So kannten und schätzten viele Tutzinger Dagmar Schäd © privat

Viele Trauergäste haben heute von Dagmar Schäd Abschied genommen. Die gebürtige Karlsruherin war vor wenigen Tagen im Alter von 85 Jahren gestorben. Sie war in Tutzing bekannt und engagiert, beruflich früher bei der Lebenshilfe und dann viele Jahre bei der Akademie für politische Bildung, in ihrer Freizeit bei unterschiedlichsten Sportarten.

Sportlich, aktiv und stets hilfsbereit kannten sie viele Tutzinger die gebürtige Karlsruherin, die 1973 mit ihrem Mann Artur sowie ihren beiden Kindern Evelyn und Thomas in unsere Gemeinde gezogen war. Für den Sport hat sich Dagmar Schäd ihr ganzes Leben begeistert. Sie hat ihn zum Hauptfach gewählt, als sie fürs Lehramt studierte, sie hat diese Leidenschaft an ihre Kinder vermittelt, und sie war über Jahrzehnte im lokalen Sportgeschehen engagiert.

So gehörte sie in der Skiabteilung des TSV Tutzing einfach dazu. Bei vielen Wettbewerben hat sie ihr Können bewiesen, auch in höherem Alter hat sie noch oft in ihrer Altersklasse gewonnen, und bei Veranstaltungen, ob Skirennen, Triathlon oder anderen, war sie immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde. Beim Tutzinger Tennis-Club war sie lange Mitglied von Mannschaften, und von ihrem Mann hat sie die Begeisterung fürs Segeln übernommen. Dass er ein Boot im Tutzinger Yachtclub hatte, war seinerzeit überhaupt der Grund dafür, dass die Familie nach Tutzing kam.

Der frühe Tod ihres Mannes 1975 war für Dagmar Schäd und ihre Kinder ein schwerer Schicksalsschlag. Auch in der Folgezeit hat sie das Leben aber so gemeistert, wie sie eine Seelsorgerin noch kurz vor ihrem Tod im Krankenhaus beschrieben hat: „Energisch, kraftvoll, willensstark, dynamisch und neugierig“.

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Viele Trauergäste kamen heute in die Christuskirche © L.G.

Für Nico, eines ihrer vier Enkelkinder, war sie „die fitteste Oma“. Noch bis ins hohe Alter ging sie jeden Tag ins Fitnessstudio von Rosemarie Döllinger, und sie war gern auf Reisen unterwegs, mit 80 Jahren war sie noch im afrikanischen Namibia. Im März wäre sie am liebsten noch bei der Tutzinger Skivereinsmeisterschaft mitgefahren, aber ihre Krankheit erlaubte es ihr nicht mehr. Ihre Kinder Evelyn und Thomas erinnern sich dankbar: „Sie hatte etwas Starkes in sich.“

Pfarrerin Beate Frankenberger erzählte in der Kirche beeindruckt, dass Dagmar Schäd noch 2005 - mit über 70 Jahren - einen Fallschirm-Tandemflug unternommen hat: „Sie konnte sich fallen lassen, wurde getragen und war glücklich.“ Sie habe das Leben bis zum Schluss ausgekostet. Trotz Krankheitsdiagnose sei sie unternehmungslustig geblieben. Noch im Sommer vorigen Jahres war Dagmar Schäd mit einem Standup-Paddler auf dem Starnberger See unterwegs, im Herbst war sie beim Golfen. Bei einem Ausflug in eine Falknerei, sagte die Pfarrerin, habe sich Dagmar Schäd regelrecht geborgen gefühlt, als ein Adler sie mit seinen Flügeln umgeben habe. „In der Bibel ist der Adler Sinnbild göttlicher Kraft“, sagte die Pfarrerin. Bis zum Schluss hat Dagmar Schäd auch ihren Humor bewahrt. Der 1. April als Sterbedatum - „das wär doch was“, schrieb sie an ihre Tochter Evelyn per Whatsapp. Einen Tag später starb sie - früh morgens um 0.30 Uhr.

Quelle Titelbild: privat
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