Gemeindeleben
12.3.2019
Von vorOrt.news

Bei Hermann Grotz pulsierte im Seehof das Leben

Viele Besucher feierten den früheren Hotel-Eigentümer an seinem 95. Geburtstag

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Zur Geburtstagsfeier kamen heute viele Gratulanten zu Hermann Grotz, hier mit (von links) seiner Tochter Jutta Pulsack sowie seinen beiden Enkelinnen Alexandra und Nina, die in vier Wochen heiratet © KG

Bei Hermann Grotz sind die Gratulanten gestern an seinem Geburtstag ein und aus gegangen. 95 Jahre alt geworden ist der beliebte Tutzinger, der in dieser Gemeinde einfach fest dazu gehört. Auch viele Vertreter von Vereinen überbrachten ihre Glückwünsche, ebenso Bürgermeisterin Marlene Greinwald.

Über Jahrzehnte stand Hermann Grotz für den Seehof, den schon sein Vater und sein Großvater als Hotel betrieben hatten und in dem er geboren ist. Zusammen mit seiner Frau Hildegard hat er ihn zu einer Institution in Tutzing und am Starnberger See gemacht. Am Abend des Geburtstags von Hermann Grotz stand der Seehof wieder einmal auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Er beschloss einen Bebauungsplan, der wieder nur ein Hotel erlaubt. Aber damit hat die Familie Grotz nichts zu tun. Sie hatte ihr Hotel in den späten 1980er Jahren geschlossen.

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Auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald war unter den Geburtstagsgästen © Christina Pulsack

Viele Tutzinger dachten damals an eine baldige Neubelebung des bevorzugt gelegenen Gebäudes, das auch über ein kleines Café direkt am Seeufer verfügte. Aber aus den bald vorgelegten Plänen neuer Investoren wurde nichts. Mehrmals hat das Grundstück seitdem die Eigentümer gewechselt. Es gab Phasen mit Hotelplanungen, andere Perioden, in denen es eher nach Wohnbebauung aussah, und zwei Bürgerbegehren. Ob der am Dienstag beschlossene Bebauungsplan zu einem neuen Hotel führt, muss sich nun zeigen. Dazu gab es im Gemeinderat zuversichtliche wie skeptische Stimmen.

Von den älteren Tutzingern denkt manch einer wehmütig an die Zeiten von Hermann Grotz zurück. Damals pulsierte im Seehof das Leben. Er und sein Umfeld wirkten wie der Mittelpunkt von Tutzing. In den Räumen des Hotels traf man sich, dort fanden viele Veranstaltungen statt. Oft gab es Faschings- oder Hausbälle. Manche denkwürdige Versammlung wurde im Seehof abgehalten. Im Zuge der Proteste gegen einen Hotelbau auf dem Midgardhaus-Gelände kam es zum Beispiel 1977 im Seehof zum Wechsel bei der Bürgermeister-Kandidatur der CSU für die Wahl 1978: Der Bewerber Hubert Hupfauf, der schon festgestanden hatte, musste wegen einer Meinungsänderung bei diesem Thema verzichten, statt seiner trat der 1970 erstmals gewählte Dr. Alfred Leclaire erneut an, der zuvor eigentlich aufhören wollte.

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Das Hotel Seehof war unter der Familie Grotz ein Tutzinger Markenzeichen © Sammlung Gernot Abendt

Ein Jahrzehnt später war der Seehof am Ende. Hermann Grotz hat sich aber weit über sein Hotel hinaus in Tutzing engagiert. Zahlreichen Vereinen gehört er meist schon sehr lange an. Das gilt für die Freiwillige Feuerwehr wie für den Alpenverein und die Ambulante Krankenpflege, für die Altschützen, die Tutzinger Gilde, den mittlerweile nicht mehr bestehenden Tutzinger Liederkranz wie für viele andere. Im vergangenen Jahr gab es viel Beifall für ihn beim Jubiläum des TSV Tutzing in der Dreifachturnhalle, als er für sage und schreibe 75-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Damit ist er das älteste Mitglied des Vereins. Für viele Vereine war der Seehof so etwas wie das Vereinslokal. Regelmäßige Treffen dort waren üblich.

Bis heute ist Hermann Grotz hoch interessiert am Geschehen in seinem Ort. Ganz besonders wichtig ist Hermann Grotz seine Familie, mit seinen beiden Kindern Jutta und Joachim, seinen Schwiegerkindern und seinen beiden Enkelinnen. vorOrt.news gratuliert herzlich zum Geburtstag und wünscht alles Gute.

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