Gemeindeleben
9.12.2019
Von A. Piesch / A. v. Wurmbrand-de Brenco / L.G.

Das Dorf, in dem Nikolaus lebte

Der Lebendige Adventskalender in Garatshausen - Heute nächstes Türchen bei Spielwaren Hoyer

Seit dem 1. Dezember prägt eine Vielfalt zauberhafter Einfälle den Lebendigen Adventskalender von Tutzing. Jeden Abend lassen sich unterschiedlichste Teilnehmer etwas Besonderes einfallen, überall gibt es besinnliche Stimmung und das Lied "In der Weihnachtsbäckerei" von Rolf Zuckowski. Am Sonntag hat sich das achte Türchen auf dem Christkindlmarkt in Garatshausen geöffnet. Am heutigen Montag um 18 Uhr ist Spielwaren Hoyer in der Kirchenstraße Gastgeber.

8. Dezember: Die Geschichte vom heiligen Nikolaus von Myra

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Einen besonders besinnlichen Rahmen für Tutzings Lebendigen Adventskalender bot die Garatshausener Marienkapelle

Das 8. Türchen des lebendigen Adventskalenders öffnete sich am Sonntag an einem besonders besinnlichen Ort: in der Kapelle Garatshausen. Während der Vorplatz der Kapelle beim Christkindlmarkt Garatshausen mit Bratwurst- und Lagerfeuerduft durchströmt wurde, versammelten sich die Besucher des Adventskalenders in der Kapelle. Hier erzählte Monika Jeschek sehr ideenreich die Geschichte vom heiligen Nikolaus von Myra.

Sie baute sie im wahrsten Sinne "bildlich" auf, indem sie das Dorf, in dem Nikolaus lebte, den Wald und das Meer durch Tücher, Holzstäbchen und Holzfiguren darstellte. Die einzelnen Teelichter (s. Foto) wurden durch die Anwesenden in die Geschichte integriert. Sie symbolisierten das Volk. Man erfuhr einiges über Nikolaus, der in späteren Jahren Bischof von Myra war und das Vermögen seiner Eltern an die Armen und Hilfsbedürftigen verschenkte.

Besonders freute es die Kinder, dass der "echte" Nikolaus auch noch tatsächlich in die Kapelle kam und alle reichlich beschenkt wurden.

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Welche Freude, als der "echte" Nikolaus kam

7. Dezember: Der Tannenbaum, der so gern ein Weihnachtsbaum gewesen wäre

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Stimmungsvolle Atmosphäre in Kampberg

In kleiner und geselliger Runde fand der lebendige Adventskalender von Tutzing erstmals am 7. Dezember im Ortsteil Kampberg statt. Bei Familie Turudics Garageneinfahrt prasselte in der Feuerschale das Holz, das für stimmungsvolle Atmosphäre sorgte. Christine Turudic las den Besuchern die Geschichte vom Tannenbaum vor, der so gerne ein Weihnachtsbaum gewesen wäre.

Im Anschluss genoss man den Punsch und die ruhige Idylle Kampbergs. Die Kinder spielten am Spielplatz gegenüber von Turudics Sonnenhaus und die Erwachsenen schmiedeten schon Pläne, wo und wie der lebendige Adventskalender im nächsten Jahr in Kampberg organisiert werden könnte.

6. Dezember: Weihnachtstraditionen aus aller Welt

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Der Nikolaus erzählte von der sauren Gurke

Passend zum 6. Dezember kam der Nikolaus am Freitag in die Reiseagentur Tutzing und öffnete das sechste Türchen des lebendigen Adventskalenders. Viele Kinder warteten gespannt auf die Gaben, die der Nikolaus auch tatsächlich aus seinem Beutel zog und großzügig verteilte.

Die Reiseberaterinnen Tatjana Lux und Laura Staffler freuten sich über die zufriedenen kleinen Gäste. Alle lauschten interessiert den Erzählungen des Nikolauses, der von Weihnachtstraditionen aus anderen Ländern zu berichten wusste.

So sei es in den USA ein weit verbreiteter Brauch, als Weihnachtbaumschmuck eine saure Gurke in die Zweige des Weihnachtsbaumes zu hängen. Die saure Gurke ist ein aus Glas hergestellter Weihnachtbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke. Durch die grüne Farbe ist die Gurke nicht so leicht zu entdecken. Derjenige, der die Gurke als erster entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk.

Erwachsene wie Kinder staunten über diese und weitere Traditionen auch aus anderen Ländern.

5. Dezember: Zur Gemeinschaft gehört Teilen

Kleinkinder der Kooperation Sonnenschein, die tagsüber von den Tagesmüttern Ursula Weber und Krista Höfler betreut werden, überraschten die Besucher am fünften Tag des lebendigen Adventskalenders mit einem Tanz, den sie zu den Klängen "Brüderchen komm' tanz mit mir" vorführten. Die mitgebrachten Omas und Opas, die großen und kleinen Geschwister sowie alle anderen Adventskalenderbesucher waren begeistert.

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Andrang bei der Kooperation Sonnenschein

"Unser Fenster des lebendigen Adventskalenders symbolisiert die Gemeinschaft", sagte Ursula Weber. Sie betonte, dass zu einer Gemeinschaft auch das Teilen gehöre. Hierzu erzählte Weber von einer Tradition aus Polen, die ihr in die Wiege gelegt wurde. "Bevor wir uns an Weihnachten zum Essen hinsetzen, teilen wir gemeinsam das Brot und wünschen uns eine friedliche und liebevolle Weihnachtszeit." Das wünschten die Tagesmütter an diesem Abend auch allen Besuchern und teilten ihr Brot.

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Liebevolle Dekorationen sorgten für die richtige Stimmung
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In der Kooperation Sonnenschein betreuen Tagesmütter tagsüber Kleinkinder

4. Dezember: Internationaler Advent

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Internationaler Advent in Tutzing: Sogar mit einem passenden Plakat wurde er illustriert

Multikulturellen Charakter nahm der Lebendige Adventskalender am Mittwoch an. "Wir sind ein internationales Haus", sagte Klaus Nagel am Beringerweg 8 zu den Gästen, als sich dort das vierte Türchen öffnete. "Die größte Fraktion bilden die Polen", berichtete er. Weiter wohnen in dem Mehrfamilienhaus Menschen aus Griechenland, Italien und Deutschland.

Klaus Nagel, der zusammen mit Susanne Mössinger viel in Singkreisen, bei Konzerten, Seminaren und anderen Gelegenheiten singt, verarbeitete diese Internationalität ideenreich musikalisch: Nach dem diesjährigen "Standard" des Adventskalenders, "In der Weihnachtsbäckerei", stimmten alle Besucher zu seiner Gitarrenbegleitung das Weihnachtslied "Stille Nacht" an, das, wie er bemerkte, aus Österreich stammt. Und zwar ganz international: Strophen dieses Liedes standen in den Sprachen aller in dem Haus am Beringerweg und an diesem Abend vertretenen Nationen auf Zetteln, die er verteilte.

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Stille Nacht mehrsprachig - das war ein echtes Erlebnis am Beringerweg © L.G.

So recht vertraut waren den meisten Gästen die fremdländischen Klänge nicht, aber alle sangen eifrig mit. Anschließend gab es noch wohlschmeckende Speisen und Getränke aus all den verschiedenen Nationen. Alles in bester vorweihnachtlicher Harmonie - ein Lebendiger Adventskalender, wie man ihn sich passender nicht vorstellen kann.

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"Stille Nacht" war in mehreren Sprachen gut ausgearbeitet
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Vorweihnachtliche Stimmung multikulturell

3. Dezember: Frisch gebackene Pfannkuchen mit Schul-Infos

In der Schule "Create Schools" sorgte Schulleiterin Stefanie Norman mit 20 Kindern der ersten bis vierten Klasse für strahlende Gesichter bei den Besuchern, als die Kinder das dritte Türchen öffnete. Sie sangen, bereits in Vorfreude auf den bald kommenden 6. Dezember: "Guten Tag - ich bin der Nikolaus".

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Die Kinder der Create Schools begeisterten die Gäste

Der Spielplatz der Schule lud mit Adventskranz, schön dekorierten Stehtischen und einem kleinem geschmückten Tannenbaum zum Verweilen ein. Dort beantwortete Stefanie Norman in einer gemütlichen Runde die zahlreichen Fragen der Besucher zum Schulkonzept der Create Schools. Die Kinder der sechsten Klasse verwöhnten alle Gäste mit frisch gebackenen Pfannkuchen.

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Die Kinder der "Create Schools"
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Rundherum war alles weihnachtlich dekoriert

2. Dezember: Der entwendete Weihnachtsbaum

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Eine zauberhafte Geschichte vom Weihnachtsbaum trug Konstanze Kohlschovsky vor

Eine zauberhafte Geschichte vom Weihnachtsbaum, der aus Nachbars Garten entwendet wurde, verbarg sich hinter dem zweiten Türchen. Diese Geschichte, vorgetragen von Konstanze Kohlschovsky, gefiel besonders den anwesenden Kindern, die auch sehr freudig das mit gesungen haben, das täglich fest dazu gehört. Der Abend fand dann beim anschließenden Glas Punsch einen schönen Ausklang.

1.Dezember: Der 1. Tutzinger Prolog

Als sich am Sonntag bei Richter's Pavillon in der Hauptstraße das erste Türchen öffnete, fuhren sogar die Autos in der Hauptstraße ganz langsam vorbei, denn alle konnten sehen: Da tat sich ganz Besonderes. Annähernd 100 Menschen standen um 18 Uhr dicht gedrängt vor dem weihnachtlich geschmückten Pavillon des Raumausstatters Thomas Richter und warteten gespannt, bis es soweit war. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Tutzinger Verschönerungsvereins, Anita Piesch, und durch Alexander v. Wurmbrand-de Brenco war sogar das Christkind dabei. Verkörpert von der 12-jährigen Theresa Schulz-Rolle sprach es im Nachbarhaus von Richter's Pavillon vom Balkon des zweiten Stocks aus den 1. Tutzinger Prolog:

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Von hoch oben sprach das Christkind den ersten Tutzinger Prolog

"In jedem Jahr, vier Wochen vor der Zeit, da man den Christbaum schmückt und sich aufs Feiern freut, ersteht in diesem Ort, der Tutzing wart genannt, der Ahn hat's schon gekannt, was Ihr hier seht, in voller Pracht und bunter Lichterschar, die Adventszeit wird's genannt.

Und jeden Tag der Verschönerungsverein in dieser Fischer-Stadt ein neues Türchen aufmacht. Und jedes Mal an einem anderen Ort, die Gastfreundschaft wir bereit gemacht.

Dies Städtlein in der Fischer-Stadt, aus Holz und Tuch gemacht, so flüchtig, wie es scheint, in seiner kurzen Pracht, ist doch von Ewigkeit. Mein Markt bleibt immer jung, solang' es Tutzing gibt und die Erinnerung.

Denn alt und jung zugleich ist Tutzings Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

Die neue Stadt im Grün. Und doch bleibt's alle Zeit, Ihr Herrn und Frau'n: das Tutzing, das Ihr seid. Am Saum des Jahres steht nun bald der Tag, an dem man selbst sich wünschen und andern schenken mag.

Doch leuchtet Tutzing im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt.

Die Kinder der Welt und die armen Leut‘, die wissen am besten, was Schenken bedeut‘. Ijr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut‘ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Umtrunk in Richter’s Pavillon ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein."

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Die vielen Besucher konnten die Öffnung des ersten Türchens kaum erwarten

Auch die Ortsteile Monatshausen, Diemendorf und Kampberg sind dabei

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Zauberhafte vorweihnachtliche Impressionen mitten in Tutzing ziehen kleine und große Leute in in ihren Bann - hier neben Richter's Pavillon

Danach ging es in das neben Richter's Pavillon aufgebaute, weihnachtlich dekorierte Zelt zum Umtrunk, bei dem heißer Apfeltrunk und wohlschmeckende Platzerl gereicht wurden. In festlicher Stimmung lauschten die Gäste den Klängen des Konzertpianisten Wanjin Kim und dem Gesang von Alexander v. Wurmbrand-de Brenco, der Caccinis Ave Maria darbot.

Bis zum Heiligen Abend werden sich nun jeden Abend in Tutzing Türen öffnen - immer an einem anderen Ort, mit ganz verschiedenen Gastgebern und auf unterschiedlichste Weise. Jeden Tag Schokolade hinterm Türchen - das gibt es nicht bei diesem lebendigen Adventskalender, den Kathrin Klement und Anita Piesch heuer zum dritten Mal auf die Beine stellen. Dabei verschenken die Teilnehmer etwas viel wertvolleres: Zeit!

„Wir freuen uns sehr, dass es uns dieses Jahr gelungen ist auch die Ortsteile Monatshausen, Diemendorf und auch Kampberg dabei zu haben“, sagt Anita Piesch. „Und eben auch eine feine Mischung an Gastgeber“, ergänzt Kathrin Klement, Initiatorin des lebendigen Adventskalenders, „Privatleute, Handwerker, Einzelhändler und Veranstaltungen wie das Tutzinger Weihnachtsspiel der Christuskirche sind dabei“.

Hinter jedem Türchen erwartet die Besucher etwas ganz Besonderes, und ganz wichtig: Jeder ist herzlich willkommen. Eine schöne Idee, in der manchmal hektischen Vorweihnachtszeit einfach kurz innezuhalten, neue Menschen kennenzulernen und das Wichtigste zu verschenken, das es in der heutigen schnelllebigen Zeit gibt: Gemeinschaft und Zeit.

Beginn ist immer um 18 Uhr (außer wenn es anders angegeben ist). Handzettel mit dem gesamten Programm liegen auch in den Geschäften, im Rathaus und in der Bücherei aus.

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Gelungener Auftakt: (von links) Thomas Richter, Christkind Theresa Schulz-Rolle, Alexander v. Wurmbrand-de Brenco und Pianist Wanjin Kim

Die Gastgeber des lebendigen Adventskalenders von Tutzing

Beginn immer 18 Uhr, sofern nicht anders angegeben

1. Dezember Richter’s Pavillon Hauptstr. 37
2. Dezember Seeschmiede Kohlschovsky Lorenzweg 5a
3. Dezember Create Schools (15.30 Uhr) Ziegeleistr. 12
4. Dezember Hausgemeinschaft Beringerweg Beringerweg 8
5. Dezember Kooperation Sonnenschein/Ursula Weber Kirchenstr. 3
6. Dezember Reiseagentur Tutzing Hauptstr. 52
7. Dezember Familie Turudic Enzianweg 1, Kampberg
8. Dezember Christkindlmarkt Garatshausen (17 Uhr) Vor der Kapelle
9. Dezember Spielwaren Hoyer Kirchenstr. 5
10. Dezember Kinderoase e.V. Kustermannstr. 10
11. Dezember Gisela und Toni Aigner Kreuzeckstr. 7
12. Dezember Betreutes Wohnen Bräuhausstr. 3
13. Dezember Schuh-Traum Hauptstr. 40
14. Dezember Monatshauser Sängerinnen (19.30 Uhr) Kirche St. Martin, Monatshausen
15. Dezember Familie Obermayr Am Höhenberg 8
16. Dezember Familie Diep Pommernstr. 6a
17. Dezember HOFRAT Traubinger Str. 4
18. Dezember Die Diemendorfer Trachtenheim/Maibaum Diemendorf
19. Dezember Waldweihnacht Pfarrei St. Joseph (17 Uhr) Hinter Anwesen Am Pfaffenberg 2
20. Dezember Familie Brühl-Störlein "Märchenorgel" Christuskirche, Hörmannstr. 8
21. Dezember Familie Berlinger Hörmannstr. 6
22. Dezember Das Tutzinger Weihnachtsspiel (17 Uhr) Christuskirche, Hörmannstr. 8
23. Dezember Buchhandlung Held Hauptstr. 70
24. Dezember St. Joseph/Christuskirche Einladung zu den Gottesdiensten

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A. Piesch / A. v. Wurmbrand-de Brenco / L.G.

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Advent = Ankunft im wahrsten Sinne des Wortes - ein musikalisches Sinnbild für ein lebendiges Europa. Vielleicht mit einer Wiederholung in einer der Kirchen ?
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