Vermisst jemand Päckchen, die die Post eigentlich liefern sollte? Eine mögliche Erklärung dafür hat die Polizei entdeckt: Mehr als 600 Sendungen hat ein Pöckinger seit längerer Zeit in seiner Wohnung "gesammelt". Darunter könnten auch Pakete für Tutzinger Bürger sein. Herausgekommen ist das nach Angaben der Starnberger Polizei durch "Kommissar Zufall", der einen Päckchendieb überführt habe.
Ein 36-jähriger Pöckinger hat am vergangenen Freitag in der Wohnung seines Vermieters zufällig ein Päckchen entdeckt, auf dessen Zustellung er schon längere Zeit vergeblich gewartet hatte, wie die Polizei berichtet. Warum der 36-Jährige in der Wohnung seines Vermieters war, dazu macht sie keine näheren Angaben. Der Mann habe jedenfalls die Starnberger Polizei verständigt, die sich daraufhin in die betreffende Wohnung begeben habe. Sie habe deren 50 Jahre alten Besitzer mit dem Tatvorwurf der Unterschlagung von Postsendungen und der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses konfrontiert, und der Mann habe in eine Durchsuchung seines Anwesens eingewilligt.
In den Räumlichkeiten trauten die Beamten ihren Augen kaum, berichtet Polizeihauptkommissar Kai Motschmann: Sie fanden dort „haufenweise“ Briefe, Päckchen und Zeitschriften, die für Adressaten vorwiegend in den Gemeindebereichen von Pöcking, Starnberg und Tutzing bestimmt waren. Auffällig bei dem Fund war, so der Kommissar, dass viele Päckchen ungeöffnet herumlagen.
Viele Sendungen waren noch ungeöffnet
Der Wohnungsbesitzer erklärte das so: Es handele sich um Gegenstände, die die Postzusteller wohl vor den Wohnungen der Empfänger abgelegt hatten, wenn diese nicht zu Hause waren. Er selbst entdeckte das im Rahmen seiner Tätigkeit als Zeitungszusteller. Er packt die Sachen ein und nahm sie mit nach Hause. Weshalb er das tat, dazu macht die Polizei bisher keine Angaben.
Hoffnung auf wertvolle Sendungen scheint nicht das Motiv zu sein: Viele von ihnen waren noch ungeöffnet, als die Polizei sie fand. Sollte das eine oder andere Päckchen also teuren Schmuck oder Bargeld enthalten - entdeckt hat der Mann das alles nicht. Ihm scheinen eher die Außenansichten der Pakete und Briefe gefallen zu haben, die er in seiner Wohnung auftürmte. Das tat er nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei bereits seit 2018. Es dürfte sich also, folgern die Starnberger Beamten, vorwiegend nicht um aktuelle Weihnachtspakete handeln.
Arbeitsgruppe der Polizei ordnet die Stücke den Empfängern zu
Sage und schreibe etwa 630 Gegenstände hat der Pakete-Sammler mit der Zeit angehäuft, wie Hauptkommissar Motschmann berichtet. Über den Wert des aufgefundenen Gutes kann er keine Angaben machen - schließlich sind viele Päckchen ungeöffnet.
Dass die Sachen nun doch noch zu den richtigen Empfängern gelangen, ist gar nicht so einfach. Die Polizei hat eine Arbeitsgruppe gebildet, um die einzelnen Stücke zu erfassen, zu katalogisieren und den rechtmäßigen Empfängern zuzuordnen. "Dies kann jedoch noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen", so Motschmann. Alle rechtmäßigen Empfänger will die Polizei schriftlich von der Starnberger Dienststelle aus verständigen. Kommissar Motschmann bittet dringend, von individuellen Anfragen bei der Starnberger Dienststelle nach vermissten Post- oder Briefsendungen Abstand zu nehmen.
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