Der Tutzinger Gemeinderat hat am Dienstag eine Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Sie steigen zum Beispiel im Fall von Erdbeisetzungen bei Einzelgräbern für 30 Jahre - das ist die festgelegte Ruhezeit - am alten Friedhof von 827 auf 1268 Euro, am neuen Friedhof und am Waldfriedhof von 1654 auf 1902 Euro, am neuen Friedhof in Traubing von 620 auf 951 Euro.
Anlass für die Gebührenerhöhung war eine Kalkulation der Friedhofsgebühren durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband. Er hat eine Nachkalkulation für die Jahre 2012 bis 2017 und eine Vorkalkulation für die Jahre 2019 bis 2022 vorgenommen. Dabei hat sich eine finanzielle Unterdeckung von 314 000 Euro ergeben. Wie es dazu kommen konnte, begründete Bürgermeisterin Marlene Greinwald so: „In der letzten Vorauskalkulation wurden mehr Todesfälle kalkuliert.“ Spontan kam es im Gemeinderat zu lakonischen Kommentierungen: Wenn in Tutzing mehr Menschen sterben würden, dann sähe die Rechnung besser aus.
Die Gebührenerhöhungen führten zu Diskussionen über die Bestattungskosten. Sie seien für viele Menschen ein „Angstthema“, sagte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing). Einen Grund für die sinkenden Einnahmen sah Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) auch in einer zunehmenden Zahl von Urnenbestattungen, die mit geringeren Gebühren und damit geringeren Einnahmen für die Gemeinde verbunden seien. Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) sorgte sich um die Bestattungskultur. Wenn die Bestattungen so teuer würden, dass sie sich ein Großteil der Bürger nicht mehr leisten könne, werde es immer mehr Urnenbestattungen oder auch andere Formen wie Seebestattungen geben: „Da geht ein Großteil der Kultur verloren.“ Nach Meinung von Bernd Pfitzner (Grüne) haben solche Veränderungen nicht unbedingt mit dem Preis zu tun, sondern mit anderen Lebensentwürfen, kleineren Familien und anderswo hin ziehenden Kindern, die sich nicht um die Gräber ihrer Angehörigen kümmern könnten.






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