Ein Kaufinteresse der Gemeinde Tutzing am "Andechser Hof" stand in den bald sieben Jahren seines Leerstands durchaus immer wieder mal zur Debatte. Doch von der Gemeinde habe es stets die Aussage gegeben, sie verfüge weder über ausreichend Geld noch über die erforderlichen Managementkapazitäten, den Andechser Hof zu kaufen, sagt dazu der kaufmännische Leiter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe, Christian Rieger. Daran habe sich über Jahre nichts geändert.
Die über lange Zeit geführten Verhandlungen mit einem Investor waren schon recht weit gediehen, doch der sprang dann doch ab. Dann gab es weitere Interessenten. Unter denen war ein Großgastronom aus München. Aber auch der zog sich vor ein paar Monaten zurück. Als er noch im Spiel war, hat das Kloster laut Rieger das unterdessen vom Tutzinger Gemeinderat Georg Schuster (ÖDP) geäußerte Kaufinteresse "zurückgestellt". Schuster hat dies nach eigenen Worten damals als Absage betrachtet.
Die Gemeinde Tutzing blieb in dieser ganzen Zeit nach Angaben von Rieger bei ihrer Haltung - das heißt: kein Geld und keine Managementkapazitäten für einen Kauf des Andechser Hofs. Im weiteren Verlauf kam es dann aber zu einer Wende: Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) bat das Kloster, vorerst noch nichts zu unternehmen, mit einem Verkauf des Andechser Hofs also noch zu warten. Das scheint im Mai dieses Jahres gewesen zu sein. Greinwald wollte nämlich nach eigenen Worten dem Gemeinderat doch vorschlagen, über Möglichkeiten für einen Kauf des Andechser Hofs zu diskutieren.
Dazu kam es allerdings nicht mehr: Weil der Gastronom aus München von seinen Kaufplänen zurückgetreten war, hatte sich das Kloster bereits wieder bei Schuster gemeldet und ihm den Gasthof angeboten. Eine Einigung mit ihm und seiner Frau wurde schnell erzielt, der Kauf wurde notariell perfekt gemacht.
Bürgermeisterin Greinwald zeigt sich darüber heute noch verärgert, weil sie das Kloster ausdrücklich gebeten habe, noch zu warten und ihr Gelegenheit zu geben, einen Kauf durch die Gemeinde zu prüfen. Rieger bestätigt das. Doch zu einem Kaufangebot durch die Gemeinde, sagt er, sei es nicht gekommen. Mit Schuster aber sei sich das Kloster in dieser Phase bereits handelseinig gewesen. Ganz offensichtlich wollte das Kloster nach den Jahren des Leerstands endlich eine Entscheidung.

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